Vortragsreihe "90 Minuten"

Viermal im Semester, jeweils am Dienstag um 18 Uhr, berichten geladene Gäste für 90 Minuten über ihre Projekte, über die eigene architektonische Haltung oder über aktuelle baukulturelle Themen. Alle Architekturinteressierten sind herzlich eingeladen!

90 Minuten Vortrag

Wintersemester 2018 / 2019

16. Oktober 2018
Martin Albers + Priska Ammann (StadtWerke Zürich): "Wie wird aus umzäunter Kaserne offene Stadt?"

Seit der Bundeswehrstrukturreform 2010 und der Schliessung vieler ausländischer Militärbasen in Deutschland öffnen sich in ganz Deutschland ehemalige Militärstandorte der zivilen städtebaulichen Nutzung. Bis 2020 sollen insgesamt 37.000 Hektar militärischer Liegenschaften frei werden.

Wie geht man diesen Gebieten um? Wie wird aus umzäunter Kaserne offene Stadt? Welche Möglichkeiten der Vernetzung gibt es? Was übernehmen aus dem Bestand? Was tun mit der Geschichte der Bauten – insbesondere denen der Jahre 1933-1945?

Ammann Albers StadtWerke haben sich im Verlauf der letzten zehn Jahre mehrfach mit diesen Fragen beschäftigt und erfolgreich an unterschiedlichen Wettbewerben und Direktaufträgen gearbeitet.

KURZVITA// Martin Albers stammt aus Norddeutschland und wuchs in München auf. Er studierte Architektur und Städtebau an der TU München und an der ETH Zürich. Nach seinem Diplom arbeitete er zunächst als wissenschaftlicher Mitarbeiter an der ETH und als Entwurfsarchitekt in verschiedenen Architekturbüros in Zürich. Seit 1997 ist er selbständiger Architekt und Stadtplaner. 2003 gründete er mit Priska Ammann das Büro Ammann Albers StadtWerke in Zürich.

Priska Ammann stammt aus der Innerschweiz und wuchs in Laufen bei Basel auf. Sie studierte Architektur und Städtebau an der ETH Zürich. Nach ihrem Diplom arbeitete sie zunächst im Hochbaudepartment der Stadt Zürich und als Entwurfsarchitektin in verschiedenen Architekturbüros in Zürich. Seit 1997 ist sie selbständige Architektin. 2003 gründete sie in Gemeinschaft mit Martins Albers, Ammann Albers StadtWerke in Zürich.

30. Oktober 2018
Peter Wilson (BOLLES+WILSON, Münster): "Was mache ich nur ohne Architektur?"

Bin ich in der Stadt, in der Landschaft, ganz woanders, vielleicht sogar im Ausland oder in kulturelle Anliegen eingebunden?

Ich könnte Nymphen jagen, aber laut Ovids Metamorphosen sind sie vor Flussgöttern auf der Flucht und verwandeln sich in Steine, Bäume – ein (architektonisches) Event in der Landschaft. Bin ich jetzt mit dem Bauen von ‚Counterfactual histories’ beschäftigt? War Ovid?

Aber vor allem bin ich mit der Architektur beschäftigt – BOLLES+WILSON ist ein deutsches Büro, aber mir wurde die Goldmedaille vom RAIA (Royal Australian Institut of Architects) verliehen – ist unsere Arbeit 100 % deutsch und wenn ja, was ist das eigentlich? Mein Heimatland Australien ist ein ‚A’-Land, ebenso wie Amerika oder Albanien. Was wird über die Architektur von BOLLES+WILSON in Albanien gedacht?

Peter Wilson wird in seinem Vortrag versuchen, einige dieser Fragen zu beantworten.

KURZVITA// Peter Wilson (geboren in Australien) stu­dierte 1969-71 an der Universität Melbourne und erhielt 1974 den Diplompreis an der AA London. Es folgten zahlreiche Gastprofessu­ren u.a. an der Kunsthochschule in Berlin, Architekturakademie Mendrisio (Schweiz) und der Edinburgh School of Architecture. 1989 wurde der Bürositz vom Architekturbüro BOLLES+WILSON von London nach Münster verlegt.

