Autoreifen, Matratzen oder Gummistiefel - aus Kautschuk hergestelltes Gummi wird für sehr unterschiedliche Zwecke verwendet. In der Verarbeitung von Kautschuk werden derzeit aus wirtschaftlichen und technischen Gründen der Einsatz von Automatisierungstechnologien und die Digitalisierung von Prozessabläufen vorangetrieben. Dabei stoßen die neuen Technologien auf Herausforderungen: Das Material ist vielschichtig, die Prozessschritte sind aufwändig und es mangelt an geeigneten Schnittstellen, Kenndaten und Bewertungskriterien für die Vorhersage der Effizienz von Verarbeitungsprozessen. Hier setzt ein aktuelles Forschungsprojekt der Jade Hochschule, des Deutschen Instituts für Kautschuktechnologie e.V. (DIK) und fünf weiterer Kooperationspartner an: In dem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung geförderten Projekt „DIGIT RUBBER“ untersuchen die Wissenschaftler_innen neue Möglichkeiten der digitalen Kautschukverarbeitung - insbesondere durch die Kombination von maschinellem Lernen, klassischer Modellbildung und neuen Messtechnikansätzen.
Als Beispielprozess dient die „Extrusion“, ein Verarbeitungsverfahren, bei dem hochviskose Kautschukmischungen unter Temperatur und Druck durch eine formgebende Düse in ihre finale Geometrie überführt werden. Ziel des Forschungsvorhabens ist es, eine computergestützte Verknüpfung der Produktionskette „Mischen-Walzen-Extrudieren“ zu entwickeln, die es automatisiert ermöglicht, Schwankungen am Material zu erkennen und mit Hilfe künstlicher Intelligenz den Verarbeitungsprozess entsprechend zu regeln. So soll die Produktion effizienter und Qualität der Produkte verbessert werden.

Wissens- und Technologietransfer katrin.keller@jade-hs.de







