„Die jungen Leute werden immer dümmer.“ Das Gymnasium ist die Volksschule von heute.“ „Heute können die Studierenden ja nicht mal mehr einen Dreisatz.“ „Heute macht ja jeder Abitur.“
Was müssen sich unsere Schülerinnen und Schüler und unsere Studierenden nicht alles so anhören! Gottseidank schauen sie dabei zumeist auf ihr Handy und/oder tragen Kopfhörer. Sie können und wollen es einfach gar nicht hören, was die „alten Leute“ so über sie erzählen.
Ich lehre seit fast 30 Jahren, davon 20 Jahre an der Hochschule in Wilhelmshaven. Mein klares Statement: Die jungen Leute sind heute nicht dümmer, nur weil sie anders sind als früher! Sie haben eine andere Sprache und andere Verhaltens- und Kommunikationswege. Doch ist dies etwas Neues? Ich erinnere mich, von meinem Vater Ähnliches über meine Generation gehört zu haben – damals, als ich der „Junge“ war und er der „Alte“.
Ich bin davon überzeugt, dass die Fähigkeiten der jungen Menschen, auf die Deutschland für die Zukunft baut, in keiner Weise geringer sind als die ihrer Eltern oder Großeltern. Früher war eben immer alles schwerer, so glauben wir „Alten“. (Ich definiere die „Alten“ mal aus der Sicht meiner Kinder, fühle mich selber ja noch jung!) Sogar mein drei Jahre älterer Bruder behauptet seit seiner Schulzeit, er habe noch ein „richtiges“ Abitur abgeleistet, mein Abitur hingehen sei ja geradezu hergeschenkt gewesen.

