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30.07.2015
Anneke Freudenthal, Mitarbeiterin des International Office an der Jade Hochschule, berichtet, welche Auswirkungen Freundschaften auf das Lernverhalten haben.

Anneke Freudenthal, Mitarbeiterin des International Office an der Jade Hochschule, berichtet, welche Auswirkungen Freundschaften auf das Lernverhalten haben. Foto: Jade HS/Axel Biewer

"Das Leben schreibt die schönsten Geschichten"

Wilhelmshaven.Oldenburg.Elsfleth. Am heutigen Donnerstag findet der „Internationale Tag der Freundschaft“ statt. Dieser Gedenktag, ausgerufen durch die Vollversammlung der Vereinten Nationen, soll an die Bedeutung von Freundschaft für das Leben erinnern. Dabei geht es nicht nur um Freundschaften zwischen Menschen, sondern auch zwischen Ländern und Kulturen. Während des „Sommerdeutschkurses am Meer“ sind derzeit viele junge Menschen am Studienort Wilhelmshaven zu Gast. Spielt Freundschaft da überhaupt eine Rolle?

Frau Freudenthal, zurzeit findet am Studienort Wilhelmshaven der „Sommerdeutschkurs am Meer“ statt. Was hat es damit auf sich?
Sprachen lernt man nur, wenn man sie auch spricht. Deshalb findet schon seit vielen Jahren im Juli und August der „Sommerdeutschkurs am Meer“, der von meinen Kolleginnen Ilze Peksa und Jana Kohl organisiert wird, statt. Zu uns kommen dann junge Menschen aus aller Herren Länder, um hier Deutsch zu lernen. Aber nicht nur (zukünftige) Studierende, auch Austauschschüler und -schülerinnen oder Au Pairs sind bei uns willkommen.

Und die „Sprach-Studierenden“ haben dann den ganzen Tag Deutsch-Unterricht?
So kann man es sagen. An den Vormittagen haben sie Unterricht unter professioneller Anleitung. An den Nachmittagen findet dann die Anwendung in der Praxis statt. Das Essen in der Mensa bestellen, ein Busticket kaufen, nach dem Weg fragen… Erst wenn das Gelernte vom Vormittag im „echten Leben“ angewendet wird, kann es kognitiv besser verarbeitet werden und dies sorgt dafür, dass unsere „Sprach-Studierenden“ am Ende des Kurses die Grundkenntnisse der deutschen Sprache erworben haben und gut auf das Leben, Studieren und Arbeiten in Deutschland vorbereitet sind.

Das klingt ja sehr theoretisch…
Bei allem kommt natürlich der Spaß nicht zu kurz. Die Freude am Lernen macht es viel einfacher, sich zurecht zu finden. Wir dürfen nicht vergessen: Die meisten Gäste kommen allein nach Deutschland – in eine fremde Umgebung mit einem fremden Umfeld. Unser Ziel ist es daher, auch persönliche Kontakte herzustellen, Freundschaften entstehen dann meistens ganz schnell. In einem vertrauten Umfeld fühlt man sich einfach wohl, dann fällt das Lernen leichter.

Aber können in einer so kurzen Zeit denn überhaupt Freundschaften entstehen?
Aber klar, da könnte ich ganze Geschichten erzählen (lacht). Auch wenn es klischeehaft klingt: Freundschaft kennt keine Grenzen. Das stellen wir nicht nur beim Sommerdeutschkurs fest. Unsere Studierenden erzählen uns immer wieder von tollen Begegnungen. Ein Besuch in Finnland bei einem ehemaligen Erasmus-Studenten beispielsweise. Sie organisieren selbst auch „Klassentreffen“, die dann aber nicht an der Jade Hochschule, sondern auf der ganzen Welt stattfinden. Erasmus-Studierende, denen es so gut bei uns gefällt, dass sie nach ihrem Auslandssemester an der Jade Hochschule bleiben und hier das Studium beenden oder wiederkommen und hier ihren Master machen. Da spielen oftmals Freundschaften, manchmal auch die Liebe eine Rolle. Daraus sind sogar schon Ehen hervorgegangen.

Vielen Dank für das Gespräch.