13. November 2018
Carolin Kimmer + Björn Groß (GSP, Bremen): "Empathische Architektur und Ihre Perspektiven"
Fachklinik für Psychosomatische Medizin, Westerstede
Fotograf: Thomas Kleiner, Bremen
Copyright: GSP

Im September 2017 eröffnete die Karl-Jaspers-Klinik den Neubau der Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Westerstede. Das Gebäude erstreckt sich auf dem Gelände der Ammerland-Klinik und wird in Kooperation mit der Bundeswehr betrieben. Die geschwungene Formsprache der Kubatur und die mannigfaltigen Sichtverbindungen von Außen- und Innenraum unterstützen den Ausdruck einer nicht stigmatisierenden Gesundheitseinrichtung.

Anhand eines Werkberichtes erläutern die Planer den Entstehungsprozess dieses außergewöhnlichen Gebäudes von der ersten städtebaulichen Skizze bis hin zum finalen Fotoshooting. Die Fachklinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Westerstede wurde mehrfach ausgezeichnet, u.a. mit dem European Healthcare Design Award, dem AIT Award und Iconic Award.



Björn Groß
Björn Gross
Carolin Kimmer
Carolin Kimmer

KURZVITA// Carolin Kimmer (*1984) absolvierte ihr Studium der Architektur und Innenarchitektur von 2003 bis 2008 an der Hochschule Ostwestfalen Lippe. Es folgte die Anstellung bei DFA | Dietmar Feichtinger Architectes in Wien und Paris. 2010 setzte Carolin Kimmer ihre berufliche Laufbahn bei der GfG / Gruppe für Gestaltung in Bremen fort. Seit 2011 leitet sie die Abteilung Innenarchitektur bei GSP Gerlach Schneider Partner Architekten. 2015 wurde sie in den BDIA berufen. Seit 2017 ist sie Leitende Mitarbeiterin bei GSP.

Björn Groß (*1979) studierte von 1999 bis 2003 Architektur an der HAWK Hildesheim. Seine berufliche Karriere als Architekt startete er 2003 in dem Planungsbüro HJW + Partner in Hannover. 2006 übernahm er bei HJW + Partner die Projektleitung im Bereich Industrie- und Gewerbebau. 2009 wechselte er in das Planungsbüro GSP Gerlach Schneider Partner Architekten mbB nach Bremen und leitet seitdem Großprojekte im Gesundheitswesen. Seit 2017 ist Björn Groß Partner bei GSP.

04. Dezember 2018
Holly Briggs (Assemble, London): "Hands On"
Assemble

Assemble is a multi-disciplinary collective working across architecture, design and art. They take a hands on, collaborative approach, and whilst their work usually includes design it rarely starts or ends there, often employing a range of means from the social to the infrastructural to make spaces which enable
independence; self-authorship, creativity and difference. In 2015 Assemble were awarded the Turner Prize for their on-going work in ‘Granby Four Streets’, Liverpool.

Holly Briggs
Holly Briggs

KURZVITA// Founded in 2010 to undertake a single self-build project The Cineroleum, Clerkenwell (2010) they have since delivered a diverse body of work across a variety of scales. Examples of Assemble’s past work include Folly for a Flyover, Hackney Wick (2011); Sugarhouse Studios, Stratford (2011); Central Parade, New Addington (2012); Theatre on The Fly, Chichester (2012); Oto Projects, Dalston (2013); Baltic Street Adventure Playground, Dalmarnock (2013); Blackhorse Workshop, Walthamstow (2014); Yardhouse, Stratford (2014); Playing Field, Southampton (2014); Brutalist Playground, Westminster (2015); Granby Four Streets, Granby (ongoing); and 10 Houses on Cairns Street, Granby (ongoing). Upcoming projects include Goldsmiths Art Gallery, New Cross, Granby Winter Garden, and Bell Square Pavillion, Hounslow. 

