Erfahrungsberichte

Wir bieten unseren Studierenden die Möglichkeit, für ein oder mehrere Semester im Ausland an einer unserer Partnerhochschulen zu studieren. Dabei können sie ihr Wissen in Bezug auf Architektur erweitern, mit internationalen Studierenden zusammenarbeiten und natürlich einzigartige Geschichten erleben. 

Ein paar dieser Geschichten findet ihr in den Erfahrungsberichten auf dieser Seite. 

 

Ein Semester in Bali // Indonesien

Udayana Universität Bali 2017 // Marcia Nietfeld

Vorbereitung // Ich stieß im InfoSys der Jade Hochschule auf eine interessante Ausschreibung: "Plätze frei für Auslandssemester auf Bali!" Direkt ging alles ganz schnell. Die Bewerbung via Email verschickt, Zusage bekommen, Studiengebühren überwiesen und somit stand es fest: Ich werde ein Semester auf Bali in Indonesien studieren! Die Verantwortlichen der Udayana Universität hatten eine Facebook-Gruppe eröffnet, in der sich die Studierenden bereits vorher austauschen konnten. Da ich noch in Australien war, ging es daran, das Visum über Australien zu beantragen. Die Verantwortlichen der Udayana Universität haben zwar mit allen Mitteln versucht mir zu helfen, doch am Ende hat es einfach nicht geklappt. Somit bin ich Anfang April mit einem "Touristenvisum"eingereist. Dieses kann direkt am Flughafen in Denpasar auf Bali beantragt werden. Es ist zwar nur 30 Tage gültig, kann aber auf insgesamt 60 Tage verlängert werden. So hatte ich einen Grund ein wenig zu reisen, da ich das Land ein Mal verlassen musste,um dann ein neues Visum beantragen zu können.

Studium an der Gasthochschule // Am Wochenende vor unserem ersten Unitag wurde ein "Welcome Dinner" am Strand veranstaltet, bei dem wir unsere Kommiliton_innen und unsere Professor_innen kennen lernten.Einfach ein gelungener Abend, tolles Essen, Sonnenuntergang am Strand und viele tolle Leute. Insgesamt waren wir etwa 60 Studierende. Dann begann das Studium.Viele interessante Themen wurden besprochen,besonders die Kultur der Balinesen, wie natürlich auch die Architektur wurde uns nahe gebracht. Der Alltag war da und erste Abgaben durften getätigt werden. Bald stand auch die erste Exkursion, in der wir mit dem Bus zu einigen der Sehenswürdigkeiten auf Bali gebracht wurden. Spätere Exkursionen wurden mit dem Roller,dem wichtigsten Transportmittel auf Bali, absolviert.Das Studium hat mir sehr viel Spaß gemacht, und ich bin mir sicher, es hat auch meinen Stil als Architektin geprägt.

Anreise & Unterkunft // In der Facebook-Gruppe kamen schon vor der Anreise die ersten Posts mit netten Ausschreibungen, dass noch Mitbewohner für mehrere Villen gesucht werden. So bin ich dann auch zu meiner Unterkunft, einer tollen Villa mit Pool und meinen fünf neuen Mitbewohnern gekommen. Auf der Internetseite auslandssemester-bali.de konnte man sich einen guten Überblick über die Immobilienangebote verschaffen.Kurz vor meinem Abflug bekam ich dann noch eine Email eines Mitarbeiters der Universität, der anbot mich vom Flughafen abzuholen: ein netter Empfang und eine sichere Fahrt zur neuen Villa. Nun war ich angekommen,konnte die Villa und meine neuen Mitbewohner,die schon einige Tage vor Ort waren, kennenlernen und die Insel erkunden. In meiner Unterkunft in Kerobokan fühlte ich mich sehr sicher und die Nachbarschaft war einfach klasse. Ich konnte auch schon tolle Freundschaften mit Balinesen knüpfen und muss sagen, dass ich das wirklich nicht missen möchte.

Alltag & Freizeit // Der Start in den Bali-Alltag war sehr aufregend. Erstmal habe ich mir einen Roller gemietet, um neue Speisen auszuprobieren, Strände zu besuchen und vieles mehr. Da wir nur vier Tage pro Woche in der Universität zu sein brauchten, blieb uns doch noch viel Freizeit, um die Insel zu erkunden, neue Freundschaften zu schließen und Wochenendausflüge zu besonderen Schauplätzen und Sehenswürdigkeiten der Insel zu machen. Dennoch läuft nicht immer alles wie geplant,denn die Uhr auf Bali tickt irgendwie anders. Das Leben hier ist schon etwas chaotisch und man braucht ein Weilchen, um sich an Unpünktlichkeit, Verkehrschaos und Zeremonien, die den ganzen Verkehr lahm legen, zu gewöhnen. Doch es hat auch seine guten Seiten. Besonders am Anfang, als man noch etwas verloren war und sich oft verfahren hat, konnte man die freundliche Mentalität der Balinesen kennen lernen. Doch ein Thema kommt hier immer wieder auf: Rollerunfälle und Raub sind keine Seltenheit. Besonders in den Touristengebieten.Allerdings, wenn man gut aufpasst, kann auch alles gut gehen und man kommt ohne Schramme und mit Handy und Kreditkarte wieder Heim. Das Semester auf Bali war einfach eine großartige Zeit für mich. Wenn man sich auf Kultur, Sprache und alles was es sonst noch mit sich bringt, einlässt, kann man tolle Menschen kennenlernen, interessante Geschichten hören und ein ganz anderes Leben, in dem die Zeit, Familie- und Nächstenliebe eine ganz große Rolle spielen, kennenlernen.

Ein Semester in Istanbul // Türkei

Mimar Sinan Üniversitesi Istanbul 2016 // Alexander Grelle

Vorbereitung // Durch Freunde, Kommilitonen, Bekanntschaften mit vielen Austauschstudenten an meiner Hochschule,erfuhr ich über Möglichkeiten, im Ausland zu studieren.Viele attraktive Angebote zeigten sich auf. Ich setzte mich mit der Verantwortlichen vom International Office in Verbindung. Fragen über Fragen, welche Möglichkeiten gibt es, werden Auslandsstudienaufenthalte unterstützt und gefördert, kann ich mein Studium nach meinen speziellen Wünschen fortsetzen? Letztendlich fiel die Entscheidung auf die MSGSÜ in Istanbul: Die Stadt reizt mich ziemlich, eine Stadt die viel zu bieten haben sollte, wo der Orient und das Abendland aufeinandertreffen, und auch die Universität machte einen guten Eindruck. Somit ging es nun an die Organisation des ganzen Aufenthaltes: Ich wurde nominiert und erfreulicherweise auch angenommen, ich registrierte mich online, unterschrieb die Erasmus Vereinbarung, und wartete auf Informationen und Bescheinigungen. In der Türkei darf man sich als deutscher Staatsbürger 90 Tage lang ohne sonderliches Visum aufhalten, falls man länger bleiben will, muss man sich um ein Visum bemühen: in meinem Fall ein Studentenvisum. Neben der Erasmusförderung habe ich vorher einen Antrag auf Auslands BAföG gestellt.

