Studieninhalte

In den ersten drei Semestern erlernen Sie vor allem technische und mathematische Grundlagen. Gemeinsam mit medizinischen Veranstaltungen und Grundlagen der Informatik bilden diese die Basis für die fachspezifische Ausbildung in den höheren Semestern.

In den Semestern Semestern 3 bis 5 erfahren Sie eine zunehmend fachspezifische Ausbildung mit den Schwerpunkten Akustik, Audiologie, Hörtechnik, Psychoakustik und Signalverarbeitung. Darüber hinaus haben sie ab dem vierten Semester die Möglichkeit, Studieninhalte über Basis- und Vertiefungs-Wahlpflichtmodule für eine individuelle Schwerpunktsetzung zu nutzen. So können unter anderem eher medizinische oder programmiertechnische Spezialveranstaltung hinzugenommen werden.

Eine Konstante während des Studiums bilden die Praktikumsmodule, in denen Sie mit wachsender stofflicher Tiefe die Inhalte der Vorlesungen zur interdisziplinären Verknüpfung und praktischen Anwendung bringen sollen. Beispiele aus den letzten Jahren finden Sie hier

Das siebte Semester ist einer Praxisphase mit anschließender Bachelorarbeit vorbehalten. Die Praxisphase absolvieren Sie in einem Unternehmen oder einer wissenschaftlichen Einrichtung. Hier bringen Sie das im Studium erlernte Wissen und Ihre Fähigkeiten berufspraktisch zur Anwendung. Häufige Praxisstellen finden sich z.B. im Automobilbereich (z. B. Mercedes Benz, Bosch), in der Audiologie (z.B. Sivantos, Phonak), in der Elektroakustik (Sennheiser) oder im Wissenschaftsbereich (z. B. Fraunhofer Gesellschaft, Physikalisch-Technische Bundesanstalt). Die Bachelorarbeit schließt direkt an die Praxisphase an. Hier bearbeiten Sie in der Regel das Projekt aus der Praxisphase weiter und ordnen es theoretisch und fachlich ein.

Nach erfolgreicher Bachelorarbeit schließen Sie das Studium mit dem Bachelor of Engineering ab.

Studienplan

Das Curriculum des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie setzt sich aus Modulen der folgenden Arten zusammen:

  • Pflichtmodule müssen ohne Wahlmöglichkeit von allen Studierenden belegt werden und bilden den Grundstock des Studiums.

  • Praktika sind ebenfalls verpflichtend und wesentlicher Bestandteil des Studiums. Hier sammeln Sie praktische Erfahrungen in typischen Tätigkeiten ihres zukünftigen Berufsfelds.

  • Wahlpflichtmodul des Kernbereichs eröffnen Ihnen erste Wahlmöglichkeiten zur Spezialisierung. Das Angebot ist vielfältig angelegt und reicht von technisch fokussierten Themen ("Hard-Skills") bis zur Stärkung beruflich-sozialer Kompetenzen ("Soft-Skills").

  • Wahlpflichtmodul des Bereichs der freien Wahl erlauben es, auch andere Fachrichtungen und damit besondere persönliche Interessen ins Studium mit einzubringen. Das Angebot ist groß und umfasst auch viele Module des Schwesternstudiengangs Assistive Technologien.

Die verfügbaren Module finden Sie im Modulhandbuch des Studiengangs Hörtechnik und Audiologie . Im folgenden Studienverlaufsplan sind die entsprechenden Seiten des Modulhandbuchs zum jeweiligen Modul verlinkt.

Exkursionen

Ab dem dritten Semester bieten wir für unsere Studierenden außerdem Exkursionen an. Hier besuchen Sie gemeinsam mit Ihren Dozent_innen wechselnde Städten und dort ansässige (medizin)-technische Firmen und Forschungsinstitutionen und andere besondere Orte mit Studienbezug. Hier können Sie erste Eindrücke aus dem zukünftigen Berufsleben sammeln und Präferenzen für Ihre Praxisphase ausloten. Vergangene Ziele waren Städte wie z.B. Wien, Berlin, Amsterdam und Kopenhagen.

