Netzwerk Naturschutzgeschichte Oldenburger Land

August bis Oktober 2015: Ausstellung machte Station im Weltnaturerbeportal Dangast

Einen hervorragenden Platz hatte die Wanderausstellung im Landkreis Friesland: das neue Weltnaturerbeportal in Dangast (Edo-Wiemken-Str. 61, 26316 Varel-Dangast).

Vom 1. August bis 18. Oktober konnten viele Urlauber und Gäste die historische Zeitreise durch die regionale Naturschutzgeschichte erleben. Auch die Besucher der 7. Zugvogeltage im Nationalpark Niedersächsisches Wattenmeer hatten die Möglichkeit, einige ihrer naturbegeisterten Vorgänger kennenlernen.

Ergänzt wurden die porträtierten Pioniere des Naturschutzes durch Dr. Otto Leege (1862-1951), als Naturkundler und Naturschützer ein maßgeblicher Wegbereiter in der Küstenregion. In Zusammenarbeit mit der Nationalparkverwaltung Niedersächsisches Wattenmeer fand der "Urvater" des Seevogelschutzes und Entdecker der Insel Mellum einen würdigen Platz in der Ausstellung.

Zahlreiche Besucher der Küste nutzten die Gelegenheit, die eher verborgenen historischen Anfänge des Naturschutzes kennenzulernen und einen kleinen Einblick in die naturkundliche Erforschung der Region zu gewinnen.

 

 

Juli 2015: Wanderausstellung im Kreishaus Vechta

Am Montag, 13. Juli 2015 hatte Landrat Herbert Winkel im Kreishaus Vechta (Ravensberger Str. 20) die Wanderausstellung "Begeisterung für die Vielfalt der Natur" eröffnet. 

Sie war dort bis zum 31. Juli zu sehen und wurde ergänzt durch einen Vortrag und zwei Exkursionen.

Das sehr interessante Begleitprogramm wurde zusammengestellt mit Unterstützung des Ausschusses für Naturkunde im Heimatbund für das Oldenburger Münsterland.

Am Freitag, 17. Juli referierte Dr. Bernd Tenbergen (LWL-Museum für Naturkunde, Münster) in einem reich bebilderten Vortrag über den Naturschutzpionier Dr. Hermann Reichling (1890-1948). Der Vortrag fand im Industriemuseum in Lohne statt und war trotz des besten Sommerwetters sehr gut besucht. Der Biologe, Museums- und Zoodirektor Reichling hat lange Zeit am Dümmer gearbeitet. In Filmen und Fotos hat er die Veränderungen der nordwestdeutschen Landschaften dokumentiert. Viele Naturschutzgebiete der Region hat Reichling untersucht. Sein großer Fundus an zeitgeschichtlichen Dokumenten gibt heute Auskunft über Art und Umfang des Landschaftswandels.

Am Samstag, 18. Juli führte Dirk Ortland (Stadt Vechta), durch das Moorbachtal. Der Naturraum wird seit 10 Jahren als eine artenreiche Tallandschaft wiederhergestellt.
Am Samstag, 25. Juli boten Mitglieder des Naturkundeausschusses eine weitere Exkursion an. Sie führte über den Naturlehrpfad am Mühlenbach in Holdorf.

Zweiter Ausstellungsort: Kreishaus Wildeshausen

Vom 1. Juni bis 9. Juli 2015 präsentierte der Landkreis Oldenburg die Wanderausstellung im Kreishaus in Wildeshausen, Delmenhorster Str. 6. Die Eröffnung durch Landrat Carsten Harings fand am Montag, 1. Juni 2015 statt. Wieder wurde ein reichhaltiges Begleitprogramm angeboten mit drei hochinteressanten Exkursionen.

Dr. Klaus Taux bot am 11. Juni auf einem kurzweiligen Spaziergang durch den historisch alten Wald Barneführerholz / Osenberge manch überraschenden Blick auf die Vogelwelt. Die Osenberge werden seit über 100 Jahren von örtlichen Naturkundlern erforscht und sollten bereits in den 1920er Jahren unter Schutz gestellt werden.

