03.07.2018

Projektbericht "Aufbau einer OAE-Messtation" – günstige Alternative zu den herkömmlichen Geräten?


Die Messung von otoakustischen Emissionen ist im klinischen Umfeld eine gängige Methode, um die äußeren Haarzellen einer Funktionsprüfung zu unterziehen und so eine Hörstörung frühzeitig erkennen zu können. Ob mit Hilfe eines MEMS-Mikrofons eine günstige Alternative zu den herkömmlichen erhältlichen OAE-Messstationen (5000€ aufwärts) geschaffen werden kann – dieser Frage gingen die Studierenden der Gruppe "Aufbau einer OAE-Messstation" im Sommersemester 2018 nach. Im Mittelpunkt stand dabei der Einsatz eines sog. MEMS-Mikrofons (ca. 3€), dessen sehr kleine Abmessungen es für den Einsatz im Ohr prädestinieren. Das MEMS wurde also, eingebettet in eine per 3D-Druck erstellte Sonde, via Batterien mit Spannung versorgt und mit XLR-Steckern an eine Soundkarte angeschlossen und diese mit dem PC verbunden. Der Stimulus wurde über einen handelsüblichen geschlossenen Kopfhörer in das Ohr gegeben. Generierung der Stimuli sowie Aufnahme und Auswertung dieser wurden dann über eine von den Studierenden für MATLAB geschriebene Software vorgenommen, die es möglich machte, DPOAE sowie TEOAE Messungen durchzuführen und im Spektrum die Antwort der äußere Haarzellen nachzuverfolgen. Die Messung ist außerdem in Mono und Stereo vornehmbar und eine GUI erlaubt die benutzerfreundliche Ansteuerung des Systems. Die größte Befürchtung, ein MEMS Mikrofon eigne sich aufgrund des Eigenrauschens nicht zur Aufnahme der sehr leisen Emissionen, bestätigte sich zum Glück nicht. Die für das System angeschaffte Hardware beläuft sich preislich auf etwa 30€ und ist somit deutlich günstiger und kompakter als die handelsüblichen Geräte zur OAE-Messung.