Bianca Bröckerhoff und Sandra Niemann | Projekt I | Jugendherberge

Visualisierung Außenraum
  • Visualisierung Außenraum
    Visualisierung Außenraum
  • Grundriss EG Systematik und Darstellung der Freiraumplanung
    Grundriss EG Systematik und Darstellung der Freiraumplanung
  • Grundriss 3. OG
    Grundriss 3. OG
  • Grundriss 7. OG
    Grundriss 7. OG
  • Ansicht Süd-Ost
    Ansicht Süd-Ost
  • Schnitt
    Schnitt
  • Fassadenschnitt und Fassadenansicht
    Fassadenschnitt und Fassadenansicht
  • Visualisierung außen 1
    Visualisierung außen 1
  • Visualisierung außen 2
    Visualisierung außen 2
  • Perspektive Innenraum
    Perspektive Innenraum
Visualisierung AußenraumVisualisierung AußenraumGrundriss EG Systematik und Darstellung der FreiraumplanungGrundriss EG Systematik und Darstellung der FreiraumplanungGrundriss 3. OGGrundriss 3. OGGrundriss 7. OGGrundriss 7. OGAnsicht Süd-OstAnsicht Süd-OstSchnittSchnittFassadenschnitt und FassadenansichtFassadenschnitt und FassadenansichtVisualisierung außen 1Visualisierung außen 1Visualisierung außen 2Visualisierung außen 2Perspektive InnenraumPerspektive Innenraum
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Um die Hafenstadt Hamburg zu erkunden, gibt es kaum eine attraktivere Lage für Übernachtungsmöglichkeiten als die Jugendherberge Hamburg „Auf dem Stintfang“ an den Landungsbrücken. Zentral am Hafen gelegen erreicht man von der Unterkunft aus die in unmittelbarer Nähe liegenden Anziehungspunkte der Stadt, unter anderem den Kult-Stadtteil St. Pauli, die Innenstadt sowie den Michel.

Auf dem Grundstück der ehemaligen Seewarte befindet sich seit 1953 eine Jugendherberge, die durch einen modernen Bau in zeitgemäßer Architektur ersetzt werden soll. Auch soll die neu entstehende Architektur ein weiterer Blickfang Hamburgs werden.

Geplant ist ein Hochhaus mit 22 Etagen, welches nicht als reine Jugendherberge zum Übernachten dient, sondern auch als Lehr- und Lernhaus mit Seminar- und Tagungsräumen fungiert. Neben der eigenen Verwaltung ist ein Freizeitbereich vorgesehen, ebenso ein Wellnessbereich sowie ein Verpflegungsbereich.

Durch die öffentliche Zugänglichkeit des Gebäudes soll die neue Jugendherberge nicht nur für Touristen, sondern auch für die Bürger von Hamburg ein attraktiver Anziehungspunkt sein.

Das Gebäude ist unterteilt in einen großen, quaderförmigen Turm und einen kleinen Turm, die durch einen liegenden, komplett verglasten Riegel verbunden sind. In dem Hauptturm, der sich an der Hafenseite befindet, sind die Funktionen Schlafen, Wohnen, Verpflegung, Freizeit, Entspannung und Arbeiten untergebracht, während der kleine Turm Platz für das Personal, Service, Organisation und Verwaltung bietet.

Die Jugendherberge wird durch einen Haupteingang von der Wasserseite im Süd-Westen sowie zwei weitere Eingänge über den nord-westlich liegenden Parkplatz am Alfred-Wegener-Weg erschlossen. Von der Bahnstation Landungsbrücken aus wird man über eine von Betonwänden eingefasste Treppe den Berg hoch zum Eingang geführt. Somit wird das Konzept der Kuben auch im Außenraum aufgenommen und weitergeführt. Durch die verglasten Eingangsbereiche erhalten die Besucher einen direkten Einblick in das Gebäude und werden unmittelbar zu den beiden Rezeptionen geleitet, um sich anmelden und informieren zu können. Dort befindet sich jeweils eine große Treppe, über die man in das erste Obergeschoss zum Aufenthalts- und Loungebereich für die Gäste gelangt. Der lichtdurchflutete Frühstücksraum im Erdgeschoss und im ersten Obergeschoss ist zum Wasser ausgerichtet. So können die Besucher direkt am Morgen in einer Höhe von knapp 30 Metern den einmaligen Blick über den Hamburger Hafen genießen.

Die öffentlichen Bereiche des Gebäudes erstrecken sich bis zum 22. Obergeschoss und sind mit einer Pfosten-Riegel-Fassade versehen. Die privaten Bereiche sind in geschlossenen Kuben untergebracht, die sich jeweils über mehrere Geschosse erstrecken und in unterschiedlichsten Größen verschieden weit aus der Fassade des Turms hervorspringen. Die Kuben sind mit dunklen, anthrazitgrauen und goldenen Fassadenplatten bekleidet, welche eine glänzende Oberfläche haben. Dadurch bewirkt die Sonneneinstrahlung ein besonderes Aussehen der Fassade und lässt das Gebäude schon von Weitem erstrahlen.