Studentische Berichte vergangener Exkursionen

Studiengang Hørtechnik und Audiologie auf Exkursion in København

Vom 6. bis zum 10. Mai 2019 fuhren die Studis des 4. und 6. Semesters im Studiengang Hörtechnik und Audiologie auf Exkursion nach Kopenhagen. Die Stadt hat im Bereich Hören und Akustik einige interessante Highlights auf internationalem Niveau zu bieten. In der Vergangenheit haben schon viele Studis und Absolventen von H+A eine oder mehrere Stationen ihrer beruflichen Karriere in Kopenhagen durchlaufen, angefangen zum Beispiel mit der eigenen Bachelorarbeit an der Technischen Uni Dänemarks (DTU) in Lygnby oder in einer der vielen Firmen: In Kopenhagen haben drei der sechs weltweit bedeutenden Hörgerätefirmen ihr Hauptquartier und hier sind auch noch zwei der weltweit bedeutendsten Hersteller für Mikrofone und akustische Messtechnik zu finden.

Das erste Ziel auf dem Besuchsprogramm war die Forschungsgruppe "Hearing Systems" an der DTU. Hier gaben mehrere Vorträge einen Überblick über die diversen Forschungsgebiete innerhalb der Gruppe, abgerundet mit der Information, dass die H+A Bachelorabsolventen dort Ihr Masterstudium machen können. Anschließend gab es eine Führung durch einige der Labore mit Vorführungen und Stationen zum Selbst-Ausprobieren.

Weiter ging es mit dem Besuch bei der Firma G.R.A.S., die Mikrofone und akustische Kuppler herstellt. Hier gab es neben Vorträgen auch eine Besichtigung der Fertigung und diverser Messlabore im eigenen Hause. Auch beim wenige Kilometer davon entfernt gelegenen Hersteller Brüel&Kjær ging es um Mikrofone, Kuppler, sowie um Beschleunigungsaufnehmer und Signalanalyse. Auch hier konnten wir bei der Qualitätskontrolle und der Herstellung der Mikrofone zuschauen, jedenfalls bei dem Teil, der nicht im Reinraum passieren muss.

Auf dem Programm standen auch zwei der drei Hörgerätehersteller. Bei Oticon und bei Widex gab es unter anderem Informationen zum Arbeitsalltag als Entwicklungsingenieur in beiden Firmen. In beiden Firmen konnten wir Laborräume, Hörkabinen, reflexionsarme Räume etc. besichtigen. Zusätzlich wurde die Bedeutung der Qualitätskontrolle der Hörgeräte unter wirklich harten (Umwelt-)Bedigungen veranschaulicht und ein Blick in die Fertigung ermöglicht.

Ein weiterer Punkt war eine Führung im Konzertsaal des Dänischen Rundfunks. Dieser Neubau aus dem Jahre 2009 gewann mehrere Preise für seine Architektur und Akustik. Die eine Hälfte unserer Gruppe bekam eine Führung, die perfekt auf das besonderes Interesse an der Akustik und der Technik zugeschnitten war, so dass keine Fragen unbeantwort und kaum ein Raum hinter der Kulissen unbesichtigt blieb. Gleichzeitig bekam die andere Hälfte der Gruppe eine Führung durch Christiana. Hier ging es um nachaltiges resourcenschonendes Bauen und ökologische Energieerzeugung, beides Themen, die sich diese spezielle Community auf die Fahnen geschrieben hat und konkret umsetzt.

Vor der Rückfahrt ging es am letzten Tag zum "Senselab", einem Labor für Akustik und Psychoakustik innerhalb des Forschungsinstituts DELTA/FORCE. Hier wurden in Vorträgen und in Live-Demos Methoden zur Vermessung der subjektiven Beurteilung des Klangs von Produkten, z.B. von Hörgeräten, vorgeführt.

Exkursion nach Kopenhagen

Auch dieses Semester konnten die Studierenden aus dem 4. und 6. Semesters des Studiengangs Assistive Technologien wieder viele Eindrücke bei verschiedenen Firmen und Instituten sammeln, die einen Eindruck in mögliche zukünftige Arbeitsfelder boten. 

Nach beschwerdefreier Anreise mit dem Bus, quartierten die Studierenden sich im Generator-Hostel ein, welches sich als sehr gute Unterkunft erwies. Nachdem der erste Tag der Anreise zum Opfer fiel, startete am zweiten Tag das Programm für die Studierenden. Der erste Programmpunkt stellte die Technische Universität von Kopenhagen (DTU) dar, in die Studierenden einen Überblick über die Räumlichkeiten der DTU gewinnen konnten, sowie einen spannenden Vortrag über Brain-Computer-Interfaces dargeboten bekamen. Am Nachmittag ging es dann zum „Barrierefreisten“ Gebäude von Dänemark, in dem die Studierenden einen Vortrag über Barrierefreiheit zu hören bekamen, sowie eine Führung durch das moderne Gebäude.