Studium an der Gasthochschule // Angekommen in der Türkei war es zunächst schwierig, mit den Verantwortlichen des Fachbereichs in Kontakt zu treten. Schließlich wurde man dann aber vom Fachbereichskoordinator informiert und mit einem Programm über Kursmöglichkeiten ausgestattet. Ein Online System gab es für uns nicht. Das Hauptmodul im vierjährigen Architekturstudium an der MSGSÜ war das Architectural Design Studio. Dabei galt es,ein Projekt intensiv zu bearbeiten, sowie gewisse SketchExams zu absolvieren, die meiner Meinung nach von der Idee her eines Stegreifentwurfs gute Methoden sind, allerdings in der Umsetzung und Zielsetzung schwer im Sinn zu verstehen waren. Beim Hauptprojekt musste man sich die Rahmenbedingungen selbst schaffen, beispielsweise konnten Entwurfsgrundstück genauso wahllos ausgesucht werden wie die Gebäudefunktion oder ein sonstiges Rahmenprogramm.Zum architektonischen Ausleben eine schöne Sache, allerdings leider ein wenig realitätsfern. Die Zusammenarbeitmit meinem Dozenten konnte mich leider nicht zufrieden stellen, besonders viel Wissen wurde nicht übermittelt.Zudem wurden leider einige Kursinhalte meiner Meinung nach nur sehr oberflächlich behandelt. Dies fiel vor allen Dingen in den Wahlpflichtkursen auf. Gut gefiel mir ein Städtebaukurs, der intensiv in der Analyse war und mir Grundideen und Verständnis des Städtebaus näherbringen konnte. Für uns Erasmus Studierende wurde erfreulicherweise ein Türkisch Kurs angeboten, allerdings nur auf Türkisch. Somit gestaltete sich das Ganze für totale Anfänger eher schwierig. Aber klar: Vor dem Auslandsaufenthalt sollte man sich mit der Sprache bereits auseinander gesetzt haben. Letztendlich konnte aber am Ende jeder seine Kenntnisse mit ein wenig Small Talk auf Türkisch aufbessern.

Anreise & Unterkunft // Mein Flieger ging von Hannoveraus direkt nach Istanbul, Flughafen Atatürk, etwa 3 Stunden Flugzeit. Turkish Airlines bietet einen super Service an und fliegt regelmäßig von den großen deutschen Flughäfen nach Istanbul, sie gilt als einer der sichersten AirlinesEuropas. Normalerweise sind 30 Kilo Gepäck mit im Flugpreis inbegriffen. Des Weiteren gab es aber auch Informationen,dass Gepäck bis zu 40 Kilogramm für Erasmus Studenten erlaubt ist, sowie dass auch auf den Flugpreis bis zu20 Prozent Nachlass gegeben wird. Istanbul verfügt über zwei Flughäfen, wobei der Atatürk Flughafen auf der europäischen Seite und näher am Zentrum liegt. Von beiden Flughäfen fahren Shuttlebusse (Havatas) mit Gepäckraum für ca. 10 bis 14 TL in die Stadtzentren. Meine Unterkunft befand sich in Harbiye, Nähe des Taksim Platzes. Natürlich- perfekte Lage um jederzeit auf die Istiklal Caddesi auszugehen.Hier zentriert sich das Istanbuler Nachtleben. Es gibt viele Einkaufsmöglichkeiten Restaurants, Bars und Cafés.Optimaler Weise befand sich auch meine Uni in direkter Umgebung meiner WG, die ich über craigslist.tr gefunden habe, allerdings bereits bevor ich nach Istanbul ging.Ich verließ mich auf eine seriös wirkende Website meines Vermieters und den regelmäßigen Emailkontakt mit ihm,es ging alles gut. Je nach Stadtviertel bezahlt man unterschiedliche Preise: äußere Stadtteile sind natürlich billiger,allerdings muss man dann auch mit dem ganz besonderen Istanbuler Verkehr klarkommen um ins Zentrum zu gelangen.Beliebte Stadtviertel unter Studenten sind sicherlich Sisli, Beyoglu, Besiktas, uvm. Türkische Mieten sind in der Regel billiger als deutsche Mieten, durchschnittlich bezahlt man für ein normal großes Zimmer vielleicht 700 bis 800 Türkische Lira, umgerechnet 200 bis 300 Euro warm.

Alltag & Freizeit // Istanbul begeistert mit seinem ganz besonderen Charme: Die Stadt liegt gleich auf zwei Kontinenten,wobei der Bosporus Asien und Europa voneinander trennt. Gleichbedeutend damit ist natürlich die kulturelle Vielfalt Istanbuls - Hier trifft West auf Ost, viele verschiedene Einflüsse vermischen sich. Europäisch geprägte Viertel existieren neben konservativen, traditionellen Vierteln. Die Stadt pulsiert vor lauter Menschen, osmanische Bauten ragen in den Himmel, moderne Geschäftsviertel mit Shopping Malls entstehen. Die Fähren dampfen über den Bosporus und bringen Kulturen zusammen. An besonderen Ortenhapert es nicht in Istanbul. Die Türkei lädt zum Reisen ein und es gibt viel zu entdecken. Die türkische Mentalität, leckeres Essen, wunderschöne Landstriche, historische Orte,und das ist meist nicht einmal besonders teuer. Inlandsflüge sind mit Glück auch bereits für 10 bis 20 Euro zu haben.Neben der Türkei selbst lernte man Leute aus vielen Ländern kennen. Immer wieder werden auch Aktionen von Organisationen wie ESN angeboten, seien es die legendären Bootsparties auf dem Bosporus, Ausflüge in die Türkei oder auch ein Marathon durch die Stadt. Man ist immer viel unterwegs, lernt viele Menschen kennen, kann vieles besichtigen. Man kann gut ausgehen bei viel Livemusik in vielen Bars, Tanzen in den Clubs, beim Tee Istanbuls atemberaubende Atmosphäre genießen, sich gutes Essen in den Restaurants gönnen. Das Sportangebot in Istanbul ist sicherlich nicht das Spannendste bzw. Ausgewogenste: allerdings kann man in diversen Fitnessstudios Sport treiben,vereinzelt sind Tennisanlagen, Soccer Plätze usw. zu finden.

