JW: Herr Dr. Köster, sind Sie der gleichen Meinung wie das Handelsblatt?
Köster: Das Handelsblatt Research Institut gibt unter meiner Beteiligung alle drei Monate eine Konjunkturprognose für Deutschland heraus. Und in der Tat zeigen die Indikatoren ein Ende des Konjunkturzyklus an. Mit einem prognostizierten Wirtschaftswachstum von 0,3 Prozent für das Jahr 2019 befinden wir uns am unteren Ende der Skala im Vergleich mit den anderen Wirtschaftsforschugsinstituten.
JW: Was sind die wesentlichen Gründe dafür?
Köster: Nach einem rund zehnjährigen kontinuierlichem Sinken der Arbeitslosigkeit deutet einiges auf ein Ende des Aufschwungs am Arbeitsmarkt hin. Die Ankündigung der drastischen Stellenstreichungen der Deutschen Bank in dieser Woche reihen sich dabei nur in ähnliche Meldungen aus der Automobilindustrie und der chemischen Industrie ein. Zudem wirken sich die internationalen Handelskonflikte ebenfalls dämpfend auf unseren Außenhandel – den ehemaligen Motor der deutschen Volkswirtschaft – aus.

