Oldenburg. Eigentlich sollte die Grunderneuerung der A29 zwischen dem Ostkreuz Oldenburg und dem Kreuz Ahlhorner Heide bis zu zwölf Jahre dauern. Jade Hochschul-Alumnus Max Hechler beweist in seiner Master-Arbeit, dass es auch in vier Jahren geht. Für seine Ergebnisse wurde der 26-Jährige von der Ingenieurkammer Niedersachsen ausgezeichnet.

Pressesprecherin

Maike Arnold

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Mit Begeisterung zum Bauingenieur

Das Studium an der Jade Hochschule ist für Max Hechler fast schon eine Familientradition. Bereits sein Vater studierte Mitte der 80er Jahre Wirtschaftsingenieurwesen am Campus Wilhelmshaven. „Das Interesse am Bau wurde mir quasi in die Wiege gelegt“, erzählt Hechler, dessen Opa bereits Maurer- und Stahlbetonbaumeister war. Schon als Kind begeisterte er sich für den Straßenbau und den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV)So entschied sich der Oldenburger nach seinem Abitur für den Bachelor-Studiengang Bauingenieurwesen und im Anschluss für den Master-Studiengang Management Engineering mit Vertiefung Infrastruktur an der Jade Hochschule.

Ein besonderes Highlight seiner Studienzeit war eine Exkursion im Bereich Mobilität. Ausgestattet mit Rollatoren mussten die Studierenden den ÖPNV nutzen, um ein Ziel zu erreichen. „Da wurde einem erst bewusst, welche Hindernisse mobilitätseingeschränkte Personen im Alltag haben, etwa wenn ein Aufzug kaputt ist oder Haltestellen nicht barrierefrei sind“, erinnert sich Hechler. Solche praktischen Erfahrungen seien es, die das Bewusstsein für die Verantwortung als Ingenieur schärfen.

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Prof. Dr.-Ing. Martin Betzler übergab den Preis an Mex Hechler.

Masterarbeit mit Auszeichnung

Bereits während seines Master-Studiums arbeitete der 26-Jährige in Teilzeit bei der Autobahn GmbH, wo er schließlich auch sein prämiertes Konzept zur Bauzeitbeschleunigung der A29 entwickelte. In seiner Master-Arbeit ging es um die Grundneuerung des rund 30 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Ostkreuz Oldenburg und dem Autobahnkreuz Ahlhorner Heide. Während bisherige Planungsansätze von einer Bauzeit von 10 bis 12 Jahren ausgingen, untersuchte Hechler in seiner Arbeit verschiedene Abschnittsbildungen und deren Auswirkungen auf die Gesamtdauer. 

Er verglich verschiedene Modelle von Verkehrsführungsvarianten, wobei sich die sogenannte „2+0 Verkehrsführung“ als besonders effizient erwies. Hierbei wird eine Richtungsfahrbahn voll gesperrt, während der Verkehr auf der gegenüberliegenden Seite einspurig an der Baustelle vorbeigeführt wird. Außerdem prüfte Hechler das Verhältnis von Abschnittslängen, die Vorteile paralleler Bautätigkeiten und mögliche Synergieeffekte durch die gewählte Reihenfolge der Maßnahmen als Optimierung der Bauabläufe. In seiner Analyse berücksichtigte er nicht nur die reinen Baukosten, sondern auch die Inflation. Da Bauprojekte mit jedem Jahr teurer werden, kam er zu dem Schluss, dass die Umsetzung in einem einzigen großen Abschnitt die kostengünstigste Variante darstellt. Als Inspiration diente ihm ein Projekt an der A1 bei Osnabrück, wo 32 Kilometer in nur zweieinhalb Jahren ausgebaut wurden. Ziel seiner Untersuchung war es explizit, starre Planungsstrukturen aufzulockern und zu beweisen, dass durch ein ganzheitliches Denken Zeit- und Kostenvorteile entstehen können. Der Bauingenieur arbeitet nach seinem erfolgreichen Masterabschluss nun in Vollzeit bei der Autobahn GmbH und ist dort im Bereich der Streckenplanung tätig. 

Für Hechler war die Entscheidung für die Jade Hochschule ein Glücksgriff. Während an großen Universitäten oft Hunderte in den Vorlesungen sitzen, schätzte er die familiäre Atmosphäre. „In den Vertiefungsmodulen waren wir teilweise nur 20 bis 25 Leute. Man kennt irgendwie alle und auch die Professoren kennen einen“, erinnert er sich. Das Verhältnis zu den Lehrenden beschreibt der junge Bauingenieur als Begegnung auf Augenhöhe. „Die Professoren freuen sich ehrlich mit einem, wenn man einen Job findet oder Erfolge feiert“, berichtet er. Diese persönliche Betreuung geht über den Lehrplan hinaus: Es war sein Professor Dr.-Ing. Rainer Schwerthelm, der ihm nicht nur Kontakte in die Praxis vermittelte, sondern seine Master-Arbeit später auch mit Erfolg für den Preis der Ingenieurkammer vorschlug. „Ich war sehr beeindruckt, dass Herr Hechler sich von ausgetretenen Gedankenpfaden gelöst hat, unvoreingenommen an das Projekt herangegangen ist und auf diese Weise zu diesem recht erstaunlichen Ergebnis kam.“, sagt Schwerdhelm über die Leistung von Max Hechler.

Besser studieren

Die Jade Hochschule mit ihren 3 Studienorten im Nordwesten Deutschlands sieht sich in der Verantwortung für die Entwicklung der Region, in der sie stark verwurzelt ist. Hier trifft ein breites und modernes Fächerangebot auf innovative Formen der Lehre. Die Forschungstätigkeiten der Jade Hochschule zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus, die in Kooperation mit Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden.