Insel Mellum - Teil des Nationalparkes Niedersächsisches Wattenmeer mit langer Geschichte

Die Insel Mellum ist eines der ältesten Naturräume, die im Oldenburger Land geschützt wurden. Die ordnungsbehördliche Sicherung war und ist zwar Aufgabe des Staates. Die Initiative ging aber von einzelnen Persönlichkeiten aus, die sich um die Wende zum 20. Jahrhundert für den Schutz der Natur einsetzten. Heute gehört das ehemalige Naturschutzgebiet (NSG) zur Kernzone des Nationalparks Niedersächsisches Wattenmeer.

Entdeckt wurde die neu entstandene Insel im Jahr 1903 von Heinrich Schütte. Hier wuchs durch die Dynamik natürlicher Entwicklungsprozesse ein naturkundlich hoch interessantes Gebiet. Vor allem für die Vogelwelt bot sich ein neuer, reichhaltiger Lebensraum. So war es nur folgerichtig, daß die Protagonisten des Naturschutzes im Oldenburger Land im Jahr 1925 einen ersten Verein gründeten: den Verwaltungsrat zum Schutz der Düneninsel Alte Mellum, aus dem Der Mellumrat e.V. hervorgegangen ist.

Das seit 1873 geltende Gesetz zum Schutz nützlicher Vögel im Großherzogtum Oldenburg bot erste Möglichkeiten für den Naturschutz auf Mellum. Diese verbesserten sich im Jahr 1926. Das Oldenburgische Staatsministerium erließ erstmalig eine Anordnung zum Schutz von Tier- und Pflanzenarten auf Grundlage des damaligen Feld- und Forstpolizeigesetzes. Die Mellumplate war darin enthalten.

Dr. Thomas Clemens (Stellvertretender Vorsitzender des Mellumrates e.V.) hat im Jahr 2003 zum Werdegang der Insel Mellum einen Artikel veröffentlicht: Einhundert Jahre Mellum - eine Insel im Wandel (Zeitschrift Natur- und Umweltschutz, Bd.2, H. 2, 2003).