Neben einzelnen Schornsteinen und Aufbauten oder Entlüftungsschächten, die sich durch ihre Wärme klar von der Umgebung abheben, ist hier der südliche, U-förmige Teil des Hauptgebäudes auffällig (unten). Rund um die Plexiglas-Lichtkuppeln des Lichthofes, die sich als grünes Quadrat abbilden, ist eine horizontale, mit Kieseln bedeckte Fläche rot dargestellt, also warm. Sie ist also anscheinend nur ungenügend gegenüber dem Innenraum isoliert.
Oldenburg. Im Rahmen des Forschungsprojekts HiReSens der Jade Hochschule wurden im März und April 2010 die ersten Befliegungen mit verschiedenen Sensoren erfolgreich durchgeführt. Hierbei ist ein Testgebiet von der Innenstadt bis Wechloy von insgesamt etwa sieben Quadratkilometern mit einer Auflösung zwischen neun und 55 Zentimetern erfasst worden.
Die Aufnahmen wurden aus 500 Metern Flughöhe mit unterschiedlichen Sensoren wie z.B. digitale Farbluftbilder, Thermalbilder, Hyperspektralaufnahmen oder Laserscannern gemacht und durch gleichzeitige Bodenmessungen begleitet.
Ziel des Projektes ist die Entwicklung von Verfahren zur luftgestützten Erkennung von Wärmebrücken, zur Bestimmung von Dachmaterialien und zur Analyse von Wechselwirkungen zwischen 3D-Gebäudemodellen und bildhaften Messdaten.
Während herkömmliche städtische Thermalbefliegungen auf großflächige klimatologische Untersuchungen abzielen, wird in diesem Projekt die Verknüpfung mit 3D-Stadtmodelldaten in einer hohen geometrischen Auflösung (20-50 Zentimeter) angestrebt, so dass detailreiche relevante Aussagen über Energieverteilungen einzelner Gebäude getroffen werden können.
„Die Erweiterung der Auswertungen auf hyperspektrale Verfahren lässt grundsätzlich zusätzliche Aussagen zu Materialbeschaffenheit von Gebäudeoberflächen zu. In Kombination mit terrestrischen Wärmebildkameras lassen sich Aussagen über einzelne Gebäude bis hin zu ganzen Stadtgebieten treffen, wie es mit herkömmlichen Systemen bislang nicht möglich war“, erklärt Projekteiter Prof. Dr. Thomas Luhmann.
Erste Auswertungen des Instituts für Angewandte Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) konzentrieren sich auf ein Kerngebiet rund um den Hochschul-Campus an der Ofener Straße. Bereits jetzt sind schon interessante Details in den Daten erkennbar, die in der späteren automatischen Auswertung mit Hilfe von Fusionstechniken aufschlussreiche Ergebnisse erwarten lassen.