Ein Semester in Kaunas // Litauen

Technologijos Universitetas Kauno 2016 // Annika Siemens

Vorbereitung //  Zu Beginn des Masters wurde darauf hingewiesen, dass ein Auslandssemester ohne Probleme in den Studienplan integriert werden kann. Dadurch fing ich an, mich über die Möglichkeiten eines Auslandssemesters vermehrt zu informieren. Die vorhandenen Partnerhochschulen waren größtenteils in Osteuropa und in Städten, zu denen viele Leute Reisen unternehmen. Litauen mit Kaunas klang spannender. Es ist eine Stadt, bei der man erstmal nachschauen muss, wo sie überhaupt liegt. Man kennt niemanden, der mal dort war und man hat auch nicht sofort viele Klischees und Vorurteile im Kopf. Es ist ein neues Land und eine neue Stadt, die man kennen lernt. Ich musste nur eine Bewerbung über das Erasmus+ Programm einreichen. Für die Partneruniversität musste man sich danach nur noch online anmelden und dafür ein paar Dokumente hochladen. Ein Portfolio war nicht gefordert, jedoch ist ein Englischzertifikat auf dem Level B2  Voraussetzung. Wie im Studienplan vorgesehen bin ich während des dritten Semesters ins Ausland gegangen. Vorher hatte ich mich schon dafür entschieden, den Master in fünf und nicht vier Semestern abzuschließen. Dadurch ist ein Semester als Puffer entstanden, was sich momentan als gute Entscheidung herausstellte.

Studium an der Gasthochschule // Der Masterstudiengang in Kaunas ist anders strukturiert. Dort gibt es nur ein Projekt, das sich die Studierenden aussuchen und bearbeiten. Jedes Semester wird das Thema auf eine andere Weise bearbeitet. Im ersten Semester werden nur Recherchearbeiten gemacht und im Dritten wird der Entwurf selbst behandelt. Die Semester zuvor sind auch für Austauschstudenten aufzuholen, die erst im dritten Semester eingestiegen sind, was das Projekt umfangreicher macht, als es vorgesehen ist. Korrigiert und begleitet wird das Projekt von einem zugewiesenen Professor. In meinem Fall sprach die Professorin Deutsch, was die Korrekturen einfacher machte. Jedoch muss auf Englisch vor anderen Professoren präsentiert werden, welche auch die Bewertung vornehmen. Der Lerneffekt war eher gering, da einem die Probleme des Entwurfes meist ohne richtige Begründung genannt wurden. In meinen beiden anderen Kursen waren wir nur zu Zweit. Die Kurse fanden auch für litauische Studenten statt und wurden für uns extra an anderen Terminen auf Englisch gehalten. Die Prüfungen waren am Ende des Semesters zusammen mit den litauischen Studeirenden. In einem der Kurse haben wir uns mit kritischen Texten auseinandergesetzt und auch selbst welche geschrieben. In einem anderen Kurs haben wir Supermärkte mit Hilfe von verschiedenen Programmen analysiert. Allerdings wurden die Programme wenig erklärt. Gedruckt und geplottet wurde im Copy Shop. In einem A1 Litauisch Kurs lernt man die Grundlagen und bekommt einen guten Überblick. Dadurch konnte man sich im Alltag besser zurechtfinden. Unsere Lehrerin sprach ein gebrochenes Englisch, was den Unterricht manchmal erschwerte. Zudem gab es ein gut organisiertes Onlineportal für die Studierenden.

Anreise & Unterkunft // Mit dem Flugzeug ging es direkt in die Hauptstadt Litauens, Vilnius. Von dort aus habe ich einen Shuttle-Busgenommen, der noch einmal eine gute Stunde bis nach Kaunas benötigt. Dort wurde ich von meinem zugewiesenen Mentor in Empfang genommen, der mich mit dem Trolleybus zum Wohnheim begleitete. Die Universität hat mehrere Wohnheime in der Nähe des Campus, wo auch die Erasmus-Studierenden untergebracht werden. Das Wohnheim war renoviert und das Doppelzimmer in einem guten Zustand. Flure und Gemeinschaftsräume waren Videoüberwacht. Es gab in den Zimmern auch genügend Schränke mit viel Stauraum. Die Bäder werden immer von den Bewohnern eines Doppel- und eines Einzelzimmers geteilt. An Miete muss man knapp 90€ im Monat zahlen. Die Wohnheime liegen direkt an dem Campus, wodurch viele Fakultäten nah dran sind. Jedoch liegen auch ein paar Fakultäten in der Innenstadt. Mit den Trolleybussen brauchte man insgesamt eine halbe Stunde bis in die Stadt. Die Fahrt mit den Bussen war etwas schneller, die Haltestelle dafür jedoch ein wenig weiter entfernt. In Litauen bekommt man als Studierender 50% Ermäßigung auf Tickets für den öffentlichen Nahverkehr. Also lohnt es sich, am Anfang des Semesters eine ISIC Card (international student identity Card) für 10€ zu kaufen. Dadurch zahlt man für ein 3-Monats-Ticket knapp 15€. Auch in manchen Geschäften und Restaurants bekommt man mit der ISIC Card Rabatte.

Alltag & Freizeit //  Sehr schön und Empfehlenswert ist die Altstadt. Dort gibt es einiges zu entdecken. Die „Auferstehung Christi Kirche“ liegt auf einem Berg, von deren moderner Dachterrasse hat man einen sehr schönen Blick über die gesamte Stadt. Die Altstadt wird durch einen Fluss begrenzt. Dort gibt es einige schöne Ecken, an denen man sich mal ausruhen kann. 20 Minuten Fußweg von den Wohnheimen entfernt ist eine Uferstelle, wo wir zu Anfang, bei fast 30°C, jeden Tag verbracht haben. Es ist ideal zum Entspannen, Sonnen, Grillen und auch Schwimmen. Dort gibt es auch zwei Beachvolleyball Felder. In der Stadt ist ein großes Einkaufszentrum gelegen, in dem sich auch eine Eislauf-, Bowling- und Billardhalle befinden. Das Sportangebot der Universität war recht groß. In der Nähe der Wohnheime ist ein recht großer, fast waldähnlicher Park, in dem man auch sehr gut Joggen kann. Den größten Teil meiner freien Zeit habe ich mit Freunden verbracht. Meistens haben wir zusammen gekocht, Filme geschaut, etwas in der Stadt unternommen oder sind feiern gegangen. Durch das Mentorenprogramm habe ich direkt andere Mentoren und Austauschstudenten kennengelernt. Abends wurde dann zusammen gegessen und danach sind wir öfter mit dem letzten Bus in die Stadt gefahren. Es gibt dort einige Pubs und Clubs. Verglichen mit Deutschland sind die Preise niedrig, wodurch das Taxi nach Hause mit 3-5€ leicht finanzierbar war. Das ESN (European Student Network) hat einige Partys und Trips für internationale Studierende organisiert. Man lernte auf den Partys die gesamten Erasmus Studenten kennen und durch die Trips auch ein wenig das Land.