Im Grundriss der einzelnen Geschosse lässt sich die Form der Kuben wiedererkennen. Durch die Vor- und Rücksprünge werden nutzbare Außenbereiche geschaffen, ebenso gibt es Verschattungen in einigen Bereichen. Während die Zimmer in Richtung Süden und Westen ausgerichtet sind, befinden sich die Büroräume, Wäschelager und Sanitäranlagen, die zu jeder Etage dazugehören, hauptsächlich im Norden und Osten. Die Büroräume können durch Trennwände größer und kleiner gemacht werden und sind somit flexibel nutzbar. Ausreichend Sonnenlicht und natürliches Tageslicht erhalten die Räume über bodentiefe Fenster, die ab einer Höhe von 1,10 Meter einen Öffnungsflügel haben. Somit haben die Reisenden die Möglichkeit, ihre Zimmer und die Büroräume natürlich zu lüften.

Vom zweiten Obergeschoss bis zum 19. Obergeschoss sind 18 Einzelzimmer, 30 Doppelzimmer mit Einzelbetten, 20 Viererzimmer und zehn Achterzimmer mit Stockbetten untergebracht. Alle Zimmer sind mit einem Duschbad ausgestattet. Die Viererzimmer verfügen über getrennte und WC- und Duschbäder, während die Duschbäder in den Achterzimmern doppelt ausgeführt sind, um den Ansprüchen der Besucher gerecht zu werden. Unter den Einzelzimmern sind vier barrierefreie Zimmer, die durch eine Tür mit dem Zimmer der Assistenzbegleitung verbunden sind, um kurze Wege für eine schnelle Hilfeleistung gewährleisten zu können. Auf allen Etagen gibt es auf den Fluren kleine Loungebereiche, die Richtung Süden ausgerichtet sind. So können die Besucher dort verweilen und währenddessen den einzigartigen Blick über die Norderelbe genießen.

Im 20. und 21. Obergeschoss des großen Turms sind öffentliche und halböffentliche Bereiche untergebracht. In einer Höhe von über 90 Metern können die Besucher ihre Freizeit beim Billard, Tischtennis oder Wii spielen verbringen, während der große Tagungsraum für große Seminargruppen zur Verfügung steht. Abends können sie im Wellnessbereich in der Sauna entspannen und den Abend anschließend in der hochwertigen Skybar im obersten Geschoss ausklingen lassen.

Beide Türme sind komplett unterkellert. Im Kellergeschoss befinden sich große Lagerflächen sowie Technik- und Kühlräume.

Der kleine Turm hat insgesamt fünf Geschosse. Im Erdgeschoss, unmittelbar neben dem Empfangstresen, ist ein Kofferraum platziert, in dem Gepäck nach dem Einchecken und vor der Abreise gelagert werden kann. Außerdem gibt es einen separaten Eingang für das Personal sowie für Anlieferungszwecke.

Beim Fahrradverleih, der sich neben der Rezeption am hinteren Haupteingang befindet, können die Besucher Fahrräder direkt auf der umliegenden Pflasterfläche ausprobieren und für Tagestouren ausleihen. Im ersten Obergeschoss befinden sich ein Trocknungsraum für nasse Kleidung und Schuhe sowie die Umkleiden für das Personal, während im darüberliegenden Geschoss die Wäscherei untergebracht ist. Im dritten Obergeschoss des kleinen Turms ist der Aufenthaltsbereich und die daran angrenzende Teeküche mit Zugang zum Balkon. Die Herbergseltern haben ihre Wohnung im obersten Geschoss des Turms und haben somit genügend Rückzugsmöglichkeiten und werden nicht direkt vom Besucherverkehr beeinflusst.

Das Tragwerk des Gebäudes besteht aus den massiven, brandgeschützten Treppenhauskernen und dem zentralen Erschließungskern, die in Sichtbeton ausgeführt werden. Durch den Stahlbeton-Skelettbau mit Stützen, die in einem Raster stehen, ist der Grundriss flexibel und offen gestaltet, es können viele Blickbezüge zum Außenraum aufgenommen werden. Während der Turm an sich mit einer gerasterten Pfosten-Riegel-Fassade aus Stahl, abgehängten Akustikdecken sowie Linoleum als Bodenbelag ausgestattet ist, sind die Kuben mit zwei verschieden farbigen Faserzementplatten in einem gleichmäßigen stehenden Format versehen. Im Innenbereich sind die Wände der Kuben verputzt und hell gestrichen, die Zimmer sind mit Linoleum verlegt, die Sanitärräume mit Fliesen.

Durch das Ensemble der zwei Türme aus verschieden großen Kuben wird ein aufgelockertes, spannendes Gebäude geschaffen – im Innenraum wie in der Außenansicht. Durch die Vor- und Rücksprünge sind die Balkone von den Fluren und Aufenthaltsräumen zu erreichen, die mit einer Glasbrüstung versehen sind, um die glatte, ebene Fassadenoberfläche der Kuben nicht zu sehr zu beeinflussen. Aus demselben Grund wurden die Fenster bündig mit der Fassade gesetzt – im gleichen Farbton wie die Pfosten-Riegel-Fassade und die anthrazitfarbenen Faserzementplatten.