Assemble’s work combines self-initiated projects, collaborations and commissions including:  Create London, LLDC, London Borough of Croydon, Chichester Festival Theatre, Café Oto, Barbican Arts Centre, London Borough of Waltham Forest, RIBA, Granby Four Streets CLT, London Borough of Hounslow and Goldsmiths College. Through their involvement in projects they have also established a range of independent organisations across the UK – Blackhorse Workshop, Baltic Street Adventure Playground and Granby Workshop.

 

Sommersemester 2018

20. März 2018
Simone Nentwig (nentwig.notbohm Architekten, Hamburg): "Von außen nach innen - wo darf Architektur zu Ende gedacht werden?"

Architektur ist die Auseinandersetzung des Menschen mit dem gebauten Raum. Hierbei wird der gebaute Raum gedanklich nicht in Außen- und Innenraum unterschieden. Vielmehr betrachten wir das Außen und Innen unserer Gebäude als eine Einheit. Durch unsere Architektur darf Innen- und Außenraum verschmelzen, damit fließende Übergänge von außen und innen entstehen. Die Gestaltung von Räumen hat das körperliche, geistige und soziale Wohlbefinden der Menschen in den Räumen zum Ziel. Funktionalität und Wertschöpfung unserer Architektur bilden den Rahmen unseres kreativen Schaffens. Gemeinsam mit unseren Bauherren, den Nutzern und Bauexperten suchen wir die beste Lösung für unsere Gebäude. Dafür stehen wir im ständigen Dialog mit allen am Projekt Beteiligten. Die Ergebnisse sprechen für sich: »The Grid« – Deutschlandzentrale der DB Schenker AG in Essen und »Summit« – größtes Technologiezentrum Südwestfalens in Siegen.

KURZVITA// Simone Nentwig (*1969) fand sich 2016 mit Jörg Notbohm zusammen und gründete das Büro nentwig.notbohm Architekten. Zuvor hat sie 9 Jahre erfolgreich das Büro BN Architekten Borchardt Nentwig geleitet. Seit 2000, mit Beginn ihrer Architektentätigkeit, konnte sich Simone Nentwig im Hamburger Büro gmp von Gerkan, Marg und Partner mit einigen Großprojekten auf dem chinesischen Markt behaupten. Zahlreiche Auslandsaufenthalte zur Unterstützung der Partnerbüros vor Ort prägten ihr Architekturverständnis.

17. April 2018
Johanna Meyer-Grohbrügge (June 14, Berlin/New York): "Things and Characters"

Wir kennen viele Räume ohne je dagewesen zu sein. Räume und Bilder von Räumen geben uns Orientierung, sie stellen komplexe Zusammenhänge räumlich dar. Diese Bilder von Räumen und Gebäuden helfen den Menschen, sich Dinge vorzustellen. Es wird immer wichtiger, kommunizierbare Orte zu kreieren, Identitäten von Orten zu schaffen. Räume, die als Verortung einer Designidee funktionieren. Solche Räume wirken dann über das rein Physische hinaus, Raum ist Teil der Identität von Dingen. Es gibt immer mehr Dinge, die keine Verräumlichung haben oder Dinge, die eine Aktualisierung brauchen. Inhalte zu kommunizieren in Form von Architektur, die ansonsten abstrakt bleiben, das sind die neuen Aufgaben, die auf uns zukommen.

KURZVITA// Johanna Meyer-Grohbrügge arbeitete nach ihrem Diplom an der ETH Zürich fünf Jahre bei SANAA in Tokyo. Sie ist Gastprofessorin am DIA Dessau und unterrichtete unter anderem an der Washington University St. Louis und der Columbia GSAPP. 2010 gründete sie mit Sam Chermayeff das Büro June 14 Meyer-Grohbrügge & Chermayeff. Seit 2015 arbeitet sie auch an Entwürfen, die von ihrem Büro Meyer-Grohbrügge realisiert werden. Neue Überzeugungen im Austausch mit den Auftraggebern zu entwickeln bestimmt die Handlungsweise des Büros. Mit einer Vielfalt an Projekten, die von Wohnhäusern bis zur Landschaftsarchitektur reichen, erforscht es die Möglichkeiten neue Formen des Zusammenlebens hervorzubringen.

