Veranstaltungen

InMWJ-Vortragsreihe Wintersemester 2018/19

11.04.19  Wolfgang A. Büscher: Dataismus – Der „Glaube“ an Daten und die Bedeutung für die Medien

16:00-17:30 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Die Kombination von Globalisierung und Digitalisierung verändert radikal den Alltag der Menschen. Die „digitale Revolution“ zerstört Leitbilder und schafft ganze Industriezweige neu. Der Vortrag stellt einen Erklärungsansatz auf Grundlage von Thesen des Historikers Yuval Noah Harari vor und skizziert Konsequenzen für Medienschaffende.

Wolfgang A. Büscher definiert sich als „Vitaldaten-Analyst“ und widmet sich als Autor und Trainer den Themen Digital Health und „Self-Hacking“. Zuvor arbeitete er als Online-Projektmanager in Verlagen sowie als Datenanalyst für große E-Commerce-Anbieter. Er war außerdem Inhaber einer Verwaltungsprofessur für interaktive Medien und Public Relations an der FH OOW.

 

09.05.19  Wolfgang Stelljes: Traumberuf Reisejournalist?
16:00-17:30 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Oft werden sie beneidet: die Reisejournalisten. Arbeiten, wo andere Urlaub machen, noch dazu auf Einladung – das hört sich doch gut an. Wäre da nicht das in der Regel geringe Honorar und die ewige Kritik: Wo bleibt das Unangenehme, die Distanz, die Unabhängigkeit? Die Chancen und Risiken eines Traumberufs – ein Praxisbericht.

Wolfgang Stelljes arbeitet seit über 25 Jahren freiberuflich als Reisejournalist für diverse Agenturen, Zeitungen sowie Zeitschriften. Zudem ist er Mitglied in der Vereinigung Deutscher Reisejournalisten und hat bereits mehrere Reisebücher veröffentlicht.

 

16.05.19 Sai Pathmanathan: Reaching wider audiences by creative STEM educational outreach

16:00-17:30 Uhr Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

This presentation will showcase educational outreach initiatives (informal and formal science education). Sai has been involved in engaging young people in STEM (science, technology, engineering and mathematics). The informal side will focus on afterschool projects, public engagement, as well as the integration of the arts.

Sai Pathmanathan used to be a neuroscientist but decided to move into science communication and education. She has worked in science education at The Physiological Society, Nesta, Planet Sciene, Science in School, Ignite! and Queen Mary University of London. Her research focuses on how young people can learn accurate science from entertainment media.

 

Workshop: Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management

von links: Frank Fuchs-Kittowski (Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin), Michael Klafft (Jade Hochschule), Marina Ghersetti (Universität Göteborg), Marc-André Kaufhold (Universität Siegen), Tomas Odén (Universität Göteborg), Kerstin Dressel, Patricia Pfeil (beide sine-Institut München), Angela Moldenhauer-Eims (Jade Hochschule).

Kommunikation ist ein entscheidender Faktor, um die Bevölkerung vor Krisen und Katastrophen zu warnen und zu schützen. Die verschiedenen Aspekte der Risiko- und Krisenkommunikation und ihre Rolle bei Krisenprävention und -management wurden in der vergangenen Woche von sieben Wissenschaftlern aus Deutschland und Schweden beim Workshop „Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management“ an der Jade Hochschule diskutiert.

Der von Prof. Dr. Michael Klafft initiierte Workshop befasste sich mit drei thematischen Schwerpunkten: mit der Mediennutzung in Krisensituationen, mit dem Einfluss sozialer und kultureller Faktoren auf die Risiko- und Krisenkommunikation, sowie mit Softwarelösungen zur Kommunikation mit der Bevölkerung (im Katastrophenfall, aber auch vorab zur Schärfung des Risikobewusstseins).

Tomas Odén von der Universität Göteborg ging der Frage nach, welche Rolle Medien bei der Berichterstattung über Krisen und Katastrophen spielen, und ob sie in Zukunft noch über ausreichend Ressourcen verfügen werden, um den Informationsbedarf der Bevölkerung zu decken.

Marina Ghersetti, ebenfalls aus Göteborg, diskutierte, inwieweit soziale Medien als Informationskanal von der Bevölkerung und von Behörden akzeptiert und genutzt werden, und wie sich das Mediennutzungsverhalten in der Krise von der alltäglichen Mediennutzung unterscheidet.

Frank Fuchs-Kittowski von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin präsentierte Einsatzmöglichkeiten von Augmented-Reality-Apps für die Risiko- und Krisenkommunikation. Mögliche Anwendungsfälle sind hierbei unter anderem die Visualisierung von Flutrisiken, die Erfassung von Wasserständen durch die Bürger, aber auch die Darstellung von gefährdeten Bereichen und Fluchtrouten z. B. bei kriminellen Vorfällen.

Das Potenzial mobiler Warn-Apps wurde von Marc-André Kaufhold von der Universität Siegen diskutiert. In seinem Vortrag stellte er die Ergebnisse einer Studie zur Nutzung solcher Apps durch die Bevölkerung vor und analysierte, inwieweit drei auf dem Markt befindliche Anwendungen bereits heute die Anforderungen der Nutzer erfüllen.

Kerstin Dressel und Patricia Pfeil vom sine-Institut München fokussierten sich in ihren Beiträgen auf die sozio-kulturellen Faktoren der Risiko- und Krisenkommunikation. Sie erläuterten, warum Menschen unterschiedlich auf Krisen reagieren, und was dies für die Kommunikation der Behörden mit der Bevölkerung bedeutet. 

Abschließend beleuchtete Michael Klafft vom Fachbereich Management, Information, Technologie (MIT) der Jade Hochschule unterschiedliche  Konzepte, wie Navigationssysteme auf Unwetterwarnungen reagieren und mit den Fahrern über alternative Routen kommunizieren können.

Zum Workshop ist der Tagungsband “Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management” erschienen.