Studentische Projekte in der Abteilung Geoinformation

Studentische Projekte

Innerhalb des Studiums finden studentische Projekte in den Bereichen Geodäsie, Geoinformatik, Photogrammetrie, Fernerkundung, Hydrographie und Kartographie statt. Mit den praxisorientierten Projekten werden unsere Studierenden im Rahmen ihrer Ausbildung in konkrete Projekte, z.B. innerhalb von Kooperationen mit anliegenden Gemeinden oder Partnern aus Industrie und Wirtschaft einbezogen. So werden sie neben der fachlichen Ausbildung bereits im Studium auf zukünftige Aufgaben im Berufsleben vorbereitet, da die Projekte von den Studierenden eigenständig vorbereitet und durchgeführt werden. Auf dieser Seite werden einige Beispiele studentischer Arbeiten vorgestellt:

3D-Stadtmodelle - FH OOW goes Google Earth

3D-Stadtmodelle der fünf Studienorte der ehemaligen FH OOW (Oldenburg, Leer, Emden, Wilhelmshaven und Elsfleth) sind im Rahmen von studentischen Projektarbeiten am Institut für Photogrammetrie und Geoinformatik (IAPG) entstanden. Die Modelle im KMZ-Format können im Viewer Google Earth dreidimensional betrachtet und so ein virtueller (räumlicher) Eindruck des Campus gewonnen werden.

3D-Modell des Geodäsiegebäudes
3D-Modell des Oldenburger Campus
FH OOW, Studienort Elsfleth
FH OOW, Studienort Wilhelmshaven

Die Studenten Matthias Gerke und Carl Grönniger haben die 3D-Gebäude generiert und modelliert. Grundlage dazu waren Luftbilder, wie sie für vielfältige Zwecke der Geoinformatik, Kartographie und Photogrammetrie, unter anderem auch als Basis für Google Earth und Microsoft Virtual Earth, genutzt werden. Die Auflösung am Boden der Stereobilder beträgt zwischen 20 und 50cm. In diesen Luftbildern wurden die Dachflächen. digitalisiert und mit dem dazugehörigen Digitalen Geländemodell verschnitten, um ein 3D-Gebäudemodell zu generieren. Um die Gebäude mit realen Fassadenbildern belegen zu können, wurden alle Gebäude mit Digitalkameras aufgenommen, am Computer überarbeitet und auf die entsprechende Gebäudeoberfläche projiziert.
Durch die Fassadentextur wirkt das Campus-Modell noch realistischer. Weitere Sachinformationen, wie z. B. Gebäudebezeichnungen und Art und Nutzung auf dem Campus, werden den 3D-Modellen hinzugefügt. Der Betrachter hat somit die Möglichkeit, sich besser auf dem Gelände zu orientieren, zu informieren und einen „virtuell-realen“ Eindruck des Campus zu verschaffen. 
Zusätzlich sind Videos von den einzelnen Studienorten erstellt worden. Weiterhin gibt es auch ein Gesamtvideo aller Studienorte, um darzustellen, welche Ausmaße die Fachhochschule Oldenburg/Ostfriesland/Wilhelmshaven im Nordwesten Deutschlands hat.
Die Fachhochschule hat damit eine moderne Art gefunden um sich im Internet zu repräsentieren. Doch nicht nur zum Präsentieren soll das Modell zur Verfügung stehen, durch ständigen Ankauf von Gebäuden und Veränderungen am Studienort Oldenburg soll das Modell auch für Planungszwecke eingesetzt werden. Weitere Zwecke könnten sich in der Simulation befinden z.B. Feinstaub oder Lärmschutz. Damit stellt das Campus-Modell auch eine wertvolle und vielfach nutzbare Datenquelle dar. 

 

Auf der Projektseite können alle Modelle und Rundflüge herunter geladen werden.

Topographische Aufnahme der Drewenz (Drweca) in Polen

Im Boot

Die Drewenz ist ein Nebenfluss der Weichsel mit 253 Kilometern Länge. Er fließt im nördlichen Polen von Olsztynek über Ostróda und mündet 10 km südlich von Torun in die Weichsel. Sie fließt u.a. auch durch die Stadt Nowe Miasto Lubawski, die mit knapp 11.000 Einwohnern in der Woiwodschaft Ermland-Masuren liegt.

Im April 2005 kam es an der Drewenz in Nowe Miasto Lubawski zu einer verheerenden Überschwemmung, bei der deren Partnerstadt Hude zu Hilfe gerufen wurde. Dadurch entstand ein erster direkter Kontakt zwischen den Hochschulen und Gemeinden aus Deutschland und Polen. Dieses war unter anderem auch die Grundlage für das hier beschriebene studentische Projekt, dessen Ergebnisse in einer Diplomarbeit verarbeitet werden.

Aufnahme mit dem Laserscanner

Vom 17. bis zum 28. September 2007 fuhren Studenten des Studiengangs Angewandte Geodäsie und Mitarbeiter des IAPG und des IMA nach Nowe Miasto Lubawski, um eine topographische Aufnahme der Drewenz im  Bereich von Nowe Miasto Lubawskie durchzuführen. Von Bratian bis Nowe Miasto Lubawski wurde der Fluss mit Tachymetrie, GPS und Terrestrischem Laserscanning vermessen.

Übersichtskarte Bratian – Nowe Miasto Lubawski

Einen Schwerpunkt bildete bei der Aufnahme die präzise Erfassung der fünf Brücken in dem Gebiet. Diese wurden mit dem Terrestrischen Laserscanner der Fachhochschule mit mehreren Punktwolken erfasst und anschließend von den Diplomanden modelliert. Besonders wichtig war dabei die genaue Erfassung der Pfeiler im Wasser, da diese bei der Berechnung der Fließgeschwindigkeit und dem Durchlass der Drewenz eine wichtige Rolle spielen.

Weiterhin wurden Querprofile durch die Drewenz gelegt, um genaue Wassertiefen zu ermitteln. Dieses war nur mit einem kleinen Boot zu bewerkstelligen, da der Fluss in einigen Bereichen bis zu 4 Meter tief ist. Die Messungen konnten nach kleinen anfänglichen Schwierigkeiten erfolgreich gemeistert werden. Die Bedienung des Bootes erfolgte durch tatkräftige Unterstützung durch einen ortskundigen Mitarbeiter der Gemeinde. Für diesen ungewöhnlichen Anlass waren sogar das polnische Lokalfernsehen und die Presse vor Ort.

Punktwolke aus einer Laserscanneraufnahme