Berufsbild

Geodäsie - Berufsfeld im Wandel

Vermessung historisch

Geodäsie – dahinter verbirgt sich weit mehr als das verbreitete Bild des "Landvermessers", der mit rot-weißen Fluchtstangen über Kuhweiden stapft.

Nach der klassischen Definition von F. R. Helmert ist die Geodäsie die "Wissenschaft von der Ausmessung und Abbildung der Erdoberfläche". Hierfür nutzen die heutigen Geodäten modernste Messinstrumente, Auswertemethoden und Visualisierungssoftware. Und dabei geht es längst nicht mehr nur um die Erdoberfläche.

Das Berufsfeld, das sich den Absolventen öffnet, hat sich im Laufe der Zeit stark gewandelt und bietet weitaus mehr Möglichkeiten, als dies allgemein bekannt ist.

Vermessen werden muss überall...
... wo man sich Klarheit über die Größe oder Form eines Objektes verschaffen will.

 

Messübung beim Bau des Wesertunnels

Geodäten sind bei der Errichtung von Bauwerken beteiligt:

Dies reicht von der Erfassung eines Bauplanes über die Absteckung der Baugrube, der Überprüfung während der Bauphase bis zur Einmessung des fertigen Bauwerkes.

Auch danach kann eine messtechnische Überwachung z.B. bei Tunneln oder Staudämmen nötig sein.

 

Das Ergebnis eines Crash-Tests wird im Anschluss präzise vermessen.

Geodäten arbeiten in der Industrie:

Zum Beispiel bei der Einmessung von Anlagen, der Prüfung von Bauteilen, in der Crash-Test-Auswertung, im Flugzeug- oder Schiffsbau.

Der Anteil an Absolventen, die hier einen Job finden, ist in den letzten Jahren stark angestiegen.

 

Untersuchung zum Abtrag von Fugenmörtel durch Witterungseinflüsse.

Geodäten arbeiten für die Denkmalpflege:

Sie überwachen absackende Gebäude, dokumentieren Schäden, erstellen virtuelle 3D-Modelle von Denkmälern als Vorlage für die Restaurierung oder für die Präsentation in Museen. Hierbei finden die verschiedensten Messmethoden Anwendung.

 

Computergestützte dentale Implantologie

Geodäten entwickeln Hard- und Software:

Selbst in der Medizin finden sich Anwendungsgebiete für hochpräzise Vermessungsaufgaben:

Beispielsweise bei der Anfertigung von Zahnimplantaten oder der computergestützten Operation an künstlichen Knie- oder Hüftgelenken. Geodäten bringen das notwendige Know-How für anwendungsspezifische Lösungen mit.

Vermessen wird mit modernsten Systemen.

Studentin bei einer GPS-Messung

Das Global Positioning System (GPS) ist von Navigationsgeräten im Auto bekannt. Die Satelliten, die für dieses System die Erde umkreisen, senden permanent ihre Positionsangaben zur Erde. Über die empfangenen Signale von mindestens drei Satelliten kann ein GPS-Empfänger seinen eigenen Standort berechnen.

Doch damit lässt sich nicht nur die Position des eigenen Fahrzeugs bestimmen, um auf dem kürzesten Weg zum Zielort zu kommen. Geodäten nutzen GPS für präzise Messungen – zum Beispiel von Grundstücken oder Bauwerken.

 

Motorisierter Tachymeter

Ein wichtiges Messinstrument des Geodäten ist der Tachymeter. Hiermit werden zu einem Zielpunkt die Strecke (ausgehend vom Gerät) und der horizontale Winkel (bezogen auf einen anderen Punkt) gemessen. So können für alle Zielpunkte Koordinaten in einem Koordinatensystem berechnet werden. Moderne Tachymeter arbeiten funkgesteuert und können ihren Zielpunkt automatisch auffinden.

Unsere Studenten erlernen in zahlreichen praktischen Übungen den Umgang mit aktuellen Geräten namhafter Hersteller.

 

Streifenprojektionsgerät zur optischen Vermessung

Für die berührungslose dreidimensionale Vermessung von Objekten können verschiedene optische Verfahren genutzt werden, wie Laserscanning, Lasertracker oder Photogrammetrie. Vorteile dieser Messverfahren liegen z.B. in der Schnelligkeit des Aufnahmeverfahrens – so kann ein Objekt innerhalb von wenigen Minuten vollständig erfasst werden sowie in der Berührungslosigkeit des Verfahrens überall da wichtig, wo ein Objekt nicht angefasst werden kann oder darf.

Auch die anschließende Aufbereitung und Visualisierung der erhaltenen Daten ist Aufgabe des Geodäten.

Vom Objekt zur fertigen Präsentation

Geodäsie – vielfältiger als man denkt!

Unsere Absolventen arbeiten in Ingenieur- und Vermessungsbüros, bei Baufirmen, bei Flugzeug- und Automobilherstellern und deren Zulieferern, bei Herstellern von Mess- und Auswertesystemen, in Landesvermessungs-, Kataster- und Flurbereinigungsbehörden. Auch in der Forschung an Hochschulen oder Forschungseinrichtungen erhalten unsere Absolventen Arbeitsplätze.

Wo arbeiten unsere Absolvent_innen?

In unseren Absolventen-Interviews erfahren Sie, wo unsere Absolvent_innen aus dem Studiengang Angewandte Geodäsie nach dem Abschluss arbeiten.