JW: Was gefällt Ihnen besonders gut an der Jade Hochschule?
Brucke: Das möchte ich auf den Studienort Elsfleth einschränken, da ich – bis auf meine Zeit als Dekanin – mit den anderen Studienorten nicht viele Berührungspunkte hatte.
Die „Seefahrtsschule“, wie man sie in Elsfleth immer noch nennt, vereint für mich lange seemännische Tradition in der Ausbildung von Nautikern mit globalisiertem Warenverkehr. Der Studienort Elsfleth hat sich in der Zeit, als ich dort tätig war, ständig weiterentwickelt: Die Anzahl der Studierenden ist enorm gewachsen, ebenso die Anzahl der Studiengänge, aber auch bei den Gebäuden und der Infrastruktur ist der Fachbereich immer moderner geworden.
An diesem vergleichsweise kleinen Fachbereich kann man als Professorin mitwachsen und mitgestalten, das ist ein unschätzbarer Vorteil.
Die Verankerung des Fachbereichs in der Stadt, im Landkreis, bei Vereinen, die Zusammenarbeit mit der Behrmann-Stiftung und den nautischen Verbindungen schafft ein ganz besonders Flair an diesem Fachbereich, der auch mich Süddeutsche in den Bann gezogen hat. Die stimmungsvollen Graduierungsfeiern mit Landrat, Bürgermeisterin, manchmal auch Landtagsabgeordneten, dem Shanty-Chor, der Schiffsglocke und dem Schiffsgruß mit dem Typhon, das schafft maritime Stimmung wie aus dem Bilderbuch.
Es ist schon etwas Besonderes, wenn man während des Unterrichts beobachten kann, wie Binnenschiffe auf der Hunte oder Seeschiffe auf der Weser vorbeifahren und – wenn es mal nicht regnet – das Wasser der Hunte so glitzert, dass man verdunkeln muss, um die Folienpräsentation noch sehen zu können…