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Workshop: Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management

von links: Frank Fuchs-Kittowski (Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin), Michael Klafft (Jade Hochschule), Marina Ghersetti (Universität Göteborg), Marc-André Kaufhold (Universität Siegen), Tomas Odén (Universität Göteborg), Kerstin Dressel, Patricia Pfeil (beide sine-Institut München), Angela Moldenhauer-Eims (Jade Hochschule).

Kommunikation ist ein entscheidender Faktor, um die Bevölkerung vor Krisen und Katastrophen zu warnen und zu schützen. Die verschiedenen Aspekte der Risiko- und Krisenkommunikation und ihre Rolle bei Krisenprävention und -management wurden in der vergangenen Woche von sieben Wissenschaftlern aus Deutschland und Schweden beim Workshop „Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management“ an der Jade Hochschule diskutiert.

Der von Prof. Dr. Michael Klafft initiierte Workshop befasste sich mit drei thematischen Schwerpunkten: mit der Mediennutzung in Krisensituationen, mit dem Einfluss sozialer und kultureller Faktoren auf die Risiko- und Krisenkommunikation, sowie mit Softwarelösungen zur Kommunikation mit der Bevölkerung (im Katastrophenfall, aber auch vorab zur Schärfung des Risikobewusstseins).

Tomas Odén von der Universität Göteborg ging der Frage nach, welche Rolle Medien bei der Berichterstattung über Krisen und Katastrophen spielen, und ob sie in Zukunft noch über ausreichend Ressourcen verfügen werden, um den Informationsbedarf der Bevölkerung zu decken.

Marina Ghersetti, ebenfalls aus Göteborg, diskutierte, inwieweit soziale Medien als Informationskanal von der Bevölkerung und von Behörden akzeptiert und genutzt werden, und wie sich das Mediennutzungsverhalten in der Krise von der alltäglichen Mediennutzung unterscheidet.

Frank Fuchs-Kittowski von der Hochschule für Technik und Wirtschaft in Berlin präsentierte Einsatzmöglichkeiten von Augmented-Reality-Apps für die Risiko- und Krisenkommunikation. Mögliche Anwendungsfälle sind hierbei unter anderem die Visualisierung von Flutrisiken, die Erfassung von Wasserständen durch die Bürger, aber auch die Darstellung von gefährdeten Bereichen und Fluchtrouten z. B. bei kriminellen Vorfällen.

Das Potenzial mobiler Warn-Apps wurde von Marc-André Kaufhold von der Universität Siegen diskutiert. In seinem Vortrag stellte er die Ergebnisse einer Studie zur Nutzung solcher Apps durch die Bevölkerung vor und analysierte, inwieweit drei auf dem Markt befindliche Anwendungen bereits heute die Anforderungen der Nutzer erfüllen.

Kerstin Dressel und Patricia Pfeil vom sine-Institut München fokussierten sich in ihren Beiträgen auf die sozio-kulturellen Faktoren der Risiko- und Krisenkommunikation. Sie erläuterten, warum Menschen unterschiedlich auf Krisen reagieren, und was dies für die Kommunikation der Behörden mit der Bevölkerung bedeutet. 

Abschließend beleuchtete Michael Klafft vom Fachbereich Management, Information, Technologie (MIT) der Jade Hochschule unterschiedliche  Konzepte, wie Navigationssysteme auf Unwetterwarnungen reagieren und mit den Fahrern über alternative Routen kommunizieren können.

Zum Workshop ist der Tagungsband “Risk and Crisis Communication for Disaster Prevention and Management” erschienen.

Wen bedienen Talkshows? Tagung zeigt, wie Polittalks funktionieren

Talkshows sollen aufklären, die politische Diskussion befördern. Aber gelingt das – und wen bedienen Talkshows? In einer Tagung am Freitag, 16. Juni, geht das Institut für Medienwirtschaft und Journalismus als Kooperationspartner des Tagungsveranstalters „Akademie der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg“ diesen Fragen nach.

Welche Rolle spielen Talkshows angesichts des Aufstiegs populistischer Bewegungen? Können sie Vorurteilen etwas entgegensetzen oder bestätigen sie diese vielmehr? Wie Talkshows funktionieren, darum geht es in Fachvorträgen, Diskussionen und einem Film.