Ein Semester in Dublin // Irland

University College Dublin 2016 // Jörg Grefer

Vorbereitung // Bevor die Reise losgeht, muss man sich um einige organisatorische Dinge kümmern. Nachdem man sich an der Hochschule auf den Erasmus-Platz für die UCD ?Abkürzung wofür? Bei der ersten Erwähnung Begriff ausschreiben, die Abk. in Klammern dahinter beworben hat und man in das Erasmus-Programm aufgenommen wurde, muss man sich selbst an der Gasthochschule online bewerben. Zusätzlich zu dem Bewerbungsbogen muss man eine Bescheinigung der bisher erbrachten Leistungen vom Prüfungsamt, sowie die sogenannte Confirmation of Nomination abgeben. Per E-Mail wurde mir daraufhin mitgeteilt, wie das Ganze abläuft. Das International Office und die UCD informieren einen ständig per Mail, so dass man von Anfang an bei der Organisation nicht alleine gelassen wird. Nachdem ich zugelassen wurde, erhielt ich eine E-Mail mit meiner student number (Immatrikulationsnummer). Kurz vor der Abreise wurde die Kurswahl online freigeschaltet, so dass man die Module wählen konnte, die man gerne belegen wollte. Diese können jedoch in den ersten vier Wochen nach Semesterbeginn bei Bedarf problemlos getauscht oder geändert werden. Zu Bedenken ist bei der Kurswahl, dass es sich um ein „First-come-first-serve“ Vergabesystem handelt. Das bedeutet, dass man sich möglichst frühzeitig um seine Kurswahl kümmern sollte, um so auch die Kurse zu bekommen, die man belegen möchte.

Studium an der Gasthochschule // Angekommen am UCD Campus, ist man erst einmal überrascht und orientierungslos. Es gibt drei Campus, wobei Belfield der Hauptcampus ist. Während der ersten Woche fand eine sogenannte Freshers Week (Orientierungswoche) statt.

Neben der Architekturfakultät, gibt es an der UCD Richview Masterstudiengänge im Bereich Landschaftsarchitektur und Nachhaltige Gebäudetechnik. Man hat auch die Möglichkeit, Kurse dieser speziellen Masterkurse zu wählen. Ich habe mich für einen großen Entwurfskurs „Studio IV“ und ein Wahlpflichtmodul entschieden, welcher als Alternative zu unserem individuellen Entwurfsprojekt angerechnet werden kann. Auch wenn es am Anfang noch Sprachbarrieren und Defizite durch die unterschiedliche Arbeitsweise gab, ist das Studium an der UCD generell von positiven Ereignissen geprägt gewesen. Die Kurse wurden sehr gut betreut, die Arbeitsatmosphäre unter den Studenten im Studio war besonders gut und die interdisziplinäre Arbeitsweise hat neue Denkweisen mit sich gebracht. Zum Ende des Semesters wurde dann der Entwurf öffentlich ausgestellt und mehrfach präsentiert: Erst nur vor den eigenen Professoren und Betreuern, dann vor acht externen Architekten und schließlich noch vor Vertretern des - den Entwurf betreffenden - Stadtteils. Der Landschaftsarchitekturkurs war von ca. 8 Studenten belegt und von einer deutschen Professorin geleitet worden. Es ging darum, eine Gedenkstätte für den Stadtteil Phibsborough zu entwerfen. Diese wurde Ende des Semesters von allen Kursteilnehmern zusammen aufgebaut und endete in einem gemeinsamen Essen mit Vertretern des Stadtteils und der „Phizzfest Community“.

 

Das Verhältnis zu den Professoren war sehr gut und intensiv. Besichtigungen endeten meist mit einem Kneipenbesuch.

Anreise & Unterkunft // Meine Anreise erfolgte per Flugzeug von Bremen. Darauf folgte vom Flughafen in Dublin dann eine ca. 30 minütige Busfahrt in die Innentadt. Wenn man vor Abreise bereits online eine Wohnung sucht, so bringt dies oftmals viele Probleme mit sich, da viele „Fake Anzeigen“ online sind. Deswegen habe ich erstmal im Hostel gewohnt, um vor Ort eine Wohnung zu suchen. Die Wohnungssuche hat sich jedoch als recht schwierig erwiesen, sodass ich in der Zwischenzeit zweimal das Hostel wechseln musste. Besonders an den Wochenenden ist die Stadt nicht wieder zu erkennen, da Dublin die international belebteste Stadt in Irland ist und die Preise für Hostel und Hotel dann teilweise um das Dreifache steigen. Oftmals vermieten Familien einzelne Zimmer in ihrem Haus, von ca. 12m² und bekochen einen für ca. 900€. Idealerweise wohnt man im Studentenwohnheim auf dem Campus, denn dort bekommt man am meisten vom Studentenleben mit und man hat alles was man benötigt vor Ort. Die Zimmer in den Wohnheimen sind sehr hochwertig und neu, liegen allerdings bei 1200€ im Monat. Nach etwa zehn Tagen habe ich ein Zimmer in einer WG in den Docklands, nordöstlich der Innenstadt, gefunden. Ich habe mir für 450 € ein kleines Zimmer geteilt. Zweifle allerdings daran, dass die Untervermietung in Dublin legal ist, denn es gab des Öfteren unangemeldete Besuche der Hauptmieter und Besuche mussten vorher angemeldet werden. Von dort konnte ich, in ca. einer Stunde, immer mit dem Bus zur UCD fahren, musste jedoch in der Stadt umsteigen. Da die Fahrkarte ca. 11€ pro Tag kostet, bin ich oftmals die zwei km in die Innenstadt gelaufen. Wegen dieser ungünstigen, überteuerten Verkehrssituation würde ich empfehlen sich ein Fahrrad zu besorgen, wenn man in Dublin lebt.

Alltag & Freizeit // In Dublin selbst gibt es einige schöne Sehenswürdigkeiten zu besichtigen, wie z.B. die berühmte Bibliothek des Trinity Colleges, sowie das College selbst und die Samuel Beckett Brücke von Calatrava. An den Wochenenden habe ich mir gelegentlich das Land angeschaut und war mehrfach in dem nördlich gelegenen Hafenort Howth nahe Dublins. Man kann dort die Klippen einige Kilometer entlang wandern und eine wunderschöne Aussicht genießen. Zu den Cliffs of Moher und dem Burren Nationalpark an der Westküste habe ich einen Tagesausflug mit einem Mietwagen gemacht. Die beeindruckenden Klippen sind 204 Meter hoch und ein Muss für jeden Irland Besucher. In meiner Freizeit habe ich zudem viel Sport gemacht, da man durch das Studium bedingt jede Woche 4 – 6 Mal auf dem Campus war und die UCD ein sehr großes Sportangebot von ca. 60 verschiedenen Sportarten über Fußball, Rugby, Bogenschießen, Klettern, Schwimmen bis hin zu Fechten hat. Man hat außerdem die Möglichkeit, in die Unimannschaften aufgenommen zu werden. Die erste Mannschaft der UCD spielt in der First Division. Wenn man Teil des Teams ist, hat man dreimal die Woche Training, am Wochenende Spiele und zweimal die Woche wird man im Fitnessstudio in Bestform gebracht. Aufgrund des hohen Anspruchs im Studium, ist es jedoch zeitlich kaum machbar, beides in seinem Zeitplan unterzubringen. Zudem darf man natürlich die Kneipenkultur Dublins mit der Live Musik nicht vergessen, denn diese ist einmalig. Die Pubs sind sehr gut besucht und in einigen Kneipen wird bereits mittags Live-Musik gespielt undBier getrunken.

