Absolvent Angewandte Geodäsie: Christian Möller, B.Sc.

Name: Christian Möller
Arbeitsstelle: Katasteramt Cloppenburg
Tätigkeitsbezeichnung: Ingenieur für Liegenschafts- und Ingenieurtechnische Vermessungen, Ausbilder

1. Wo arbeiten Sie und was ist Ihre Aufgabe?

Ich arbeite beim Katasteramt Cloppenburg, welches zur Regionaldirektion Oldenburg-Cloppenburg gehört. Zur Regionaldirektion gehören insgesamt 7 Katasterämter. Zu meinen Aufgaben gehört die Durchführung und Bearbeitung von Liegenschaftsvermessungen, z.B. Gebäudevermessungen im Außendienst, amtliche Grenzauskünfte und Grundstücksteilungen. In einer normalen Woche bin ich 2 Tage im Außendienst und 3 Tage im Innendienst. Zusätzlich fungiere ich im Katasteramt Cloppenburg als Ausbilder. Ich unterstütze vier Azubis in allen Belangen ihrer Ausbildung, organisiere den Ablauf und zeige Ihnen die verschiedene Arbeitsabläufe.

2. Was macht Ihnen an Ihrem Job besonders Spaß?

Die Abwechslung! Ich bin im Innen- sowie Außendienst beschäftigt. Einen reinen Bürojob kann ich mir nicht vorstellen. Es gibt für mich nichts Schöneres als draußen in der Landschaft zu stehen, nach Vermessungs- oder Grenzpunkten zu suchen und diese dann auch zu finden. Der Bereich des sogenannten Urkatasters (Vermessung  ab 1832) ist mein persönliches Steckenpferd.
Die Dauer im Außendienst variiert zwischen 10 Minuten und 2 Tagen. Die Herausforderung ist mit den spezifischen Unwägbarkeiten einer jeden Messung klar zu kommen.
Auch meine Tätigkeit als Ausbilder ist sehr spannend. Der Umgang mit jungen Kollegen hilft auch mir weiter. Allein die Fragestellung:“ Wie erkläre ich ihnen etwas richtig verständlich?“

3. Wie schnell  haben Sie nach dem Studium einen Job gefunden?

Das Vorstellungsgespräch für diesen Job hatte ich 3 Tage vor meinem Kolloquium.

4. Wie sind Sie zu Ihrem Job gekommen und was hat Ihnen dabei besonders geholfen?

Ein Bekannter und jetziger Kollege hatte mich darauf aufmerksam gemacht, dass eine Stelle ausgeschrieben worden ist. Die Kontakte aus meiner Beschäftigung als Vermessungstechniker vor dem Studium haben mir geholfen. Vernetzung ist wichtig. Ich denke, dass meine 12jährige Berufserfahrung und die Ortskenntnis für mich vorteilhaft in der Bewerbung waren. Außerdem beherrsche ich die plattdeutsche Sprache. Dies ist im Oldenburger Münsterland wichtig, wenn du draußen im Feld stehst und der Landwirt dir was erklärt!

5. Welche Kompetenzbereiche aus Ihrem Studium waren rückblickend für Sie sehr wichtig?

Ich kann aus allen Kompetenzbereichen etwas herausziehen. Die Kenntnisse der Linearen Algebra oder der Analysis sind sehr wichtig. Aus dem Informatikbereich hilft mir das Verständnis für die Verarbeitung und den Aufbau von Datenbanken. Der Bereich Geodäsie ist natürlich obligatorisch für einen Vermesser. Am meisten hilft mir aber das strukturierte wissenschaftliche Arbeiten, auch in Bezug auf meine Tätigkeit als Ausbilder.

6. Inwieweit hat Sie das Studium auf Ihre heutige Tätigkeit vorbereitet?

Grundsätzlich hat mich das Studium sehr umfangreich vorbereitet. Allerdings muss ich sagen, dass die Landesvermessung im Lehrplan zu kurz kommt. Der Bedarf wird in den nächsten Jahren noch steigen und somit sollte auch der Anteil im Studium wieder erhöht und aktualisiert werden.

7. Welche Tipps haben Sie für Studierende?

Mein Tipp für Studieninteressierte ist, nicht zu lange mit dem Studienstart zu warten und zumindest das Fachabi zu machen. Ich selber habe kein Abitur, sondern mir die Hochschulzulassung über einen Kurs an der Abendschule erworben. Die Qualität dieses Kurses ist für den Ingenieursbereich nicht ausreichend. Auch habe ich mein Studium erst mit 29 Jahren angefangen. Nach 12 Jahren Berufstätigkeit muss man das Lernen wieder lernen. Auch werden einem über 30jährigen gerade in finanzieller Hinsicht (Bafög, Krankenkasse etc.) viele Steine in den Weg gelegt. Ohne finanzielles Polster ist das fast nicht zu machen.

8. Was hat Ihnen besonders gut an Ihrem Studium an der Jade Hochschule in Oldenburg gefallen?

In erster Linie der fast schon familiäre Umgang miteinander. Man kennt sich einfach. Auch der Kontakt zu Studierenden aus höheren Semestern war sehr gut. Die gute Erreichbarkeit, Hilfsbereitschaft und Umgänglichkeit mit den Professoren und wissenschaftlichen Mitarbeitern hat mir sehr geholfen. Auch mein Job in der Geodätischen Werkstatt hat mir sehr viel Spaß gemacht. Die Ausstattung an technischem Inventar ist sehr gut. Software, Hardware und Arbeitsplätze sind in ausreichender Anzahl vorhanden und meistens auf neustem Stand. Es gibt einen guten Bestand an Messgeräten.
Die verschiedenen Studienprojekte, durch die man viel Praxiserfahrung sammeln kann, haben mir Spaß gemacht. Die Projekte waren real und nicht fiktiv, was die Motivation zusätzlich erhöhte.
Der Campus in Oldenburg ist ein Ort der kurzen Wege. Alle wichtigen Räumlichkeiten sind innerhalb von 5 Minuten zu erreichen. Ich habe mich an der Jade Hochschule rundum wohlgefühlt.