Am Mittwoch stand die Firma VihTek auf dem Programm. Die Firma stellte sich bei den Studierenden vor und zeigte den Studierenden auf, was bei medizintechnischen Geräten im Vorfeld alles beachtet werden muss und wie anspruchsvoll es ist ein solches Gerät wirklich auf den Markt zu bekommen.

Am Donnerstag, dem vorletzten Tag der Exkursion, lag der Schwerpunkt auf dem Thema Robotik. Hierzu besuchten die Studierenden die IT-Universität von Kopenhagen. Diese beeindruckte durch ein sehr modernes Haus, eine tolle Mensa und zwei sehr spannende Vorträge über Machine Learning sowie das Problem mit Robotern und Emotionen. Am Abend wurde die Exkursion mit einem geselligen Abend in einer gemütlichen Studentenkneipe, bei ein paar Runden Kicker und dem ein oder anderen Bier abgerundet. 

Am Freitag besuchten die Studierenden das Center of Healthy Aging, welches Teil der Universität von Kopenhagen ist. Hier wurden ihnen zwei Forschungsprojekte vorgestellt, sowie eine Führung durch das sehr moderne Gebäude gegeben. Nach einer kurzen Stärkung in der universitätseigenen Mensa traten die Studierenden dann, am Freitagmittag, die Rückreise ins heimische Oldenburg an. 

Exkursion nach Amsterdam – Zwischen Frikandel und Hörgerät

?Die Exkursion der Studierenden von Hörtechnik und Audiologie führte im Sommersemester 2017 nach Amsterdam. Von den dortigen Eindrücken berichtet Student Sebastian Pietsch.

Nach der frühen Anreise per Bus stand uns der restliche Montag zur freizeitlichen Gestaltung offen. Jedoch zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen. Widmen wir uns also erst dem offiziellen Programm unserer Exkursion nach Amsterdam.

Aufgeteilt in zwei Gruppen, besuchte der eine Teil von uns die zwei Tonstudios Wisseloord und Polyhymnia. Dort erhielten wir zum einen Einblicke in die zeitgenössische Produktion von populärer Musik und zum anderen in die Nachbearbeitung von Life-Aufnahmen großer Orchester, sowie ein Bild des historischen Werdegangs von High-Resolution Audioformaten, insbesondere der späten 90er Jahre. Die Erkenntnis, dass erstklassige Lautsprechersysteme ihren Preis sehr wohl wert sind, gab es gratis dazu.

Für Interessierte, die nicht bereits auf dem Weg zum Studiobesuch waren, wurde zunächst ein Besuch in der Ausstellung "Body Worlds" angeboten. Die Ausstellung umfasst diverse Exponate, die direkt aus dem menschlichen Körper entnommen und präpariert wurden. Einzelne Organe und Gewebeschichten, Körperteile, wie aber auch komplette menschliche Körper in unterschiedlichen Entwicklungsstadien konnten dort zum Anfassen nah betrachtet werden. Zusätzlich bestand die Möglichkeit, über einen Audio-Guide weitere Informationen zur Anatomie zu erhalten.

Nach einer kurzen Mittagspause wurden wir dann in der audiologischen Abteilung des VU University Medical Center freundlich empfangen. Nach einer Begrüßung und einer Führung durch die Abteilung stellten die dortigen Mitarbeitenden und Forschenden in kurzen Präsentationen die derzeit laufenden Forschungsprojekte vor, zusätzlich konnten anschließend bei Posterpräsentationen weitere Fragen gestellt und sich über vergangene Projekte informiert werden. Besonders im Gedächtnis blieb der Ausbildungsverlauf eines Audiologen in den Niederlanden, der anders als in Deutschland z.B. immer einen Master in Physik voraussetzt. Frau Holube schloss den Nachmittag mit einer Präsentation über die an der Jade Hochschule laufenden Projekte ab.

Geschlossen begaben wir uns Mittwoch mit dem Bus zur technischen Universität nach Eindhoven. Mit Sandalen, extravagant gemustertem Hemd und viel Sachkompetenz leitete uns Prof. Kohlrausch durch die Abteilung für Bauakustik und fütterte unsere Köpfe mit allerhand Wissenswertem über das Leitbild der TU. Die ausgelassene Atmosphäre sowie die Aussicht, dass auch unsere Mägen gefüllt werden würden, sorgte für eine gesonnene Teilnahme an den Experimenten, bei denen einige von uns Studenten bei der Vermessung von Teppichproben für Trittschalldämmungen eine modellreife Darbietung bewiesen.

Nachdem wir uns an einer breiten Variété belegter Brötchen gestärkt hatten, brachte uns Prof. Kohlrausch seinen Lehrstuhl für auditorische und multisensorische Wahrnehmung nahe. So verließen wir Eindhoven erschöpft von der Hitze aber voll von den vielen Eindrücken des Tages und begaben uns zurück in unser Hotel.

Donnerstag war der Tag der kulturellen Impressionen, die weiter auseinander nicht hätten sein können. Ein Teil der Exkursionsteilnehmer erlebte den Kontrast zwischen postmoderner Baukunst, die Ästhetik und Funktionalität zu verbinden weiß, und dem klassisch zeitlosem, zu weilen pompösen und detailverliebten Stil des späten 19. Jahrhunderts. Die Rede ist von den zwei großen Musikhäusern Amsterdams, dem Muziek- und dem Concertgebouw. Ersteres erinnert durch seinen Standort direkt am Wasser und einen hängend gestalteten Zugang eher an Landungsbrücken, wohingegen der Concertgebouw die Besucher in eine fast schon romantische Welt entgleiten lässt. Musikalisch sind beide Gebäude über jeden Zweifel erhaben, bedienen aber verschiedene Ansprüche. Das Concertgebouw lässt sich zu den vier besten Konzertsälen der Welt zählen und bietet eine beliebte Bühne für klassische Musik. Das Muziekgebouw bietet dagegen neben einem klassischen Saal auch eine Jazzgalerie mit sensationellem Ausblick über die Dächer Amsterdams. Wir lauschten dort den Tönen eines Blech-Ensembles Amsterdamer Musikstudenten.

Der andere Teil der Exkursionsgruppe besuchte die Firma Sonion, die unter anderem Wandler für Mikrofone und Lautsprecher herstellt, welche in sehr vielen Hörgeräten oder In-Ear-Monitoring-Hörern zu finden sind. Zunächst wurde uns die Firma vorgestellt. Nicht nur die Geschichte der Firma sondern auch die derzeitige Aufstellung und Struktur wurde ausführlich behandelt. Die Führung durch die Firma gewährte zahlreiche Einblicke in die Arbeit, die in solch einer Firma geleistet wird, von der Entwicklung und den Tests bis hin zum Bau der Prototypen, die dann zur Produktion in andere Länder gesendet werden. Anschließend folgte ein interaktiver Part, bei dem wir uns selbst darüber Gedanken machen sollten, was wir von einem potenziellen Arbeitgeber erwarten und was als Arbeitnehmer an Kompetenzen mitgebracht werden sollte. Außerdem wurden wir über den Verlauf der Eingliederung neuer Mitarbeiter sowie Möglichkeiten für Praktika, Bachelor-Arbeiten, etc. informiert. Mit dem sehr technischen Schwerpunkt ist die Firma Sonion auch für Technik affine angehende Audiologen ein potenzieller Arbeitgeber, jedoch sind in der Firma auch viele Physiker, Elektrotechniker und Informatiker zu Hause. Herr Blau informierte seinerseits interessierte Mitarbeiter über die laufenden Forschungsprojekte an der Jade Hochschule.

Die Abendstunden wurden von uns ausgiebig genutzt, um die Stadt, mit all ihren Grachten, Fahrrädern und prächtigen Bauten zu erkunden. Mit Bus oder Straßenbahn ging es vom Hotel in kurzer Zeit ins Zentrum Amsterdams, von dort aus konnte man sich unter die zahlreichen Fußgänger und zahlreicheren Fahrradfahrer mischen. Vor allem letztere verfügten offenbar über absolute Vorfahrtsansprüche, die unsere Ausweichfähigkeit auf harte Proben stellten. Ineinander übergehende sich verästelnde Gassen ziehen sich wie ein Geflecht aus Nerven neben Grachten und über sie hinweg durch Häuserschluchten, um sich schließlich in Parks oder Plätzen zu bündeln. Diese Stadt pulsiert. Das Überschreiten von Brücken wirkte, als würde sie erneut betreten, von Weitem betrachtet eine Wiederholung des bereits passierten, doch im Detail auf eine ganz eigene Weise charmant und neu.