Ein Semester in Dublin // Irland

University College Dublin 2016 // Melf Oetzmann

Vorbereitung // Nach dem Bachelor entschied ich mich dazu, in Oldenburg auch meinen Master zu absolvieren. Da ich nur den Studienalltag an der Jade-HS kenne, war es mir wichtig, noch einmal an einer anderen Fakultät zu studieren. Bei der großen Auswahl an Partnerhochschulen ist es gar nicht so einfach, die „richtige“ UNI/FH herauszusuchen. Für mich war es wichtig, dass ich an der Hochschule neue Sichtweisen vermittelt bekomme und meine eigenen auf die Probe stellen kann. Die UCD ist bekannt für ihre gute Ausbildung sowie ihr großes Angebot an Freizeitaktivitäten. Da es nur wenige Studienplätze für Oldenburger Studenten an der UCD gibt, musste ich meine Zeugnisse und ein Motivationsschreiben abgeben. Man sollte dann auch noch einen Sprachtest absolvieren. Der Test dient ausschließlich der Evaluation, einem wird also das Stipendium nicht entzogen, sollten die Ergebnisse schlecht sein. Der bürokratische Teil lief ziemlich reibungslos, erst die Wohnungssuche bereitete Probleme. Das Angebot an Wohnungen ist in Dublin groß, nur die Preise haben es in sich. Leider hatten wir vor dem Studienbeginn noch keine Wohnung gefunden und haben uns vorerst in einem Hostel einquartiert. Später fanden wir dann aber eine Bleibe (1100€ für ein Doppelzimmer).

Studium an der Gasthochschule // Nach einer Eingewöhnungszeit von zwei Wochen begann das Studium. Da ich das Auslandsstudium als Intensivprojekt anrechnen ließ, musste ich Kurse mit insgesamt 20 cpts wählen. Dieses entspricht einem „großen“ Designstudio und einem Wahlpflichtkurs. Hier wählte ich den Kurs „Sustainable Systems“. Dieser war, im Nachhinein betrachtet, sehr umfangreich. Wöchentlich mussten Forschungsberichte (Research Papers) mit bis zu 20 Seiten gelesen werden, zu welchen dann Stellungnahmen verfasst wurden. Am Ende des Kurses musste dann eine Gebäudesanierung ausgearbeitet werden. Das Designstudio ist einer Projektarbeit ähnlich. Eine Ausnahme stellt die umfangreiche Analysephase dar. Wir hatten Gespräche mit Quartiersbewohnern und ausgiebige Ortsbesichtigungen. Es wurden zur Gewinnung von Informationen Ausarbeitungen geschrieben und Umfragen erstellt. Die Ergebnisse wurden dann allen zur Verfügung gestellt. Schließlich arbeiteten alle zusammen, produzierten jedoch alleine oder in Kleingruppen eigene Entwürfe. Diese Zusammenarbeit erzeugte Synergieeffekte und trug zur Qualität der einzelnen Arbeiten bei. Außerdem entstand eine angenehme Atmosphäre, in der man schnell tolle Leute kennenlernt. Die Universität bietet zahlreiche Society’s (Studentenverbindungen), sowie Sportclubs an und auch das Erasmus Network, bietet viele Exkursionen an. Nachdem ich bei einigen dieser Veranstaltungen war, kamen mir diese immer sehr gezwungen vor. Aus diesem Grund habe ich hauptsächlich etwas mit meinen Mitbewohnern und Kommilitonen unternommen. Für viele Studenten aus dem Ausland ist es sicherlich schön, über solche Organisationen Anschluss zu finden, es bedeutet aber auch, dass man hauptsächlich nur etwas mit anderen Erasmus Studenten zu tun hat.

Anreise & Unterkunft // Die Reise nach Irland ist fast nicht als Reise zu bezeichnen. Vom Bremer Flughafen aus ist man schon in 1,5 Stunden (zu einem sehr günstigen Tarif) in Dublin. In Irland angekommen, geht es vom Flughafen aus mit verschiedenen Buslinien in die Innenstadt. Das öffentliche Verkehrssystem in Dublin besteht im Wesentlichen aus einem recht gut ausgebauten Busnetz und zusätzlich gibt es ein paar Straßen- sowie S-Bahnen. Wie eigentlich alles, ist auch der Nahverkehr in Dublin ziemlich teuer. Man kann allerdings durch ein Monatsticket (Leap-card) einiges sparen. Trotzdem sind ca. 80 Euro monatlich für Transport einzuplanen. Das Gleiche gilt für Unterkünfte. Man kann relativ günstige Unterbringungen (700 Euro mit Verpflegung) bei Familien, in der Vorstadt, ergattern. Da ich nicht bei einer Familie wohnen wollte, bin ich in eine WG in der Innenstadt (Dublin1) gezogen. Hier musste ich mir ein Zimmer teilen. Außerdem hatten wir einen französischen Mitbewohner – das hat dann immer noch 550 Euro pro Person gekostet, war aber auch um einiges lustiger. Um überhaupt an diese total überteuerte Wohnung zu kommen, mussten wir zwei Wochen in einem Hostel übernachten. Diese sind ebenfalls total überteuert und in den 10 Personen Zimmern gab es keinerlei Privatsphäre. Am Wochenende können die Preise für Hostels auch gerne mal auf bis zu 80 Euro/Nacht für ein 6 Personen Zimmer steigen. Dies liegt daran, dass Dublin die am meisten von Touristen besuchte und allgemein teuerste Stadt in Irland ist. Uns wurde dann nahe gelegt, für das Wochenende doch einfach in eine andere Stadt zu fahren. Diese verrückte Situation wurde durch eine Wohnungskrise infolge der Rezession in Irland ausgelöst.

Alltag & Freizeit // In meiner Freizeit habe ich viel mit meinen Mitbewohnern unternommen. Die Leute sind offen und sehr freundlich. Es war also kein Problem, schnell Leute kennenzulernen. Dublin bietet ein großes Angebot an Aktivitäten und hat ein tolles Nachtleben. Die zahlreichen Kneipen und Bars laden einen immer wieder zu einem Besuch ein. Innerhalb Dublins gibt es auch einige Sehenswürdigkeiten, wie verschiedene Kirchen, den Spire und das Trinity College. Meiner Meinung nach, ist Dublin selber aber die interessanteste Sehenswürdigkeit. Die wunderschöne Altstadt mit ihren engen Gassen und Gregorianischen Wohnhäusern ist einfach ein Gesamtkunstwerk.

