Arbeitsbelastungen & Ressourcen in der stationären Behindertenhilfe (HEP BGF)

Begin/End: 2012-11-01 - 2014-12-31   Status: finished
Fördersumme (IA): 95.290 Euro Unit: Health and Technology
Subject-matter: Health
Empirische Ergebnisse zu den Belastungen und Beanspruchungen von Beschäftigten in der stationären Pflege wurden bisher fast überwiegend auf dem Gebiet der Gesundheits- und Krankenpflege wie auch in der letzten Zeit zunehmend häufiger in der Altenpflege gewonnen. Die daraus abgeleiteten Konzepte für berufsgruppenspezifische Ansätze Be-trieblicher Gesundheitsförderung beziehen sich in der Regel sehr eng auf diese Berufs-gruppen in den jeweiligen betrieblichen Settings (Krankenhäuser oder Pflegeheime) und lassen eine Übertragung der Ergebnisse auf andere Einrichtungen, wie der stationären Behindertenhilfe, nicht zu.
Bisher existieren keine belastbaren Daten zu den Arbeitsbelastungen und Ressourcen der Beschäftigten, Heilerziehungspflegerinnen und –pflegern (HEP) in der stationären Behin-dertenhilfe. In Deutschland werden traditionell stationäre Behinderteneinrichtungen immer noch zu einem großen Anteil in kirchlicher Trägerschaft betrieben, so dass christliche Ein-richtungen hier quantitativ (hinsichtlich der Anzahl der Beschäftigungsträger) als auch qualitativ (hinsichtlich der Sicherung der christliche Werte in der Arbeit mit den behinder-ten Menschen) einen besonderen Stellenwert für die Beschäftigten insgesamt haben.
Auch die Träger der stationären Behindertenhilfe können sich den Trends der Alterung der Beschäftigten als auch einem generellen Wandel in der Arbeitswelt (u.a. Verdichtung der Tätigkeiten, Zunahme Arbeitsdruck und Stress) nicht entziehen. Das Gegenteil muss sogar eher vermutet werden: Durch die zunehmende Alterung der behinderten Menschen in den Einrichtungen und die Zunahme von Menschen z.B. mit herausforderndem Verhal-ten, scheinen auch die Anforderungen an die Berufsgruppe der HEP zusätzlich zu stei-gen.

Ziel der Studie ist es, mit Hilfe eines zweistufigen Designs, das qualitative und quantitative Methoden verbindet (Triangulation), die Forschungslücke für den Bereich der stationären Behinderteneinrichtungen zu schließen. Exemplarisch sollen die Belastungen und Res-sourcen aller Beschäftigten in der Heilerziehungspflege eines kirchlichen Trägers in Nie-dersachsen (Caritas) erhoben werden. Die so gewonnen Daten können wichtige Anhalts-punkte für eine berufs- und branchenspezifische Gesundheitsförderung liefern. Die Ablei-tung von Handlungsempfehlungen im dritten Projektschritt leistet einen bedeutsamen und nachhaltigen Beitrag für die Arbeits- und Beschäftigungsfähigkeit der dort beschäftigten Heilerziehungspflegerinnen und –pfleger in Niedersachsen. Mit der Entwicklung eines berufs- und branchenspezifischen Methodeninventars soll die Chance ergriffen werden, das entwickelte Tool zu veröffentlichten. So können andere Forschergruppen von den Vorarbeiten des Projektes profitieren und es wird eine weitere Analyse des Gegenstandes befördert.








Zurück