Herr Kirchhoff, wir vom Online-Team gratulieren Ihnen sehr herzlich zum erfolgreichen Studienabschluss! Wie haben Sie das Online-Studium neben der Berufstätigkeit bewältigt?

Vielen Dank!
Aufgrund meiner vorherigen Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel und meiner späteren Tätigkeit als Produktmanager waren einige Studieninhalte, speziell die wirtschaftswissenschaftlichen Module, zumindest in Grundzügen bekannt.
Das hat dazu geführt, dass der Lernaufwand hier geringer ausfiel. 
Zur Bewältigung des übrigen Lernstoffes habe ich häufig am Wochenende oder nach Feierabend gelernt.
Da ich beruflich oft für längere Zeit auf Geschäftsreisen in Fernost unterwegs war, habe ich dort über Notebook/ Tablet etc. gelernt- speziell in Phasen, in denen ich eh nichts anderes machen konnte (Abends im Hotel, am Flughafen, im Flugzeug).Nicht zuletzt habe ich mit einigen Kommilitonen zusammengearbeitet um die Modulinhalte zu bewältigen.
Besonders eng habe ich mit drei anderen Mitstudierenden –also in einer Vierer- Gruppe- zusammengearbeitet.  Vorteilhaft war dabei, dass zwei Personen technisch vorbelastet waren und die zwei anderen wirtschaftlich/kaufmännisch, sodass jeder von den Kenntnissen der anderen profitiert hat.
Bei der Vorbereitung auf die Klausurenphasen und der Erstellung von Prüfungsvorleistungen, Kursarbeiten etc. hat sich diese „eingeschworene Gruppe“ als sehr nützlich erwiesen. Bei den Präsenzphasen haben die anderen oft wichtige Sachen notiert, falls man selbst verhindert war.

Gab es Phasen, in denen Ihnen die Belastung zu groß wurde? Wie haben Sie Ihre Motivation wiedergefunden? 

Ja, es gab Phasen in denen der Arbeitsaufwand und die damit verbundene Belastung recht groß wurde. Speziell ab dem dritten Semester, als Haus- und Projektarbeiten als Prüfungsarten und Prüfungsvorleistungen erbracht werden mussten. Anzahl und Umfang der Prüfungsvorleistungen pro Modul haben „gefühlt“ zugenommen, wodurch ich zeitlich ganz schön unter Druck geriet. 
Aufgrund meiner Reisetätigkeit musste ich oft vorarbeiten, da in Asien nicht immer alle technischen Gegebenheiten für das Online-Studium vorhanden waren (kein Scanner, schlechte/ keine Internetverbindung, etc.) und Abgabefristen eingehalten werden mussten. 
Als ich in Ingenieurmathematik in den Zweitversuch musste, wurde das Semester ganz schön umfangreich. Auch hier muss ich noch einmal lobend meine Mitstreiter erwähnen, die mich auch dann motiviert haben, als ich kurz davor war, ein Modul im Semester „hinzuschmeißen“ oder kurz vor der Klausur eine Abmeldung erwägte. Nach dem dritten und vierten Semester wurde es etwas besser, als man den „Berggipfel“ überwunden hatte und das Ziel greifbarer erschien.
Ich denke, dass man zum Ende des Studiums mehr Routine bei Hausarbeiten und Klausuren hat und die Dinge strukturierter und effektiver angeht. Das hat in den letzten Semestern geholfen, das Studium zeitig zum Abschluss zu bringen. Letztlich haben aber auch Familie und der Partner in stressigen Phasen über das gesamte Online-Studium unterstützt und motiviert.

Welchen Tipp möchten Sie unseren Online-Studierenden mit auf den Weg geben? Gibt es ein Erfolgsrezept?

In jedem Fall sollte man frühzeitig Kontakte mit anderen Online-Studierenden aus der Umgebung knüpfen, um gemeinsam den Weg zu gehen. Die Teilnahme an der Einführungsveranstaltung und zu den ersten Präsenzveranstaltungen sollte für jeden „Onliner“ Pflicht sein, da es im späteren Verlauf immer schwieriger wird, dauerhafte Kontakte zu knüpfen.Auch als Einzelkämpfer kann man sicherlich das Studium erfolgreich absolvieren- ob das allerdings Spaß macht und so effektiv ist wie das gemeinsame Lernen, bezweifle ich stark. Das wird von Lehrenden und vom Online-Team oft gepredigt und angeregt, aber genauso häufig von den Studenten nicht ernstgenommen.
Ein weiterer Tipp ist, dass man versuchen sollte, sich an den regulären Studienablauf zu halten und nicht beginnt, Module aus höheren Semestern kreuz und quer zu buchen. 
Rein inhaltlich verschafft man sich hierdurch keine Vorteile. Außerdem verursacht es die Situation, dass man zu Beginn des Studiums mit Leuten aus höheren Semestern zusammensitzt, die man nicht kennt- und zum Ende mit Leuten aus unteren Semestern, die man ebenfalls nicht kennt. Speziell wenn man Partner für Gruppenarbeiten benötigt, kann man hier schnell auf die Nase fallen oder steht alleine da.Die Modulplanung und den Umfang pro Semester muss jeder selbst entscheiden, jedoch kann ich persönlich nur sagen, dass das Ziel des Studienabschlusses in immer weitere Ferne rückt, wenn man nur sehr wenige Module belegt oder man während des Semesters die Module nicht durchzieht. Im Einzelfall kann das natürlich vorkommen (ist mir auch ein- bis zweimal mal passiert), jedoch sollte man aufpassen, dass so etwas nicht einreißt und man nachher acht Jahre oder mehr an seinem Studium sitzt.

Wichtiger Tipp zum Schluss: 
Unangenehme Module nicht aufschieben! Im Online-Studiengang Wirtschaftsingenieurwesen sind Module wie Ingenieurmathematik I+ II, Statistik, Elektrotechnik, etc. sicher nicht die leichtesten, aber sie werden auch nicht leichter, wenn man sie bis zum fünften oder sechsten Semester aufschiebt. Im Gegenteil: es wäre viel ärgerlicher, wenn man nach drei oder mehr Jahren eines dieser Fächer endgültig nicht besteht und man mehr oder weniger umsonst studiert hat.