Informationen für Unterstützer_innen

Wie können Sie Betroffenen helfen?

  •  Hören Sie zunächst in Ruhe zu und versuchen Sie, das Geschehene nicht gleich zu bewerten.
  • Nehmen Sie die Wahrnehmung der/des Betroffenen ernst und schenken Sie ihren Aussagen Glauben.
  • Wahren Sie die Grenzen der/des Betroffenen und sprechen Sie über ihre aktuellen Bedürfnisse.
  • Machen Sie ihr/ihm keine Vorwürfe, auch wenn Sie die Gefühle und Handlungen vielleicht nicht nachvollziehen können oder selbst anders gehandelt hätten. Opfer von sexualisierter Gewalt fühlen sich z.T. mitschuldig und sollten in diesem Gefühl keinesfalls auch noch bestärkt werden.
  • Lassen Sie der/dem Betroffenen ihre eigene Zeit, mit den Übergriffen umzugehen.
  • Unternehmen Sie nichts gegen den Willen der/des Betroffenen. Manchmal sind eigene Gefühle der Wut auf den Täter oder die Täterin so stark, dass man am liebsten stellvertretend handeln würde. Damit überschreiten Sie die Grenze der/des Betroffenen erneut und schränken sie/ihn in ihrem/seinem Selbstbestimmungsrecht über die Situation ein.
  • Versuchen Sie, gemeinsam Lösungswege zu finden.
  • Verarbeitungsformen des Erlebten sind individuell sehr unterschiedlich und müssen respektiert werden. Es belastet die Betroffenen noch zusätzlich, wenn Sie ihnen etwa das Gefühl geben, jetzt aber doch endlich über die Sache hinweggekommen sein zu müssen.
  • Wenn Sie sich mit Ihrer Rolle als Unterstützer_in überfordert fühlen, sprechen Sie das offen an und holen sich evtl. Hilfe bei den Beratungsangeboten der Hochschule.

Was können Sie tun, wenn Sie Übergriffe beobachten?

  • Wenn Sie Zeuge oder Zeugin von sexualisierter Diskriminierung und Gewalt sind, sehen Sie nicht weg.
  • Bieten Sie der/dem Betroffenen Unterstützung an. Das kann emotional, aber auch praktischsein, z.B. als Begleiter_in in Gesprächsterminen.
  • Machen Sie der/dem Betroffenen Mut, sich nichts gefallen zu lassen und sich zu wehren.
  • Stellen Sie sich ganz klar auf die Seite der/des Betroffenen, auch nach außen.
  • Bei Beschwerden oder Anklagen sollten Sie als Zeuge oder Zeugin zur Verfügung stehen.
  • Machen Sie (insbesondere als Vorgesetzte/r) deutlich, dass Sie in ihrem Arbeitsbereich keine sexualisierte Diskriminierung und Gewalt dulden.