Masterarbeit mit Auszeichnung
Bereits während seines Master-Studiums arbeitete der 26-Jährige in Teilzeit bei der Autobahn GmbH, wo er schließlich auch sein prämiertes Konzept zur Bauzeitbeschleunigung der A29 entwickelte. In seiner Master-Arbeit ging es um die Grundneuerung des rund 30 Kilometer langen Abschnitts zwischen dem Ostkreuz Oldenburg und dem Autobahnkreuz Ahlhorner Heide. Während bisherige Planungsansätze von einer Bauzeit von 10 bis 12 Jahren ausgingen, untersuchte Hechler in seiner Arbeit verschiedene Abschnittsbildungen und deren Auswirkungen auf die Gesamtdauer.
Er verglich verschiedene Modelle von Verkehrsführungsvarianten, wobei sich die sogenannte „2+0 Verkehrsführung“ als besonders effizient erwies. Hierbei wird eine Richtungsfahrbahn voll gesperrt, während der Verkehr auf der gegenüberliegenden Seite einspurig an der Baustelle vorbeigeführt wird. Außerdem prüfte Hechler das Verhältnis von Abschnittslängen, die Vorteile paralleler Bautätigkeiten und mögliche Synergieeffekte durch die gewählte Reihenfolge der Maßnahmen als Optimierung der Bauabläufe. In seiner Analyse berücksichtigte er nicht nur die reinen Baukosten, sondern auch die Inflation. Da Bauprojekte mit jedem Jahr teurer werden, kam er zu dem Schluss, dass die Umsetzung in einem einzigen großen Abschnitt die kostengünstigste Variante darstellt. Als Inspiration diente ihm ein Projekt an der A1 bei Osnabrück, wo 32 Kilometer in nur zweieinhalb Jahren ausgebaut wurden. Ziel seiner Untersuchung war es explizit, starre Planungsstrukturen aufzulockern und zu beweisen, dass durch ein ganzheitliches Denken Zeit- und Kostenvorteile entstehen können. Der Bauingenieur arbeitet nach seinem erfolgreichen Masterabschluss nun in Vollzeit bei der Autobahn GmbH und ist dort im Bereich der Streckenplanung tätig.
Für Hechler war die Entscheidung für die Jade Hochschule ein Glücksgriff. Während an großen Universitäten oft Hunderte in den Vorlesungen sitzen, schätzte er die familiäre Atmosphäre. „In den Vertiefungsmodulen waren wir teilweise nur 20 bis 25 Leute. Man kennt irgendwie alle und auch die Professoren kennen einen“, erinnert er sich. Das Verhältnis zu den Lehrenden beschreibt der junge Bauingenieur als Begegnung auf Augenhöhe. „Die Professoren freuen sich ehrlich mit einem, wenn man einen Job findet oder Erfolge feiert“, berichtet er. Diese persönliche Betreuung geht über den Lehrplan hinaus: Es war sein Professor Dr.-Ing. Rainer Schwerthelm, der ihm nicht nur Kontakte in die Praxis vermittelte, sondern seine Master-Arbeit später auch mit Erfolg für den Preis der Ingenieurkammer vorschlug. „Ich war sehr beeindruckt, dass Herr Hechler sich von ausgetretenen Gedankenpfaden gelöst hat, unvoreingenommen an das Projekt herangegangen ist und auf diese Weise zu diesem recht erstaunlichen Ergebnis kam.“, sagt Schwerdhelm über die Leistung von Max Hechler.