Im Rahmen des diesjährigen Hamburger Architektur Sommers (Mai-Juli) zeigen wir eine Ausstellung der Ergebnisse aus dem Studium an unserem Fachbereich aus dem ersten Lehrjahr. Die Ausstellung wird vom 5. bis 14. Juli in der Freien Akademie der Künste in Hamburg zu sehen sein (Eröffnung am 4. Juli).

Modell Transformationen_Bargholz


Transforming the City

Wie prägt Architektur die Zukunft der Stadt? Über 100 studentische Entwürfe und Denkanstöße werden gezeigt. Das innovative Lehrkonzept „Transformationen“ fördert den besonders kreativen Entwurfsprozess im 1. Studienjahr. Unsere Schwerpunkte: Nature Returns, Addressing Energy, Reactivating the Old, Urban Escapes und People Places.

Hamburger Architektur Sommer

Der Hamburger Architektur Sommer wird seit 1994 alle drei Jahre ausgetragen. Er ist als baukulturelle Triennale eine feste Größe im Hamburger Kulturleben. Er ist eine Plattform für eine Vielzahl von Einzelveranstaltungen zu den Themen Architektur, Landschaftsarchitektur, Innenarchitektur, Stadtentwicklung und Ingenieurbau.

Ausstellung Transformationen
Modell Transformationen
Logo Hamburger Architektur Sommer

Transformationen - das Lehrkonzept

Die Fachgebiete Entwerfen, Gestalten und Darstellen des ersten Studienjahres werden seit acht Jahren mit dem innovativen, didaktischen Konzept gelehrt unter dem Titel:

transformationen – transforming the city.

Das Ziel dieses Curriculums besteht darin, kreative Entwürfe und Denkanstöße für eine Stadt der Zukunft zu generieren - gestalterisch und inhaltlich, um den werdenden Jungarchitekt_innen mit einem besonders innovativen und didaktisch ausgearbeiteten Lehrprogramm, ein Verständnis für Abstraktion und die gemeinschaftlichen Werte von Kunst und Architektur zu vermitteln. Die Studierenden setzen sich mit verschiedenen City-Schwerpunkten auseinander: Nature Returns, Addressing Energy, Reactivating The Old, Urban Escapes, People Places.

Die Initiatoren_innen des Entwurfsprogramms „Transformationen“ sind Prof. Julia Bargholz und Andreas Oevermann, sowie Dipl.-Ing. Birgit Remuss, Prof. Julian Krüger M.Arch. und Heidi Fletcher MA.

5 City Themes

Fünf Betrachtungsschwerpunkte welche in den hybriden Entwürfen thematisiert werden.

Urban Escapes

Immer mehr Leute wollen in der Stadt leben und arbeiten. Es wird prognostiziert, dass im Jahr 2050 zwei Drittel der Weltbevölkerung in Städten leben werden. Die Städte werden dichter, lauter, schneller, anonymer und die Menschen dadurch immer gestresster. Welche Möglichkeiten können für Ausgleich, Ruhe, Bewegung/Sport, Kontemplation, Regeneration in den Entwürfen für eine Stadt der Zukunft angeboten werden ?

Nature Returnes

Die Wissenschaft belegt mit ihren Erkenntnissen, dass eine direkte Nähe zur Natur die Menschen positiv beeinflusst. Sie sind ausgeglichener, weniger gestresst, kreativer, effizienter, gesünder... Ein immer dichterer Städtebau aber verdrängt die Natur aus der Stadt. Die biologische Balance wird gestört. Wie können wir als Architekt*innen dem entgegenwirken und positive Lösungen dazu beisteuern?

Adressing Energy

Es ist möglich, Plus-Energie-Häuser zu bauen, die nicht nur Energie für sich selber und die Stadt erzeugen, sondern auch in der Lage sind, ihre „Graue-Energie“ (die Energie, die der Hausbau bei Herstellung, Transport und Entsorgung benötigt) in kürzester Zeit wieder herzustellen. Wie können wir Ideen regenerativer oder/und alternativer Energieerzeugung in unsere Architektur einbeziehen, um der Ressourcenschonung auch baulich ihre angemessene Bedeutung zu verleihen?

Reactivating The Old

Die vorhandene Textur der Stadt - mit all ihren Bauten aus unterschiedlichen Zeiten und Bedeutungsschichten - vermittelt das Gefühl von „Identität", von „Wiedererkennung“ und „hier gehöre ich hin“. Ein stabiles bauliches/städtisches Umfeld stellt psychologisch gesehen bei vielen Menschen einen ernst zunehmenden Bedarf dar. Gleichzeitig bedeutet eine wachsende Stadt, dass sich alles stets an neue Erfordernisse anpasst. Konfuzius sagte: „Wer glücklich sein will muss sich oft ändern.“ Wie kommen wir in der Architektur mit diesem Dilemma klar?