Der Soziologe, Publizist und AfD-Experte Andreas Kemper spricht unter dem Motto „Große Klappe, nichts dahinter“ über Medien und Rechtspopulismus. In einer Podiumsdiskussion mit Referenten und Experten geht es um Wahrheit und Ideologie in Polittalks. „Talkshows prägen den politischen Diskurs“, sagt Prof. Dr. Eva Nowak vom Institut für Medienwirtschaft und Journalismus. „Da werden Themen und Argumentationen zuweilen so plakativ gesetzt, dass es der komplexen sozialen Realität nicht angemessen ist. Aber die verkürzte Argumentation hat es medial leichter als die differenzierte Analyse.“

Den Abschluss der Tagung bildet der Film „Die Piloten“ über ein Talkshow-Experiment des Aktionskünstlers Christoph Schlingensief. Marcel Schwierin, Leiter des Edith-Russ-Hauses für Medienkunst in Oldenburg, führt in den Film ein.

Wen bedienen Talkshows? Erregung statt Erklärung

Freitag, 16. Juni, 14-21 Uhr
cine k, Bahnhofsstraße 11, Oldenburg
Kosten 10,- Euro (inkl. Film und Verpflegung)
Anmeldung unter: 0441/7701 431 oder akademie@kirche-oldenburg.de

Weitere Informationen: www.akademie-oldenburg.de

 

InMWJ-Vortragsreihe Sommersemester 2017

Titel der Vortragsreihe:

Medien und Gesellschaft: Von Wechselwirkungen und Nebenwirkungen

Die Termine:

06.04.17  Eberhard von Elterlein: Vom Medienangestellten zur Marke: Wie sich der Beruf des Journalisten verändert hat.

16:00 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Wirtschaftlicher Druck auf die Zeitungshäuser (Synergie), Konkurrenzmedien (Online) und neue Verbreitungsmöglichkeiten von Nachrichten (soziale Netzwerke) haben neue Anforderungen an den Beruf gestellt: Ein Erfahrungsbericht.

Eberhard von Elterlein war unter anderem Ressortleiter in der Berlin-Redaktion DIE WELT und in der Reiseredaktion der Berliner Morgenpost. Heute ist er Verantwortlicher Sportredakteur bei der Berliner Morgenpost Kompakt.


27.04.17  Michael Wegener: Ente oder Aufmacher? Von der Kunst des Verifizierens.
16:00 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Immer mehr Redaktionen greifen auf Inhalte aus den sozialen Medien zurück, doch die Videos und Fotos zeigen oft nicht das, was sie versprechen. Seit 2011 überprüft ARD-aktuell ("Tagesschau", "Tagesthemen") diese Quellen auf ihren Wahrheits- und Echtheitsgehalt. Welche Tools gibt es, welche Workflows sind für die Verifikation hilfreich, wie wird international zusammengearbeitet?

Michael Wegener leitet das Content Center von ARD-aktuell, das für die Recherche von Bewegtbildern aus unterschiedlichen Quellen und deren Verifikation verantwortlich ist. Bis 2005 war er Chef vom Dienst des europäischen Nachrichtenbilder-Austausches der Eurovision in Genf und New York. Davor arbeitete er u.a. als Reporter für die Nachrichtensendungen des Ostdeutschen Rundfunks Brandenburg.

 

11.05.17  Nadine Jurrat: Medien in Krisengebieten stärken - wozu?
16:00 Uhr, Jade Hochschule Wilhelmshaven, Raum H 303

Journalisten spielen besonders dort eine Schlüsselrolle, wo verlässliche Informationen den Unterschied zwischen Wohlstand und Armut, Leben und Tod machen. Doch sind Medien prinzipiell fördernd in Krisengebieten, beim demokratischen Wiederaufbau und nach Naturkatastrophen oder verschärfen sie die Situation?

Nadine Jurrat ist Beraterin für internationale Medienentwicklung. Nach ihrem Studium an der University of London arbeitete sie bei UNDP und dem Rory Peck Trust. Seit 2010 kooperiert sie mit Organisationen wie der Deutschen Welle Akademie. Ihre Arbeit hat sie in unterschiedlichste Konfliktgebiete gebracht, wie Kirgisistan, Mexiko und Kolumbien.