15. Mai 2018
Thomas Offermans (Jo Coenen Architects and Urbanists, Amsterdam): "Transformation of Cultural Buildings"

The most important public, cultural buildings have been libraries, museums and music halls for ages. Especially in the last decade, these types of buildings became more multifunctional than they used to be: In order to fulfill their role as public buildings and being an essential part of the contemporary city and society, they have to serve rather as small cities. Since governmental money got reduced, these cultural houses were obliged to reorganize their whole structure in order to stay relevant in times in which, at the same time, the digital age is taking over. On top of that, tourism is growing and the composition of the population of cities is changing. Those two facts lead to buildings that should be able to adapt bigger flows of people, but also flows of visitors with a more divers interest. Aspects as entertainment and function are taking important roles as well and architectural design has to take all of that into account.

KURZVITA// Thomas Offermans (*1974), got his degree at the Technical University of Delft (1999). When working for the spanish office Cruz y Ortiz he led the renovation project of the Rijksmuseum of Amsterdam. Several projects followed until he became director of the architectural office of former state architect Jo Coenen. The office of JCAU has studios in Amsterdam, Maastricht and Bern. The projects that are being developed are being characterized by its replying on the genius loci and the zeitgeist in such a way that all projects are coming to a design after profound research, looking for the red line of history but being contemporary at the same time. 

12. Juni 2018
Johannes Ernst (steidle architekten, München): "Programm und Form - Wie die Stadt entsteht"

„Urbane Architektur“ ist ein überstrapazierter Begriff der zeitgenössischen Architekturdiskussion. Während auf der einen Seite darunter die reine Maximierung der Geschossflächen bei minimaler programmatischer Vielfalt verstanden wird, entstehen auf der anderen Seite alternativ-situative Versuchsaufbauten eines neuen gemeinschaftlichen Zusammenlebens, die für sich ebenfalls „Urbanität“ als Ergebnis beanspruchen. Diese zeitlich – intellektuelle Gleichzeitigkeit gegensätzlicher Ansätze wird in den Projekten „Werksviertel München“ und „Konversion Hochschule Esslingen“ als produktives Spannungsfeld und Generator der grenzübergreifenden zeitgenössischen Stadtwerdung begriffen und bewusst miteinander in versuchsartigen Konstellationen in Beziehung gesetzt. Die formalen Ergebnisse dieser Forschung sind vielfältig, die inhaltlich-programmatischen Erkenntnisse eindeutig.

KURZVITA// Johannes Ernst studierte Architektur von 1990-1997 in Berlin und Chicago. Seit seiner Tätigkeit als Assistent an der Akademie der Bildenden Künste bei Prof. Otto Steidle 2001-2004 war er bis 2017 wiederholt als Gastprofessor an der Hochschule München tätig. Ab 1997 war er freier Mitarbeiter im Büro Steidle + Partner. 2005 gründete er zusammen mit Hans Kohl, Johann Spengler, Martin Klein und Verena von Gagern-Steidle das Architekturbüro Steidle Architekten, Gesellschaft von Architekten und Stadtplanern mbH und ist seitdem Geschäftsführender Gesellschafter. 

Winterersemester 2017/18

24. Oktober 2017
Max Dudler (Berlin/Zürich/Frankfurt): "Weiterbauen"

Im Verlauf der zwei Dekaden seines Bestehens hat sich der Fokus des Büros über die klassischen Architekturaufgaben hinaus erweitert. In immer neuen Kontexten hat Max Dudler seinen konzeptuellen Ansatz inzwischen auf städtebauliche Planungen, Verkehrsbauten, Konversionen, denkmalpflegerische Aufgaben und Ausstellungen bis hin zu Möbelentwürfen übertragen. Zahlreiche Auszeichnungen u.a. der DAM Preis für Architektur in Deutschland 2012 für die Arbeiten am Hambacher Schloss und die Nike für die beste stadtbauliche Interpretation 2010 für das Jacob-und-Wilhelm-Grimm-Zentrum sind Resonanz einer stetigen, beharrlichen Beschäftigung mit Architektur.