Ein Semester in Valencia // Spanien

Technical University of Valencia 2016 // Justina Sels

Vorbereitung // Ich musste im Vorfeld viele Dinge organisieren. Da ich in meiner Schulzeit keinen offiziellen Abschluss in Spanisch gemacht habe, habe ich ein Jahr vorher angefangen, wieder Sprachkurse zu belegen. Ein A1 Zertifikat und ein Motivationsschreiben waren Voraussetzung. Da ich zudem mein Studium nicht verlängern wollte, musste ich mich darum kümmern, dass alle meine Kurse in Valencia angerechnet werden. Dafür habe ich in meinem 3. Semester zwei Kurse vorgezogen. Denn diese hätte es in Valencia in der Art nicht gegeben. In meinem Fall war es so, dass sich in Valencia noch Einiges geändert hat, was die Kurse betrifft. Denn die Informationen auf den Seiten der Gasthochschule waren nicht mehr aktuell, so musste ich also meine Kurse wieder ändern. Einige Kurse gab es beispielsweise gar nicht mehr. Mit der Organisation habe ich bereits in meinem 2. Semester begonnen, denn ich wusste schon vor meinem Studium, dass ich so etwas gerne machen möchte. Die Zeit im Studium verfliegt schneller als man glaubt. Wenn man nicht länger studieren kann bzw. möchte und ein Auslandssemester machen möchte, dann sollte man sich früh mit dem Thema befassen. Dann kann man Hindernisse umgehen, wie z.B. dass einige Kurse nicht angerechnet werden könnten.

Studium an der Gasthochschule // Das System in Valencia war ein bisschen anders als ich es kannte. Es ist eher schulisch aufgebaut und auf Selbststudium legt man weniger wert. Es gibt Anwesenheitspflicht und zu jedem Kurs eine Art Hausaufgabe. Ich weiß nicht genau woran es lag, aber ich hatte nicht so viele Erasmus Studenten in meinen Kursen. Das fand ich eigentlich wirklich gut, denn ich habe so direkt Anschluss zu den heimischen Studenten gehabt. In jedem Kurs hat man schnell ein paar Leute gehabt, mit denen man sich gut verstand. Von anderen Erasmus Studenten weiß ich aber auch, dass sie teilweise gar keine Spanier kennengelernt haben. Ich hatte vier Kurse im Bereich Architektur und einen Sprachkurs. Alle Kurse waren in meinem Fall auf Spanisch. Es werden aber auch Kurse auf Englisch angeboten. Man sollte sich aber auch bewusst sein, dass es wirklich viele Professoren gibt, die kein Englisch können. Die Kurse, die ich hier gewählt hatte, waren den Kursen in Deutschland vom Inhalt und Aufbau sehr ähnlich. Von den Kursen, die ich im Vorfeld herausgesucht hatte, musste ich vor Ort feststellen, dass es diese in der Art nicht mehr gab. Wenn man hier ist, dann ist der erste Weg, den man geht, zum International Office. Es gibt eigentlich ein System, in dem man das selbstständig von Zuhause aus machen konnte. Allerdings hat das leider versagt als ich da war, also musste man jede Änderung erst wieder mit dem International Office besprechen. Das war ein bisschen anstrengend. Aber es hat sich nach einigen Tagen dann geregelt. Wenn man die Sprache nicht sehr gut beherrscht, hat man die Möglichkeit Kurse auf Englisch zu wählen. Man hat die Möglichkeit, einen Sprachkurs in Spanien zu belegen, das würde ich auch jedem empfehlen. Zudem ist er kostenlos.

Anreise & Unterkunft // Wir haben mit Auto und Zelt eine Europa Tour gemacht und haben viele wunderbare Städte und Strände gesehen. Das war wirklich aufregend und eine der besten Entscheidungen, die ich getroffen habe. Das Ganze hat 10 Tage gedauert und die Strecke führte an der Küste entlang. Was ich alles gesehen und erlebt habe in dieser Zeit, kann ich nicht in einer Kurzfassung beschreiben. Aber es war großartig! In Valencia kauft man sich dann eine Karte, die für die Bahn genutzt werden kann und auch für das „ValenBici“ System. Überall in der Stadt gibt es Fahrradstationen an denen du dein Fahrrad abstellen kannst und an der nächsten Station ein anderes einfach mitnehmen kannst. Man ist dadurch total flexibel und die Stationen sind nie weit voneinander entfernt. Man zahlt außerdem 30 Euro für ein ganzes Jahr. Ich habe es viel genutzt und bin davon echt überzeugt. Es gibt aber auch Bus, Bahn und U-Bahn. Meine Wohnung hatte ich bereits vor meinem Aufenthalt. Über WG-gesucht habe ich ein Zimmer gefunden. Ich hätte auch nicht gedacht, so einfach etwas zu finden. Aber es hat glücklicherweise funktioniert und ich habe mich in dieser Wohnung auch sehr wohl gefühlt. Sie war sauber und es gab alles, was man braucht. Die Wohnung wird alle 6 Monate immer an Erasmus Studenten weitergegeben. Dadurch sammelt sich automatisch nützliches Zeug an. Im Vergleich zu anderen Wohnung, die ich gesehen habe, war unsere schon richtiger Luxus. Ich habe für 12 m² 240 Euro im Monat gezahlt und die Wohnung lag direkt bei der Universität. Der Preis scheint für deutsche Verhältnisse super, aber in Spanien kann man sicher auch günstigere Sachen finden. Trotzdem habe ich es nicht bereut eingezogen zu sein. Eben weil die Wohnung in einem wirklich guten Zustand war und so nah an der Universität.

Alltag & Freizeit // Ich war mit meinem Studium schon viel beschäftigt. Aber natürlich habe ich so oft ich konnte den Strand und das Wetter mit Freunden genossen. Die Lebensqualität, die man hier allein aufgrund des Wetters hat, ist super. Aber auch Valencia als Stadt hat viel zu bieten. Außerdem sind Barcelona und Madrid nicht weit. Man kann also auch am Wochenende kurze Reisen planen. Ansonsten kann man hier allen Sachen nachgehen, die man auch in Deutschland gerne tut. Sport, Kino, Essen gehen, etc. Was die Sehenswürdigkeiten angeht, würde ich empfehlen, die Bustouristik Tour zu machen, die in der Stadt angeboten wird. Für 15 Euro kann man den ganzen Tag durch Valencia fahren. Es gibt zwei Routen. Eine, die sich eher auf die historische Stadt bezieht und eine auf die neue, futuristische Seite der Stadt. Beides ist architektonisch und historisch sehr interessant. Wenn man an den Sehenswürdigkeiten interessiert ist, kann man aussteigen und alle 30 Minuten kommt der nächste Bus, mit dem man weiterfahren kann. Unterwegs wird einem viel erzählt und für den Preis kann man die Stadt nicht besser kennenlernen. Durch unsere Hinfahrt nach Valencia haben wir in Europa sehr viele Städte gesehen, wie z.B. Mailand, Venedig, Monaco, Barcelona. Dadurch haben wir in Spanien selbst nicht mehr so viele Touren gemacht. Die Spanier sind sehr aktiv im Nachtleben. Es gibt viele Discotheken und Bars in denen man das Nachtleben von Valencia erleben kann. Zudem lädt das Wetter dazu ein, abends draußen ein bisschen Sport machen zu können. Im Sommer kann es aber gut sein, dass es einfach zu heiß dafür ist.

