Studium im Praxisverbund - zwei Varianten
Alle Bachelor Studiengänge können im Fachbereich Ingenieurwissenschaften auch als Duales Studium/Studium im Praxisverbund oder mit Studienförderung studiert werden. Bei den Master Studiengängen ist Studienförderung möglich. Praxisverbund bedeutet die optimale Verzahnung von Praxis und Theorie.
Für das Studium im Praxisverbund gibt es zwei Varianten:
- Duales Studium, Verzahnung von Berufsausbildung und Studium
- Studienförderung durch ein Unternehmen.
Gemeinsamkeiten:
- Die Zeiträume der Berufsausbildung/Praxisphasen und des Studiums wechseln sich ab.
- Die Studieninhalte der Studiengänge sind identisch mit denen der regulären Studiengänge
- Das Unternehmen zahlt in der Regel den Studienbeitrag und die Rückmelde- und Einschreibbeträge.
- Die praktischen Anteile finden immer im Unternehmen in den vorlesungsfreien Zeiten des Studiums statt.
- Die Unternehmen können bei der Wahl des Studienschwerpunktes und im Wahlpflichtbereich der Studiengänge mitwirken, in welche Richtung sich der Studierende in seinem Studium entwickelt.
- Die Unternehmen suchen sich selbst die besten Studieninteressierten aus, denen sie eine Ausbildung anbieten oder das Studium mit Praxisanteilen fördern wollen.
- Die Hochschule überprüft die Hochschulzugangsberechtigung, die beim Praxisverbund häufig Abitur ist, aber auch Fachhochschulreife sein kann.
- Betriebsinterne Aufgaben können in Praxissemester und Bachelorarbeit gelöst werden.
- Der Betrieb bekommt nach Abschluss des Studiums einen hochqualifizierten Mitarbeiter mit Unternehmenserfahrung und Schlüsselqualifikationen, der sofort an entsprechenden Projekten ohne weitere Einarbeitung mitarbeiten kann.
- Der Studierende bekommt ein praxisorientiertes Studium, eine über die Studienzeit attraktive Finanzierung und im Anschluss überwiegend eine Übernahme ins Unternehmen.
Unterschiede:
1. Duales Studium, Verzahnung von Berufsausbildung und Studium
- Berufsabschluss der gewählten Berufsausbildung und Bachelor of Engineering B.Eng. der Fachhochschule
- Das Studium dauert ca. 4,2 Jahre.
- Das Unternehmen führt eine Berufsausbildung durch.
- Über den gesamten Zeitraum erhalten Studierende die Ausbildungsvergütung.
- Die Berufsausbildungsinhalte werden gemäß Ausbildungsordnung und Ausbildungsrahmenplan durch das beteiligte Unternehmen vermittelt. Es besteht keine Berufsschulpflicht. Sollten Berufsausbildungsinhalte nicht durch das Unternehmen vermittel werden, so wird erwartet, dass sich der Auszubildene/Student selbständig in die fehlenden Fachgebiete einarbeitet. An der Fachhochschule gibt es für einige Berufsbilder semesterbegleitend eine Veranstaltung "Vorbereitung zur Kammerprüfung", die der Prüfungsvorbereitung dient.
- Der Berufsabschluß erfolgt durch Prüfung vor der Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer.
2. Studienförderung durch ein Unternehmen.
- Bachelor of Engineering B.Eng. der Fachhochschule
- Studiendauer ca. 3,9 Jahre.
- Auch kleinere Unternehmen können ohne eine Berufsausbildug vorzuhalten ein Studium im Praxisverbund durchführen und so Ingenieurnachwuchs gewinnen.
- Studienförderung bedeutet die Zahlung einer Vergütung an den Studierenden, üblicherweise in Höhe einer vergleichbaren Ausbildungsvergütung, über den gesamten Studien- und Praxiszeitraum.
- Innerhalb der Praxisphasen lernen die Studierenden das Unternehmen und ihre späteren Aufgaben kennen, führen Projekte und ein "training on the job" durch.
- Keine berufsspezifischen Prüfungen.