Dudlers zentrales Konzept des „Weiterbauens“ manifestiert sich zum einen in seinen großen städtebaulichen Projekten, wie der Europaallee oder dem Hochhausensemble Hagenholzstraße in Zürich, die die Verdichtung des innerstädtischen Raums als auch der städtischen Peripherie zum Ziel haben. Zum anderen zeigt es sich im landschaftlichen Kontext in seiner Auseinandersetzung mit historischen Orten, etwa an seinen Arbeiten für das Hambacher und das Heidelberger Schloss.

// KURZVITA
Max Dudler wurde in Altenrhein in der Schweiz geboren. Er studierte Architektur an der Städelschule in Frankfurt am Main und an der Hochschule der Künste Berlin. Zunächst arbeitete er im Büro von Oswald Mathias Ungers bevor er 1986 in Gemeinschaft mit Karl Dudler und Pete Welbergen ein Büro gründete. Seit 1992 leitet er sein eigenes Büro mit Niederlassungen in Berlin, Zürich und Frankfurt am Main. 2004 wurde Max Dudler als Professor an die Kunstakademie Düsseldorf berufen.

 

 

21. November 2017
Clemens Quirin (Lehm Ton Erde Baukunst, Schlins): "Gebaute Erde"

Bauen mit Lehm und Stampflehm ist so alt wie die Menschheitsgeschichte und doch zeigt sich das Material ob seiner hervorragenden ökologischen und bauphysikalischen Eigenschaften so modern und zeitgemäß wie kaum ein anderer Baustoff. Seit nunmehr 30 Jahren entwickelt und realisiert Martin Rauch mit seiner Firma Lehm Ton Erde neue Techniken und Projekte rund um das Thema Stampflehmbau. Eine wichtige Säule dieser Entwicklung ist nicht nur die ständige konstruktive Verbesserung und Erweiterung der Möglichkeiten, sondern auch die Verbindung mit zeitgenössischer Architektur und Ästhetik. In der Zusammenarbeit mit internationalen und renommierten Künstlern und Architekturbüros sind Bauwerke und Installationen entstanden, die den Lehmbau technisch wie gestalterisch geprägt haben. Lehm – Ton – Erde. Diese drei Worte prägen nicht nur das Wirken von Martin Rauch, sie haben auch einen symbolischen Charakter für ihn und beschreiben seine ganzheitliche Philosophie: LEHM steht für Handwerk und Technologie, TON für künstlerische Gestaltung, ERDE für die Nachhaltigkeit des Lehmbaus.

// KURZVITA
Clemens Quirin wurde 1981 in Kösching (Bayern) geboren; 2002 – 2008 Architekturstudium an der TU Wien und Kunstuniversität Linz, Diplom mit Auszeichnung bei Prof. Roland Gnaiger; 2009 – 2012 Studiomanager BASEhabitat, Betreuung und Begleitung von Design-Build-Projekten und internationalen Lehrveranstaltungen; seit 2010 Vorprüfung und Abwicklung des Österreichischen Staatspreises Architektur und Nachhaltigkeit; Mitarbeit in div. Architekturbüros, Vortragsreisen u.a. nach Frankreich und Tunesien, Studienreisen nach Südafrika und Bangladesh; seit 2012 Büroleiter Lehm Ton Erde Baukunst GmbH

19. Dezember 2017
Kaye Geipel (Bauwelt, Berlin): "Books on the Bed"

Der Musiker Brian Eno hat 1995 ein Journal geführt. Er beschreibt darin, welche wichtigen Bücher er liest und wie ihn diese verändern. Heute wird der geschriebene Inhalt – Stichwort Compressed Narratives – digital verpackt, komprimiert, fragmentiert, zur elektronischen Ware und immer billiger. Das Fragment bestimmt die Identität, und diese konstituiert sich über die Addition von Hunderten von gelesenen Bruchstücken, die wir aus den digitalen Medien beziehen und in wilden Abfolgen in unserem Kopf neu zusammenfügen. Was heißt das für die Identität als Architekt, Stadtplaner und Entwerfer? Woher beziehen wir heute ein Gefühl für den Zusammenhang, für das Ganze? Was bedeutet es überhaupt, wenn wir lesen?