Ein Semester in Dublin // Irland

University College Dublin 2015 // Wibke Erth

Vorbereitung // Nach der Zusage (im September) musste ich mich bis Mitte Oktober an der UCD bewerben. Ich bin dann schnell offiziell an der UCD angenommen worden und konnte online meine Kurse wählen. Wie sich später herausstellte, war es online möglich, Kurse zu wählen, die schon lange Zeit gar nicht mehr angeboten wurden. Allerdings konnte ich in Dublin, im International Office, problemlos die Kurswahl korrigieren. Unzufrieden bei der Vorbereitung war ich mit der Kommunikation der UCD. An der Jade Hochschule wurde dann vor meiner Abreise ein Seminar unter dem Oberthema „Interkulturelles Training“ angeboten. Da ich früher bereits ein Jahr im Ausland verbracht habe, wurden hier für mich keine neuen Inhalte vermittelt. Außerdem hatte ich das Gefühl, dass es wenig auf die Situation der Teilnehmer zugeschnitten war. Ab Oktober habe ich begonnen, mich nach einem Zimmer in Dublin umzugucken. Hierbei wurde schnell deutlich, dass viele Menschen die Wohnungsknappheit vor Ort ausnutzen und unseriöse Angebote im Internet kursieren. Ich kann nur jedem zukünftigen Studenten raten, nach Dublin zu fliegen, um sich vor Ort umzusehen. Wenn dies wegen Zeitmangels (oder Geldmangels) nicht möglich ist, sollte für die ersten Tage ein Hostel gebucht werden.

Studium an der Gasthochschule // Der Campus der UCD ist schwer mit der Jade Hochschule zu vergleichen. Er ist deutlich größer und auch die Qualität und Gestalt der Gebäude ist sehr unterschiedlich. Die Architekturgebäude liegen am Rand, wodurch sich die Architekturstudenten manchmal ein wenig ausgeschlossen fühlen. Es ist nicht möglich, während einer halbstündigen Pause in die Hauptmensa und zurück zu gelangen. Mein Semester hat sich hauptsächlich im Studio und einem Arbeitsraum für den gesamten Entwurfskurs abgespielt. In der Regel war ich fünf Tage pro Woche zwischen vier und zwölf Stunden im Studio. Die Vorlesungen und Tutorien waren alle auf Englisch. In unserem Entwurfskurs gab es für bestimmte Zeiten Anwesenheitspflicht und er wurde von sechs Tutoren betreut. Als eine Herausforderung hat sich manchmal die Mentalität der Iren herausgestellt. Einige Dinge, die ich in meinem bisherigen Architekturstudium gelernt habe, wurden von manchen Tutoren als ungültig und nicht realisierbar abgelehnt. Die Notengebung war dann am Ende für mich nicht befriedigend und leider auch nicht nachvollziehbar. Das Verhältnis unter den verschiedenen Studenten war sehr gut. In dem Studio-Kurs waren lediglich acht von circa dreißig Teilnehmern aus Irland. So habe ich in meinem Auslandssemester nicht nur viel über Irland, sondern auch Norwegen, Australien, Italien, Frankreich und China gelernt. Neben den Architekturkursen habe ich noch den Kurs „Ireland uncovered“ belegt. Dieser hat sich mit der Geschichte, Kultur und aktuellen Fragen Irlands beschäftigt. In Vorlesungen, Seminaren und mit Hilfe von Hausaufgaben wurde ein vielfältiges Spektrum an Informationen vermittelt. Diesen Kurs würde ich jedem Austauschstudenten uneingeschränkt weiterempfehlen.

Anreise & Unterkunft // Im Januar 2016 bin ich mit dem Flugzeug nach Dublin gereist. Da ich trotz mehrmonatiger Suche aus Deutschland keine Wohnung in Dublin gefunden hatte, habe ich die erste Zeit, zusammen mit einem Kommilitonen, in einem Hostel verbracht. Im Folgenden erwies sich auch die Wohnungssuche in Dublin als nervenaufreibend und kräftezehrend. Dublin gehört zu den teuersten Städten Europas, was sich auch auf den Wohnungsmarkt auswirkt. Nach circa 1,5 Wochen hatte ich mein Zimmer auf einer Onlineplattform gefunden. Ich habe während des Semesters – nur 15 Minuten vom Campus entfernt – bei einer netten Gastmutter (Hostmother) in einem Reihenhaus gewohnt, die mich vor allem während einer schlimmen Grippeerkrankung umsorgt hat. Die Wohnung haben wir uns noch mit einer weiteren Studentin geteilt, die jedoch selten da war. Das Haus lag zwischen Innenstadt und Campus. Mein Zimmer war relativ klein und der Kleiderschrank, mein Bett und mein Mini-Schreibtisch nahmen circa 2/3 der gesamten Fläche ein. Ich habe pro Monat 600 € bezahlt, worin jedoch ein leichtes Frühstück enthalten war. Bis zur Innenstadt von Dublin habe ich zu Fuß ungefähr eine Dreiviertelstunde gebraucht. Ein Bus fährt in 10 Minuten Entfernung und auch eine Station der Straßenbahn ist circa 15 Minuten entfernt. Die öffentlichen Verkehrsmittel in Dublin sind sehr teuer und leider gibt es keinen richtigen Studententarif. Wer gerne mit dem Rad fährt, kann dieses von anderen Studenten meist recht billig kaufen, da es in Dublin sehr viele Austauschstudenten gibt. Ich bin eigentlich immer zu Fuß gegangen. Nur für drei Tage habe ich mir ein Ticket gekauft, das für alle öffentlichen Verkehrsmittel und die Hop-on-Hop-off-Busse gilt und noch einige Vergünstigungen für Sehenswürdigkeiten enthält. Das habe ich dann auch voll ausgenutzt.

Alltag & Freizeit // Während des Semesters hatte ich sehr wenig Freizeit. In den ersten Wochen hatte ich immerhin noch das Wochenende frei. Deshalb habe ich versucht, so viel wie möglich über mein Gastland zu erfahren. Aus diesem Grund habe ich an mehreren von der UCD angebotenen Tagesexkursionen in das nähere und auch ferne Umland, wie zum Beispiel zu den „Giant Causeways“ in Nordirland und den Cliffs of Moher, teilgenommen. In der Regel hat eine Tagesexkursion nicht mehr als 20 Euro gekostet. Nach meinen Abgaben zum Ende des Semesters, habe ich meine letzten freien Tage in Dublin dazu genutzt, auf eigene Faust die Stadt zu erkunden. Dublin besitzt viele interessante, alte und ein paar interessante, neue Gebäude. Empfehlen würde ich das Kilmainham Gaol und das alte Gefängnis, das bei der Führung zu Dublins und Irlands Geschichte lebendig wird. Wer auf ausschweifende nächtliche Abenteuer steht, kann seinen Spaß im Viertel Temple Bar haben. Hier reiht sich ein Pub an den nächsten. Allerdings tummeln sich dort auch sehr viele Touristen, weshalb die Preise auch über dem Durschnitt liegen. Gemütlicher sind meist Pubs etwas außerhalb des Zentrums. Mir hat besonders der älteste Pub Dublins, „The Brazen Head“, gefallen. Und für das schnelle Bier oder Essen nach einem langen Tag im Studi gibt es direkt auf dem Campus das „Clubhouse“, den hochschuleigenen Pub. Empfehlenswert ist auch ein Besuch im Bord Gáis Energy Theatre. Dort habe ich mit ein paar Freunden die Ballettaufführung „Schwanensee“ angesehen. Neben den verschiedenen Veranstaltungen dort ist auch die Architektur sehenswert.