People Places

Die sozialen Begegnungsräume in unserer Gesellschaft – früher vertreten durch Bauaufgaben wie das Ballhaus oder die Kirchen + Gemeindezentren – werden immer weniger und zunehmend durch Digitale Medien ersetzt. Die zufällige und eher unverbindliche persönliche Begegnungsmöglichkeit von Menschen aller Art schafft Spielräume für Meinungsaustausch, kann inspirieren, kann den Kontaktaufbau unterstützen, bekämpft Anonymität, hilft dem öffentlichen Raum Aufenthaltsqualität zu geben und ihm eine soziale Bedeutung zu verleihen. Wie können wir mit unserer Architektur Orte für Menschen-Begegnungen erschaffen?

 

Transformationen - die Ausstellung

Die Themen des Lehrkonzepts knüpfen ideal an den Austausch zur Stadt-Zukunft an, welcher derzeit in Hamburg stattfindet. Die Ausstellung kann dazu beitragen, bei den regen Diskussionen über Stadt und Architektur in Hamburg mehr Aufmerksamkeit für die Aktualität wenn nicht sogar Brisanz des Themas zu erzeugen und besonders auch junge und werdende Architekt_innen einzubeziehen. Sie wird ergänzt von Vorträgen und Diskussionsrunden, die am Ausstellungsort selbst stattfinden.

Wir laden ein zu einem öffentlichen Diskurs.

Alle weiteren Veranstaltungen und Führungen sind auf der Website des Architektur Sommers und in der App ersichtlich.

Termine & Adressen

Veranstaltungsort:
Freie Akademie der Künste
Klosterwall 23
20095 Hamburg

(Navigator-Adresse: Amsinckstraße 1)

Der Eingang zu den Ausstellungs- und Veranstaltungsräumen am Klosterwall 23 liegt auf der Rückseite des Markthallengebäudes, unmittelbar neben der Bahntrasse. Hier befindet sich auch der Parkplatz, den man ausschließlich von Süden her, also über die Amsinckstraße bzw. die Spaldingstraße erreicht.


Termine

Ausstellung 4. bis 14. Juli
Öffnungszeiten: täglich, 10 - 18 Uhr
 

Do., 4.Juli - 19 Uhr, Eröffnung

Di., 9. Juli - 18:30 Uhr, Forum „People Places“ mit Stoßvorträgen und offene Diskussionen

Sa., 13. Juli - 14 - 18 Uhr, Forum  „Unlocking Creativity“ (zum Austausch wie kreatives Denken in der Architekturlehre unterrichtet werden kann)

 

Ausstellungsführungen

5. bis 13. Juli, täglich um 14 Uhr. Keine Anmeldung notwendig. Gruppenanmeldungen und Sonderführungen möglich mit Vorankündigung bei Heidi Fletcher.

 

Der Entwurfsprozess - Inhalt der Arbeiten

Im 2. Semester des Architekturstudiums an der Jade Hochschule in Oldenburg entwerfen die Studierenden zum ersten Mal ein Gebäude im städtebaulichen Kontext. Die Modellstadt, in der sie ihre Grundstücke finden, ist eine Collage, deren Material typische Quartiere internationaler Großstädte sind: Amsterdam, Istanbul, Copenhagen, London, Madrid, Paris, Prag, Tokyo.
Die Quartiere dieser Stadt weisen jeweils ganz unterschiedliche Merkmale auf: es gibt geschlossene Blockränder und offene Bebauung, Kleinteiligkeit und Dichte kontrastieren Gebäude mit hohen Traufen. Großstädtische Boulevards treffen auf enge Gassen. Stadtplätze, Grünanlagen und Wasserzüge verbinden als große Adern die Teile der Stadt und geben ihr bei aller Vielfalt eine übergeordnete städtische Struktur und Orientierung. Im Grunde ist unsere Stadt ein Melting Pot, wie alle Metropolen dieser Welt.

Die Entwurfsarbeit der Studierenden beginnt mit der Recherche zu den typischen Merkmalen und  Charaktereigenschaften ihres Stadtteils und zu den Gewohnheiten der Menschen, die hier leben. Ist diese Phase abgeschlossen, beginnt die Suche nach einem sinnvollen Programm für das eigene Gebäude – jenseits der Standards.

Der Entwurfsprozess wird von einer Serie didaktisch aufeinander bezogener Übungen gesteuert – im thematischen Verbund mit plastisch-räumlichem Gestalten und dem Freien Zeichnen – und hat zum Ziel, jedem/r Studierenden zu einem Entwurf mit ganz eigenem Ausdruck zu verhelfen.

Der gesamte Jahrgang mit rund 130 Studierenden wurde in fünf Gruppen aufgeteilt, die dann nach einer morgendlichen Inputvorlesung dieselben Wochenaufgaben bearbeiteten.