// KURZVITA
Kaye Geipel ist Architekturkritiker, Stadtplaner und stellvertretender Chefredakteur der Bauwelt. Ihn beschäftigt, was die zunehmende Digitalisierung mit dem Lesen anstellt und er fragt sich, was er mit den wichtigen Büchern tun soll, die sich an seinem Bett stapeln.

9. Januar 2018
Vargo Nielsen Palle (Kopenhagen): "The Aarhus Architecture Lab"

The Aarhus Architecture Laboratory is a concept for the new school of architecture of Aarhus, Denmark, that was selected as one of the winners in the open New Aarch competition. “We imagine a school of architecture as an open process rather than a defined typology – one that invites its own evolution by opening where we draw the border of where architecture begins and ends. It should not just be an architecture school – It should be an open laboratory for the evolution of architecture. It should share its program with the public and allow for informal interactions. It should simply empower students with tools and an open laboratory so that they can learn by creating. To do that, the Aarhus School of Architecture will be an open framework for experimentation. It will evolve from the simple, industrial architecture of its surroundings to provide the ideal creative space for both public and private use. It will be a true laboratory for architecture, letting students and the local community create their own chemistry by letting them interact.” The three architects behind the concept continued to an invited competition, where they together with a team of adept, Rolvung og Brøndsted arkitekter, Tri-consult and Steensen Varming won the competition for the new school of architecture in Aarhus.

// KURZVITA
Vargo Nielsen Palle was founded in 2016 after winning the open competition for the Aarhus New School of Architecture. The firm is led by Brian Vargo, Jonas Nielsen and Mathias Palle. They focus on an integrated process, balancing architectural, technical, and economic factors into simple design concepts. A progressive and interdisciplinary approach, where the goal is to create more value for everyone.

Sommersemester 2017

30. Mai 2017
Volker Halbach (blauraum, Hamburg): "Identität und Image"

blauraum ist ein Planungsbüro für das gesamte Leistungsspektrum der Objektplanung für Gebäude und raumbildende Ausbauten sowie Leistungen der städtebaulichen Planung. Gegründet 2002, schaffen Rüdiger Ebel, Volker Halbach und Carsten Venus Konzepte und Lösungen, die sich in das Stadtgewebe einfügen und am Ort neue Impulse setzen. Gemeinsam mit den Bauherren schafft blauraum Architektur mit einem Mehrwert in Funktion, Gestaltung und städtebaulicher Integrationskraft. Darüber hinaus werden Themen auf einer interdisziplinär übergeordneten Ebene erörtert, die sich unter anderem den unterschiedlichen Typologien des Wohnungsbaus widmen. Ziel der täglichen Auseinandersetzung mit Architektur ist die Übersetzung der im Mittelpunkt jeder Planung stehenden Idee, vom Entwurf bis zum gebauten Objekt.

// KURZVITA
Volker Halbach ist 1969 in Gronau geboren und seit 2002 Geschäftsführer und Gründungsmitglied von blauraum Architekten. Er hat Architektur an der FH Bielefeld und an der TU-Delft studiert und einen Master of Architecture and Urban Design an der University of Miami absolviert. Nach dem Studium war er von 1997 bis 1998 Projektleiter bei Eisenman Architects in New York und von 1998 bis 2002 bei BRT Architekten in Hamburg. Er ist 2008 in den BDA berufen und seit 2012 Erster Vorsitzender des BDA Hamburg.

16. Mai 2017
Daniel Ladner (Bearth & Deplazes, Chur/Zürich): "Amurs"

Amurs (romanisch "Liebschaften") ist Titel des Vortrages zur Baukultur der Bündner Architekten Valentin Bearth, Andrea Deplazes und Daniel Ladner. In der Arbeit der Architekten zeigt sich die Lust und der Versuch, an das heranzukommen, was „bündnerisch“ ist, allerdings fernab jedweder Klischées. Trotzdem bilden gewachsene Baukultur und Tourismus die Basis vieler ihrer Arbeiten. Ein Gegensatzpaar, das immer wieder zu Brüchen im aktuellen Bauschaffen führt, und das laufend verhandelt werden muss.
Das Büro der Architekten besteht seit 1988 und setzt wichtige Akzente in der zeitgenössischen Bündner und Schweizer Architektur. Im Spannungsfeld typologischer Recherchen und traditioneller wie zeitgenössischer Baupraktiken entwickelten die Partner ein eigenständiges Bauwerk.