In das Naturschutzgebiet Huntloser Moor (Großenkneten) führten am 16. Juni Bernd Lögering und Georg Schinnerer (UNB Landkreis Oldenburg) unter dem Motto: „Geschichten eines Moores". Bereits im Jahr 1942 erfolgte die erste Unterschutzstellung. Mit Hilfe von eindrucksvollem Archivmaterial erläuterte Bernd Lögering den langen und steinigen Weg bis zur Vergrößerung der geschützten Flächen auf heute ca. 150 ha. Nutzungswandel und Veränderung der Wasserverhältnisse im Einzugsgebiet des Moores haben seitdem dazu geführt, dass die abiotischen Bedingungen für die moortypische Vegetation sich deutlich gewandelt haben.

Georg Schinnerer erklärte an verschiedenen Flächen Maßnahmen, die bisher ergriffen wurden und zeigte, welche natürliche Dynamik in dem Gebiet herrscht. Die etwa 20 TeilnehmerInnen diskutierten, welche Konsequenzen daraus für die Schutzziele und Maßnahmen gezogen werden könnten.

Den Abschluss machte eine Exkursion in das FFH-Gebiet "Sager Meere, Kleiner Sand, Heumoor" am 27. Juni unter der Leitung von Georg Schinnerer. Bereits vor über 100 Jahren war dieses Gebiet mit dem seltenen Erdfallsee für die Naturkundler ein begehrtes Exkursionsziel. Die erste Ausweisung als Naturschutzgebiet erfolgte 1939. Heute genießt der Raum eine europaweite Bedeutung. Der Mellumrat e.V., gegründet 1925, betreut das Gelände seit 1951.

Auf einem Streifzug durch die historischen Landschaften konnten die TeilnehmerInnen die einzigartige kleinräumige Vielfalt des Gebietes erleben. Auch hier stellte sich oft die Frage, welche Konsequenzen aus den starken, von außen kommenden Einfüssen gezogen werden sollten.

Vernissage und erster Ausstellungsort: Stadt Oldenburg

Die Wanderausstellung "Begeisterung für die Vielfalt der Natur" wurde am Freitag, 17. April 2015 im "Schlauen Haus" in Oldenburg eröffnet.

Prof. Dr. Manfred Weisensee (Jade Hochschule) und Dr. Peter-René Becker (Landesmuseum Natur und Mensch) begrüßten etwa 30 Gäste. In einer Einführung stellte die Projektleiterin Prof. Carola Becker heraus, wie wichtig die Geschichte des Naturschutzes für seine Zukunft ist und welchen Stellenwert die naturkundlichen Forschungen haben. Sie dankte den Förderern, der Landessparkasse zu Oldenburg, der EWE-Stiftung sowie der Barthel-Stiftung. Die Ausstellung war im Schlauen Haus  zu sehen bis zum 30. Mai.

Das Begleitprogramm gestalteten Mitglieder des Arbeitskreises Naturschutzgeschichte. Einen besonderen Programmpunkt bot das Landesmuseum Natur und Mensch, das seine Magazine öffnete. Eine kleine Gruppe kam in den Genuß der fachkundigen und kurzweiligen Erläuterungen von Dr. Christina Burmeister und Dr. Maria Will. Sie zeigten sehr alte Herbarien, Vogel- und Käfersammlungen.

Unter dem Motto "Auf den Spuren von Wilhelm Meyer" konnte Prof. Dr. Peter Janiesch fast 40 Freunde der Botanik zu einem historischen Rundgang durch den Botanischen Garten begrüßen.  Ebenso groß war das Interesse an den Vogelkundlichen Exkursionen durch das Everstenholz, die von der Ornithologischen Arbeitsgemeinschaft Oldenburg angeboten wurden. Der Vortrag von Prof. Carola Becker im Schlauen Haus erlaubte facettenreiche Einblicke in die spannende Naturschutzgeschichte des Oldenburger Landes.