• Bei der heutigen Eröffnungsveranstaltung begrüßte Prof. Dr.-Ing. Sebastian Hollermann die digital interessierten Expert_innen aus dem gesamten Bundesgebiet. „Alles verändert sich an ganz vielen Stellen. Die Planung und Modellierung, Prozesse und Werkzeuge, aber auch der BIM-Tag an sich“, sagte der Professor für digitale Baukonstruktion. So gebe es in diesem Jahr Hands-on-Sessions und Workshops, bei denen die Expertise der Teilnehmer_innen besonders gefragt sei. Grußworte richteten sowohl Prof. Thomas Wegener, Vizepräsident für Forschung, Technologietransfer, Gleichstellung und Weiterbildung, als auch Dr. Sven Uhrhan, Stadtbaurat der Stadt Oldenburg, an das Auditorium.

    Pressesprecherin

    Maike Arnold

    E-Mail maike.arnold@jade-hs.de

    Tel. 0441 7708-3161

    Rund 220 Gäste nehmen am BIM-Tag teil. (Foto: Jade HS/Piet Meyer)

    Uhrhan versprach, er wolle die Initiative auch in den nächsten Jahren weitertragen und regte an, das Wissen in die Welt zu tragen.

    „Wir wollen auch weiter den engen Austausch pflegen und behalten und diesen in die nächste Generation bringen.“

    Freuen sich auf den Austausch mit den Expert_innen: Prof. Dr. Sebastian Hollermann, Prof. Dr. Hans-Hermann Prüser, Prof. Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek, Hon. Prof. Hans-Georg Oltmanns, Prof. Thomas Wegener und Dr. Sven Uhrhan, Stadtbaurat der Stadt Oldenburg (Foto: Jade HS/Piet Meyer)

    Prof. Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek, Vorsitzender des Hochschulrates der Jade Hochschule, und Business Relations Executive der Esri Deutschland GmbH, hielt einen Keynote-Vortrag zum Thema „Digitalisierung und Nachhaltigkeit – Widerspruch oder Perspektive?“ Er begann den Vortrag mit der Frage, ob eine Regulierung des Datenkonsums in Betracht gezogen werden sollte. Hintergrund dieser Überlegung ist, dass vier Prozent der weltweiten Klimagasemissionen durch Videos verursacht werden. Dies entspricht etwa dem Wert, den der zivile Flugverkehr an Klimagasemissionen verursacht. In den nächsten fünf bis zehn Jahren ist zu erwarten, dass aufgrund der fortschreitenden Digitalisierung der Konsum von Bewegtbildern zunehmen wird.

    „Wir müssen deshalb über die Vernetzung unserer Digitalstrukturen nachdenken.“

    Prof. Dr.-Ing. habil. Gerd Buziek

    Er resümierte, dass Digitalisierung und Nachhaltigkeit zwar keinen Widerspruch in sich darstellten, jedoch laufe die Gesellschaft Gefahr, Reboundeffekte zu erzeugen. Die Gesellschaft lege mehr Daten ab, als sie nutzen könne. Auch benötigen wir eine offene Infrastruktur und vernetzte Plattformen, um Daten nachhaltig bereitzustellen und zu nutzen. Abschließend sei ein faktenbasiertes Handeln im Sinne der drei Nachhaltigkeitsdimensionen, das ökonomische, ökologische und soziale Aspekte gleichermaßen berücksichtigt, erforderlich.

    Die Teilnehmer_innen wurden direkt zur Eröffnung aufgerufen, sich digital zu vernetzen. (Foto: Jade HS/Piet Meyer)
    Die 220 Gäste können wählen zwischen 30 Fachvorträgen, die verteilt auf zwei Tage angeboten werden. (Foto: Jade HS/Piet Meyer)

    Eines der Schwerpunktthemen auf dem BIM-Tag ist die Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens. Viele aktuelle Bauprojekte ziehen sich unter anderem aufgrund der langwierigen Verwaltungsprozesse in die Länge. Die Digitalisierung kann dabei helfen, diese Prozesse zu verschlanken. Während aktuell bereits in einzelnen Landkreisen die Einführung von digitalen Baugenehmigungsverfahren zur Beschleunigung von Genehmigungszeiten führt, könnte dies in Zukunft durch modellorientierte Prüfungsmechanismen nochmals einen Aufschwung erhalten.

    Hintergrund

    Die Methode Building Information Modeling (BIM) bietet eine Möglichkeit Informationen und Prozesse in einem virtuellen dreidimensionalen Modell zu organisieren: Ein Projekt wird komplett digital durchgespielt, dann erst wird gebaut. So sollen Fehler vermieden und Kosten gespart werden. Zum Einsatz kommen dabei datenbankfähige Softwaresysteme, die die vielschichtigen Arbeitsprozesse der Bereiche Architektur, Bauingenieurwesen, Haustechnik und Facility Management in einem virtuellen Modell zusammenführen.