// KURZVITA
Daniel Ladner, geboren 1959 in Schiers, lebt und arbeitet in Chur. Er diplomierte 1988 am Abendtechnikum HTL Chur. Seit 1995 zeichnete er zusammen mit Valentin Bearth und Andrea Deplazes für die Projekte und Bauten des Büros Bearth & Deplazes Architekten Chur / Zürich verantwortlich. 1998 bis 2010 war er Vorstandsmitglied im Bündner Heimatschutz BHS. Bei seinen Vorträgen im In- und Ausland geht es vor allem um die Verbindung zur Praxis.

25. April 2017
Eric de Broche des Combes (luxigon, Paris): "Arkitektronic/Farewell Gravity!"
luxigon
(c) luxigon

Luxigon is a leading architectur(e)al visualization company based in Paris, France. The founders, Eric de Broche des Combes, Laurent Theaux and Benjamin Dawidowicz are all experts in their fields ranging from architecture to graphic design. They find themselves surrounded by a fine team of designers, artists, architects, photographers and generally across the board disciplines are integrated into the daily routine of producing top of the line images for a range of acclaimed architects all over the world. Yes, we are having fun. Most often. With twenty years of experience, a distinct style and attitude, Luxigon seductively draws a lot of attention which in turn has led to a list of first prizes, honorable mentions and winning competitions. Every image does have a unique story to tell, a composition of moments captured and brought into a single frame to create an intriguing atmosphere.

// SHORT VITA
Eric is a DPLG architect and graphic designer born in 1971 in Marseilles. His images quickly seduced famous architectural firms who have in turn promoted Luxigon as one of the most distinctive 3D renderings studios worldwide. He also works as an architect through Buro-BC and has started a research group devoted to experimental approaches in the conception of projects.
Eric joins other design teams, contributes to publications and gives lectures on images. Computer gaming technology and its possible application to his projects is another passion alongside teaching at the Harvard Graduate School of Design.
Eventually he will die some day.

28. März 2017
Stefan Feldschnieders (Feldschnieders + Kister, Bremen): "Architektur ist elementar"

Seit mehr als 20 Jahren realisiert das Büro Bauaufgaben im sozialen Kontext in den Bereichen Wohnen und Lernen. So hat es zusammen mit anderen Experten die interdisziplinäre Plattform „forum L“ initiiert, um zukunftsfähige Raumkonzepte für das Lernen auf den Weg zu bringen. Neben der Planung ist das Büro Impuls- und Ideengeber für das Projekt „Lernhaus im Campus“ in Osterholz-Scharmbeck, einem bundesweit einmaligen Schulbau: Durch offene Lernlandschaften wird der Raum zum dritten Pädagogen.
2016 war das Büro im Rahmen der Ausstellung „Making Heimat - Germany Arrival Country“ mit einem Übergangswohnheim für Flüchtlinge bei der Architekturbiennale in Venedig vertreten. Als eines von vier Preisträgern ging das Büro Feldschnieders + Kister Architekten BDA 2016 aus dem offenen Realisierungswettbewerb „Wohnraum Schaffen“ hervor.

// KURZVITA
Stefan Feldschnieders ist Architekt und Partner im Büro Feldschnieders + Kister Architekten BDA in Bremen. Einstieg in den Beruf war die klassische Ausbildung zum Bauzeichner. Diese Zeit war sowohl eine solide Grundlage für das nachfolgende Architekturstudium als auch für die ersten Schritte ins Berufsleben. Nach dem Studium an der Universität Hannover war er ab 1993 Mitarbeiter im Büro von Prof. Schomers und Schürmann. Seit 1988 plant er eigene Projekte und nimmt an Wettbewerben teil, 2001 erfolgte seine Berufung in den BDA.

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