Studentische Projekte – PR und Öffentlichkeitsarbeit

Strategische Kommunikation in der Praxis

Public Relations

Die Aufgabe der Public Relations besteht in der Integration spezifischer Themen in vergesellschaftende Dialoge. Ihre integrative Aufgabe erfüllt die PR, sobald sie von einer überlegten Strategie geleitet in eine praktische Umsetzung mündet, die den angestrebten Dialog tatsächlich erlangt. Doch auch die PR-Theorie stellt sich gegenüber der Praxis als grau und unerfahren heraus. Aufgrund der Diskrepanz zwischen Theorie und Praxis erarbeiten die angehenden Medienwirte unter der Leitung von Prof. Dr. Andreas Schelske konkret umsetzbare Strategien für reale Herausforderungen von realen Kunden aus. Voraussetzung für die Praxisrelevanz ist das ausführliche Briefinggespräch mit dem Auftraggeber. In diesem ersten Schritt werden spezifische Herausforderungen und Ziele formuliert. Im zweiten Schritt entwerfen die Studierenden des 7. Semesters eine PR-Strategie, die sowohl die Anforderungen der Projektpartner als auch die jeweiligen Kommunikationskontexte spezifischer Dialoggruppen berücksichtig. Im Ergebnis präsentieren Studierende im Pitch umfassende PR-Strategien, die die Vergesellschaftung des Kundeninteresses verwirklichen sollen. Jedes Semester widmen sich die Studierenden den Aufträgen stets neuer Kunden.

 

Das Siegerteam von „Vertrauenssache“ (v.l.): Katharina Heinz, AWO Hauptgeschäftsführer Thomas Elsner, Peter de Weerdt, Alexander Wachtel, AWO Vorsitzender Dr. Harald Groth, Britta Snater, AWO Referent Thore Wintermann, Sabrina Schutze, Nina Sandschulte, AWO Pressesprecherin Hannelore Hunter-Roßmann. Foto: Piet Meyer/Jade HS

Sommersemester 2018: Mutige Konzepte für die junge Generation

Eigentlich gilt es heute als „hip“, sich in einem Ehrenamt zu engagieren – dennoch nimmt die Zahl der ehrenamtlichen Mitarbeiter nicht nur bei der Arbeiterwohlfahrt (AWO) stetig ab. Auf der Suche nach neuen Konzepten für eine Öffentlichkeitsarbeit, die auch die junge Generation ansprechen soll, hatte sich die Pressesprecherin des AWO Bezirksvereins Weser-Ems e.V., Hannelore Hunter-Roßmann, an Prof. Dr. Andreas Schelske von der Jade Hochschule gewandt. Dieser hatte schon einmal mit seinen Studierenden der Medienwirtschaft und Journalismus für den Wirtschaftsdienst der AWO kreative Ideen und PR-Maßnahmen entwickelt. (Die Jade Welt berichtete.)

#100 Jahre mit Herz

Im Vorfeld der 100-Jahr-Feier möchte und muss der Wohlfahrtsverband für „Nachwuchs“ sorgen und eine ganzheitliche Strategie entwickeln, um die AWO wieder mehr in die Gesellschaft zu integrieren und langfristig ihr Bestehen zu sichern. Heute ist die überwiegende Zahl ihrer Mitglieder älter als 67 Jahre. Die AWO wurde 1918 gegründet und nimmt als eine der wenigen nicht-kirchlichen Organisationen umfangreiche soziale Aufgaben wahr. Ihre Gründerin, die Sozialreformerin Marie Juchacz, verstand Armut und persönliche Lebenskrisen als Aufgabe der Gesellschaft.

Der schönste Rollator

Vier studentische „Agenturen“ hatten am 23. April ihre Konzepte den Verantwortlichen der AWO im Rasteder Kompetenzzentrum präsentiert. Vom „Wettbewerb für den schönsten Rollator Norddeutschlands“ über USB-Sticks in Herzform, Teetassen oder Brettspiele mit Logo-Aufdruck, Großveranstaltungen mit Street-Food Charakter, Tanzabende im Stil der 1920er Jahre, Jubiläumsparties mit „AWO-Oscar-Verleihung“, Technik-Workshops für Ältere bis hin zu entsprechenden Social Media Kampagnen, Video-Clips und Hashtags war bei den entwickelten PR-Maßnahmen alles dabei.

Professionelles Gesamtkonzept überzeugt

„Alle Konzepte waren unheimlich vielseitig und hochprofessionell“, sagt Hunter-Roßmann. Entsprechend schwer fiel die Entscheidung für den Sieger des Pitches. Aufgrund der Gesamtkonzeption und des integrierten Projektmanagements hatte die Agentur „Vertrauenssache“ letztendlich die Auftraggeber überzeugt. Der ausdrückliche Dank galt jedoch auch den anderen drei Agenturen „People Relations“, „Schlick-Town Media“ und „Glücksmoment“. Spontan hatten sich AWO Vorsitzender Dr. Harald Groth und AWO Hauptgeschäftsführer Thomas Elsner dafür entschieden, allen vier Studierenden-Gruppen insgesamt 1000 Euro für ihr Engagement zu spenden. „Damit können sie dann eine ihrer Party-Ideen umsetzen“, freut sich Groth.

Welche Maßnahmen und Konzepte umgesetzt werden, wollen die Verantwortlichen nun gemeinsam mit allen Beteiligten besprechen. Denn, so ein Vorschlag der Agentur „People Relations“, Mitarbeiter und Ehrenamtliche sollten die Jubiläumsveranstaltung gemeinsam planen und organisieren – so entstehe Stolz, Identifikation und ein Gemeinschaftsgefühl.