Veranstaltungen

InMWJ-Vortragsreihe Wintersemester 2018/19

Vortragsreihe mit dem Thema "Digitalisierung und ihre Folgen für Medien und Gesellschaft"

 

18.10.18  Richard Paluch: Grenzenlose Versorgung? Die Digitalisierung des Gesundheitswesens

16:00-17:30 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Die Digitalisierung spielt in unserer Gesellschaft eine wichtige Rolle. So werden im Gesundheitswesen für die Erforschung von Hörgeräten Labore verwendet, in denen sich Versuchspersonen in virtuellen Straßen oder Cafés wiederfinden. Welche soziale Bedeutung haben virtuelle Welten und was können wir von ihrem Einzug in den Alltag erwarten? Diesen Fragen wird Paluch in seinem Vortrag nachgehen.

Richard Paluch M.A. ist Stipendiat des Evangelischen Studienwerks e. V. Villigst im Promotionsschwerpunkt Dimensionen der Sorge. Zurzeit schreibt er seine Dissertation, die sich mit der Technisierung der Sorge am Beispiel von Hörgeräten befasst. Sein Forschungsschwerpunkt liegt im Bereich der Techniksoziologie. An der Jade Hochschule lehrt er seit drei Semestern das Fach Soziologie.

 

8.11.18  Dr. Christine Horz: Gemeinwohlorientiertes Internet? Herausforderungen und Chancen für die öffentlich-rechtlichen Medien von morgen

16:00-17:30 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Die Digitalisierung wirft die Frage nach gemeinwohlorientierten und qualitativ hochwertigen Medien auf, die jenseits der Gewinnmaximierung Information und Bildung der Bürger im Blick haben. Welche Medien wollen und brauchen wir in einer Demokratie wirklich? Können die öffentlich-rechtlichen Sender im Wettbewerb mit globalen Playern wie Youtube und Netflix bestehen??

Dr. Christine Horz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Medienwissenschaft (IfM) an der Ruhr-Universität Bochum. Sie lehrt und forscht zu Beteiligungsprozessen in öffentlich finanzierten Medien, aktuell im Projekt EPOS (European Public Open Spaces) sowie zu transkultureller, internationaler und politischer Kommunikation.

 

22.11.18 Dr. Thomas Brey: Nachrichtenagenturen im Mediengeschäft am Beispiel der dpa

16:00-17:30 Uhr Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Nachrichtenagenturen gelten als Schmiermittel des Medienbetriebs. Kritiker zielen auf deren angebliche Medienmacht. Verteidiger sehen Qualitätsmedien bedroht, sollten Agenturen nicht mehr existieren. Die Nachrichtenagenturen selbst befinden sich im Umbruch angesichts sinkender Zeitungsauflagen, des Aufschwungs von Social Media sowie „postfaktischer“ Nachrichten und Fake News.

Dr. Thomas Brey M.A. hat fast 40 Jahre für die Deutsche Presse-Agentur dpa als Korrespondent und Regionalbüroleiter für Südosteuropa mit Sitz in Belgrad (früher Jugoslawien, heute Serbien) gearbeitet. Neben zahlreichen Beiträgen in wissenschaftlichen Zeitschriften über die Balkanländer ist er an vielen deutschen Universitäten mit Lehraufträgen und Vorlesungen unterwegs.

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Workshop: Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management

von links: Frank Fuchs-Kittowski (Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin), Michael Klafft (Jade Hochschule), Marina Ghersetti (Universität Göteborg), Marc-André Kaufhold (Universität Siegen), Tomas Odén (Universität Göteborg), Kerstin Dressel, Patricia Pfeil (beide sine-Institut München), Angela Moldenhauer-Eims (Jade Hochschule).

Kommunikation ist ein entscheidender Faktor, um die Bevölkerung vor Krisen und Katastrophen zu warnen und zu schützen. Die verschiedenen Aspekte der Risiko- und Krisenkommunikation und ihre Rolle bei Krisenprävention und -management wurden in der vergangenen Woche von sieben Wissenschaftlern aus Deutschland und Schweden beim Workshop „Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management“ an der Jade Hochschule diskutiert.

Der von Prof. Dr. Michael Klafft initiierte Workshop befasste sich mit drei thematischen Schwerpunkten: mit der Mediennutzung in Krisensituationen, mit dem Einfluss sozialer und kultureller Faktoren auf die Risiko- und Krisenkommunikation, sowie mit Softwarelösungen zur Kommunikation mit der Bevölkerung (im Katastrophenfall, aber auch vorab zur Schärfung des Risikobewusstseins).

Tomas Odén von der Universität Göteborg ging der Frage nach, welche Rolle Medien bei der Berichterstattung über Krisen und Katastrophen spielen, und ob sie in Zukunft noch über ausreichend Ressourcen verfügen werden, um den Informationsbedarf der Bevölkerung zu decken.

Marina Ghersetti, ebenfalls aus Göteborg, diskutierte, inwieweit soziale Medien als Informationskanal von der Bevölkerung und von Behörden akzeptiert und genutzt werden, und wie sich das Mediennutzungsverhalten in der Krise von der alltäglichen Mediennutzung unterscheidet.

Frank Fuchs-Kittowski von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin präsentierte Einsatzmöglichkeiten von Augmented-Reality-Apps für die Risiko- und Krisenkommunikation. Mögliche Anwendungsfälle sind hierbei unter anderem die Visualisierung von Flutrisiken, die Erfassung von Wasserständen durch die Bürger, aber auch die Darstellung von gefährdeten Bereichen und Fluchtrouten z. B. bei kriminellen Vorfällen.

Das Potenzial mobiler Warn-Apps wurde von Marc-André Kaufhold von der Universität Siegen diskutiert. In seinem Vortrag stellte er die Ergebnisse einer Studie zur Nutzung solcher Apps durch die Bevölkerung vor und analysierte, inwieweit drei auf dem Markt befindliche Anwendungen bereits heute die Anforderungen der Nutzer erfüllen.

Kerstin Dressel und Patricia Pfeil vom sine-Institut München fokussierten sich in ihren Beiträgen auf die sozio-kulturellen Faktoren der Risiko- und Krisenkommunikation. Sie erläuterten, warum Menschen unterschiedlich auf Krisen reagieren, und was dies für die Kommunikation der Behörden mit der Bevölkerung bedeutet. 

Abschließend beleuchtete Michael Klafft vom Fachbereich Management, Information, Technologie (MIT) der Jade Hochschule unterschiedliche  Konzepte, wie Navigationssysteme auf Unwetterwarnungen reagieren und mit den Fahrern über alternative Routen kommunizieren können.

Zum Workshop ist der Tagungsband “Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management” erschienen.