11.08.2010

Studentischer Entwurf für Ausstellungskonzept im Landesmuseum Oldenburg realisiert


Für die Ausstellung "Flüsse im Strom der Zeit - Norddeutsche Wasserstraßen in der Fotografie" entwickelten Studierende des 6. Semesters im Bachelor-Studiengang Architektur in Kooperation mit dem Landesmuseum Kunst und Kulturgeschichte Oldenburg  verschiedene Konzepte zur Ausstellungs-architektur. Der beste Entwurf wurde zur Realisierung ausgewählt - die Preisträger waren Hélène Bangert und Thorben Oelke. Alle im Rahmen des Architekturseminars unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Volker Droste und Prof. Dipl.-Ing. Jens Peter Thiessen von Studierenden erarbeiteten Gestaltungsmodelle werden während der Laufzeit der Ausstellung im Schloss präsentieren.

Die Ausstellung wird am Sonntag, den 15. August, um 11:15 Uhr im Festsaal des Schlosses eröffnet. Während der "Nacht der Museen Oldenburg" am 25. September präsentieren die Studierenden ihren Entwurf im Rahmen einer Führung um 21:00 Uhr.

Zum Ausstellungskonzept
Hunte, Weser, Elbe, Ems – vier Flüsse boten innerhalb der letzten 100 Jahre den Fotokünstlern Georg Müller vom Siel, Lothar Klimek, Jörn Vanhöfen und Martinus Ekkenga ein Motiv. Die daraus entstandenen Werke werden unter dem Titel „Norddeutsche Wasserstraßen in der Fotografie“ im Dachgeschoss des Landesmuseums im Oldenburger Schloss ausgestellt. Um eine der Thematik gerecht werdende Ausstellung zu konzipieren, lag es für uns nahe sich vorerst mit der Geografie der Flüsse auseinanderzusetzen. Aus diesem eher nüchternen Gedanken ist letztendlich die Grundidee entstanden die geografischen Gegebenheiten auf den Grundriss des Dachgeschosses zu übertragen und sich gestalterisch auf den Aspekt des Flusslaufs als dynamische Bewegung zu konzentrieren. Jeweils ein Raum ist jedem Künstler und seinem Fluss gewidmet, während sich der Lauf eines Flusses auf verschiedene Weisen darstellt. Jeder Raum wird für sich erschlossen. Alle Möbel, die neu gefertigt werden müssen, werden aus Holz hergestellt. Sie werden, wie die schon vorhandenen Stellwände, weiß gestrichen und mit einem schwarzen, abgesetzten Sockel versehen. Alle Sitzflächen werden mit schwarzen Sitzkissen ausgestattet. Somit fügen sie sich perfekt ins Bestandsbild ein und können auch für folgende Ausstellungen verwendet werden.

Zur Ausstellung
"Seit den Anfängen der Fotografie stellt die Zeit für sie eine zentrale Frage dar. Die Spannung zwischen dem Hauptcharakteristikum des Mediums, der Momenthaftigkeit einer Aufnahme, und der Dynamik und Vergänglichkeit vieler Motive wird offenbar, wenn eine Fotografie Zeit und Bewegung thematisiert. Was könnte die Spannung zwischen Stetigkeit und Vergänglichkeit besser veranschaulichen als ein sich ständig verändernder, unaufhörlich vorwärts drängender Fluss in einer Landschaft? Er stellt ein greifbares Sinnbild für den Lauf der Zeit dar. Er scheidet und verbindet, ist selbst ein sensibler Organismus, ist Lebensspender und kann doch auch verheerende Zerstörungskraft entwickeln. Er ist ein Urelement der Natur und hat für den Menschen seit jeher eine wichtige kulturelle Bedeutung.

Der nordwestdeutsche Raum ist geprägt durch drei bedeutende Flüsse: die Ems, die Weser mit ihrem Nebenfluss, der Hunte, sowie die Elbe. Sie alle münden in die Nordsee. Die Ausstellung zeigt Porträts der genannten Flüsse aus der Perspektive von vier Fotografen: Georg Müller vom Siel (1865 – 1939), Lothar Klimek (*1921), Jörn Vanhöfen (*1961) und Martinus Ekkenga (*1953). Sie spannt einen zeitlichen Bogen vom beginnenden 20. Jahrhundert bis heute und von der Amateur- zur professionellen Fotografie. Die gezeigten, jeweils etwa 30 Fotografien umfassenden Serien, charakterisieren die unterschiedlichen Flussläufe auf ebenso kunstvolle wie persönliche Weise. Sie präsentieren unterschiedliche Positionen einer künstlerischen wie dokumentarischen Fotografie, die sich zwischen Tradition und Innovation, zwischen Historizität und Zeitlosigkeit bewegt. Die Ausstellung veranschaulicht vor allem die im Laufe der Zeit gewandelte Wahrnehmung der Natur- und Kulturlandschaften. Der Besucher wird von jedem der vier Fotografen eingeladen, in die porträtierten Landschaften einzutauchen, in ihnen spazieren zu gehen und sie in all ihren Facetten zu erkunden.

Anfang des 20. Jahrhunderts fotografiert der Landschaftsmaler und Amateurfotograf Georg Müller vom Siel die Huntelandschaft rund um seinen Wohnort Dötlingen und benutzt die Aufnahmen als Vorlagen für seine Malerei, deren Motivwelt von der Hunte dominiert wird. In dichten Fotozyklen dokumentiert Lothar Klimek in den 1960er und 1970er Jahren im Auftrag des Deutschen Kunstverlages den gesamten Weserlauf zum Zwecke der Illustration unterschiedlicher Bildbände aus der Reihe »Deutsche Lande – Deutsche Kunst«. Er präsentiert ein systematisch erfasstes Porträt der Weser als Kulturlandschaft von der Quelle bis zur Mündung. Der in Berlin lebende Fotograf Jörn Vanhöfen hat sich 1997 ebenfalls im Auftrag einer Verlagspublikation dem Thema »Elbe« gewidmet. Seine Aufnahmen, die sich durch eine charakteristische Vielschichtigkeit auszeichnen, wurden nur wenige Jahre nach der Wende in den Dienst einer politisch-gesellschaftlichen Themensetzung gestellt. Der Emder Fotograf Martinus Ekkenga erstellte eigens für die Ausstellung des Landesmuseums Oldenburg einen Zyklus von Landschaftsaufnahmen rund um die Ems. In seinen malerischen Arbeiten bezieht er sich auf die Frühzeit des fotografischen Mediums und seiner Methoden zurück." (aus dem Ausstellungsflyer)

Die Ausstellung "Flüsse im Strom der Zeit - Norddeutsche Wasserstraßen in der Fotografie" ist vom 15. August bis zum 24. Oktober 2010 im Landesmuseum für Kunst und Kultur Oldenburg zu sehen.

Öffnungszeiten:
Di-Fr 9-14 Uhr, Do 9-20 Uhr, Sa-So 10-17 Uhr, Montag geschlossen