Labor für Bahntechnik

Leiter: Prof. Dr.-Ing. W. Heckler 
Mitarbeiter: Dipl.-Ing. Rose Raum MR-K6

Eisenbahnanlage/Stellwerkstechnik

Sicherungstechnik

Oberbauaustellung

Eisenbahnanlage/Stellwerkstechnik

An der Jade-Hochschule Oldenburg wird das Eisenbahnlabor im Studiengang Bauingenieurwesen, im Grundstudium und in der Vertiefung Verkehrswesen, benutzt um Studierenden einen praktischen Einblick in den Bahnbetrieb zu geben.

Eisenbahnversuchsanlage

Die Eisenbahnversuchsanlage beinhaltet eine Modellbahnanlage im Massstab HO, die über manuelle Stellwerke der Deutschen Bahn gesteuert wird. Die Modellbahn verläuft in einem Rundkurs und beinhaltet einen dreigleisigen Bahnhof, eine zweigleisige Hauptstrecke, sowie eine eingleisige Nebenstrecke. Die Gleisführung, Signalisierung, Stellwerke und die Streckenblockeinrichtung sind wie bei einer Bahnanlage der DB ausgeführt.

Ansicht des dreigleisigen Streckenabschnitts der Eisenbahnversuchsanlage

Übersichtsplan Versuchsanlage (unmaßstäblich)

Die Betriebsstellen sind mit folgender Stellwerkstechnik ausgerüstet:

Betriebsstelle Stellwerkstechnik
PöckingBlockstelle D, Relaisstellwerk
Bf Ambachmechanisches Stellwerk
Sf Staudachmechanisches Befehlsstellwerk
Sw Staudachmechanisches Wärterstellwerk

Die Sicherung der freien Strecke erfolgt durch handbedienten, halbautomatischen oder vollautomatischen Streckenblock (Selbstblock, Zentralblock)

Damit bietet das Labor Anwendungsmöglichkeiten für:

  • die Simulation von Bahnbetrieb und Betriebsstörungen
  • eine Veranschaulichung von Sicherheitssystemen im Bereich von Bahnanlagen
  • studentische Ausbildung und Bachelorarbeiten

Mechanische Stellwerke

Mechanische Stellwerke waren die erste Form der Stellwerkstechnik und befinden sich immer noch im Einsatz. Alle Stellwerke der Deutschen Bahn, alte mechanische wie die neusten elektronischen, funktionieren nach dem gleichen Sicherheitsprinzip.

Ansicht des mechanischen Stellwerkes Staudach

Die Mechanik der Laborstellwerke ist einsehbar, dadurch lässt sich die Funktionsweise genau beobachten. Dadurch bietet sich ein detaillierter Einblick in die Funktion von Stellwerken, die auf modernsten, Computergesteuerten, Versionen übertragbar ist.

Detailansicht Mechanik Laborstellwerk

Sicherungstechnik

Zum Eisenbahnlabor gehören im Bereich Sicherungstechnik die folgenden zwei Versuchsanlagen:

  • eine PZB Anlage (punktförmige Zugbeeinflussung)
  • einen Achszählkreis mit Gleisfreimeldeeinrichtung

Die Studierenden können somit die gewonnen Kenntnisse aus der Lehre anhand der Versuchsanlage vertieft werden.

PZB Anlage (punktförmige Zugbeeinflussung)

Die Punktförmige Zugbeeinflussung (PZB) - früher Induktive Zugsicherung (Indusi) genannt - soll durch Zwangsbremsung Unfälle und Gefährdungen verhindern, wenn ein Triebfahrzeugführer  haltzeigende Hauptsignale, Vorsignale in Warnstellung, Überwachungssignale vor Bahnübergängen oder Geschwindigkeitsbeschränkungen nicht beachtet. Diese Einrichtung stellt durch punktförmige Überwachung eine Verbindung zwischen den Signalen der Strecke und dem Triebfahrzeug her. Da hierbei die Beeinflussung nur an bestimmten Überwachungspunkten erfolgt, wird diese Bauform der Zugbeeinflussung als "punktförmig" bezeichnet. Die PZB befreit den Triebfahrzeugführer aber nicht von der Beobachtung der Strecke und Beachtung der Signale.

 

Modellanlage Indusi

Achszählkreis mit Gleisfreimeldeeinrichtung

Ein Achszählkreis verwendet berührungsfreie elektromagnetische Impulsgeber, auch Achszähler genannt, die an der Innenseite der Schienen jeweils am Anfang und Ende eines Freimeldeabschnittes befestigt sind. Jede Achse der Schienenfahrzeuge erzeugt beim Passieren der Impulsgeber einen richtungsbezogenen elektrischen Impuls, der von einem motorgetriebenen oder elektronisch arbeitenden Zählwerk aufgenommen und verarbeitet wird. Durch die Anordnung von zwei Impulsgebern in kurzem Abstand, häufig in einem gemeinsamen Gehäuse, kann auch die Fahrtrichtung festgestellt werden. Nur wenn der Stand beider Zählwerke am Anfang und am Ende des Freimeldeabschnittes übereinstimmt, meldet die Gleisfreimeldeanlage frei, jede Differenz der beiden Zählwerke erzeugt eine Besetztanzeige

 

Modellanlage Achszähler

Oberbauaustellung

Neben der Eisenbahnversuchsanlage beinhaltet das Eisenbahnlabor eine Ausstellung zum Thema Oberbau. Sie beinhaltet zeitgemäße und historische Beispiele für den Eisenbahnoberbau.

Der Oberbau einer Eisenbahnstrecke besteht aus dem Gleisbett und den darauf montierten Gleisen. Der Oberbau und insbesondere das Gleisbett dient der Aufnahme und Verteilung der Kräfte, die durch Masse, Beschleunigung, Sinuslauf, Geschwindigkeit der Schienenfahrzeuge sowie thermische Belastungen durch Witterung entstehen. 

Der Oberbau ist maßgebend für die Höchstgeschwindigkeit und maximale Achslast einer Bahnstrecke.

Beim Regeloberbau der Deutschen Bahn werden Spannbetonschwellen des Typs B 70 mit einem Schwellenabstand von 60 cm verwendet. Die Schienenbefestigung erfolgt mit Spannklemmen und Schrauben (Oberbau W). Vor der Einführung von Spannbeton wurden Bahnschwellen aus Holz verbaut. Als Schienenbefestigung diente eine einfache Verschraubung mit Klemmplatte (Oberbau K).

Technische Ausführungen

Die Oberbauausstellung veranschaulicht die Vor- und Nachteile und Einsatzgebiete von alten und neuen Ausführungen im Bereich des Gleisoberbaus.

Zum Beispiel:

  • Beton und Holzschwellen
  • Geschraubte und verschweißte Schienenstöße
  • Schienenbefestigungen
  • Schienenstöße

Schiene UIC 60 auf Holzschwelle

Geschraubter Schienenstoß (UIC 60)