Ein Semester in Valencia // Spanien

Universitat Politècnica de València 2014 // Nicole Ruman

Vorbereitung// Ich habe mich dazu entschlossen ein Auslandssemester im 5. Bachelorsemester zu machen. Die Vorbereitung habe ich ungefähr ein Jahr zuvor begonnen. Dazu habe ich mich an der Universität in Oldenburg für einen Spanischkurs angemeldet und somit A1 und darauf A2 abgeschlossen. Bei den Bewerbungsunterlagen haben mir meine Erasmus Koordinatoren sehr geholfen und es lief sehr Problemlos ab. Einziges Problem war die Kurswahl an der UPV. Hier empfehle ich einmal mehr an die Gastuniversität zu schreiben und Fragen zu stellen als zu wenig. Bei mir war das Problem, dass in dem Anmeldeportal für die Kurse der Fachbereich Architektur nicht vorhanden war und somit ich keine Kurse wählen konnte. Nach mehreren Emails wurde das Problem aber behoben. Allgemein sollte man eher früh als zu spät mit solchen Angelegenheiten beginnen denn nach Erfahrung brauchen Rücksprachen seine Zeit. Nachdem dieses Problem behoben wurde musste ich mich mit den zahlreichen Kursen beschäftigen. Dort treten viele Fragen auf und hier empfehle ich auch dringend Rat zu suchen bei den zugehörigen Ansprechpartnern. Mir ist auch ein Fehler unterlaufen bei der Kurswahl. Denn ich habe die Kurse aus dem falschen Semester gewählt und musste somit alle Kurse in Spanien neu wählen.

Studium an der Gasthochschule // Die ersten Wochen vor dem Vorlesungsbeginn waren nicht so einfach zu organisieren. Neben einer guten Ausdauer und viel Zeit ist es wichtig die Ruhe zu bewahren, da sich auf kurz oder lang alles regelt. Informationen werden gar nicht oder erstzu spät ausgeteilt. Es ist sehr mühsam und die Öffnungszeiten des International Office sind dabei auch nicht sehr hilfreich. Nach ca. 3/4 Wochen nach Vorlesungsbeginn war es mir zum ersten Mal möglich die meisten meiner gewählten Module zu besuchen. Ich kann nur empfehlen rechtzeitig vorVorlesungsbeginn zum International Office zu gehen und sobald die Kurse feststehen, sich mit dem komplizierten Kursraumplan zu beschäftigen.Zum Glück stand mir eine Mentorin zur Seite, die mir dabei sehr geholfen hat. Wenn diese Anfangsschwierigkeiten erst einmal überwunden sind ist das Studium an der UPV interessant und vielseitig mit vielen praktischen Übungen. Die Universität und der Campus sind sehr schön und bieten ein großes Angebot an Sport- und Fitnessmöglichkeiten. Außerdem ist das ESN-Programm zu empfehlen, das Team kümmert sich hauptsächlich um die Auslandsstudenten und bietet viele Veranstaltungen und Reisen an. Mit der ESN-Card ist auch oft vergünstigter Eintritt in verschiedene Veranstaltungen oder Vorstellungen in Valencia möglich. Diese ist direkt erhältlich im Casa de l‘alumne auf dem Campus der UPV.

Anreise & Unterkunft// Um sich in Valencia fortzubewegen sollte man sich gleich am Anfang Valenbisi zulegen. Diese Fahrräder sind in zahlreichen Stationen in ganz Valencia zu finden und können mit einmaliger Anmeldung per Kreditkarte für rund 27 Euro für ein Jahr immer einehalbe Stunde bis zur nächsten Station kostenlos gefahren werden. Erst nach Überschreiten einer halben Stunde fallen Kosten an, die direkt abgebucht werden. Bei einem halbstündigen Wechsel des Fahrrads kann aber auch das problemlos umgangen werden. Die Wohnungssuche habe ich auch in Deutschland begonnen, dies geschah ungefähr zwei oder drei Monate vor antritt des Auslandssemesters. Auf der Internetseite „Universal Students“ werden viele WGs angeboten, die sehr gut beschrieben werden. Jedoch wollen die eine Servicegebühr von 150 Euro im voraus. Danach brauch man sich aber um nichts mehr kümmern und man hat immer einen Ansprechpartner. Dies kann man sich aber auch sparen denn es werden so viele Wohnungen und Zimmer in Valencia angeboten, die auch sehr preiswert sind, dass man ruhig vor Ort suchen kann.

Alltag & Freizeit// Die Stadt Valencia bietet allgemein sehr viele Möglichkeiten für Freizeitaktivitäten. Im Spätsommer war ich noch viel am Strand und es war noch sehr warm. Der Strand ist unendlich lang und bietet viele Restaurants und Cafés an, aber auch Einkaufsmöglichkeiten, einige Boutiquen oder ein Markt mit kleinen Ständen. Im Winter gab es sogar ein Kirmes nicht weit vom Strand entfernt. Die Altstadt mit ihren alten Gebäuden und Gassen ist wunderschön und typisch spanisch. Es gibt wunderbare Orte einen Café oder abends auf einem der vielen Plätzen ein Bier zu trinken. Mitten im Stadtzentrum befinden sich viele interessante Museen. Für Studenten sind die Museen größtenteils auch kostenlos und es ist für jeden was dabei. Der Turia Park bietet auch schöne Möglichkeiten um zu picknicken oder Sport zu treiben. Dies ist ein trockengelegterFluss welcher jetzt als Park dient und dieser sich fast durch die ganze Stadt ausstreckt. Das heißt man hat immer ein bisschen Grün um sich herum. Besonders empfehlenswert ist das Oceanografic, das größte Aquarium Europas. Außerdem sollte man sich den Biopark auch nicht entgehen lassen. Dieser liegt ein wenig außerhalb aber man kommt super mit der Metro dort hin. Dort kann man exotische Tiere betrachten bei einer tollen Atmosphäre. Das Nachtleben in Valencia bietet für jeden etwas, ob Discotheken, kleine Clubs oder Bars. Plaza del Cedro ist sehr gefragt bei den Studenten, da es sehr günstig dort ist, und man auf einem Fleck viele verschiedene Clubs und Bars vorfindet.