JW: Frau Prof. Dr. Benra, was reizt Sie an dem neuen Amt?
Benra: Bei meiner Arbeit als Hochschullehrerin machen mir viele Dinge Freude, insbesondere die Lehre und der Umgang mit jungen, interessierten Menschen. Gleichzeitig habe ich auch immer eine gewisse Vielfalt in den Aufgabenstellungen begrüßt. Daher habe ich des Öfteren neue Aufgaben innerhalb der Hochschule übernommen. Ich denke, ich war in so gut wie allen Gremienarten tätig und habe eine ganze Reihe von Funktionen/Ämtern innegehabt (z.B. Datenschutzbeauftragte, Studiendekanin, Forschungsdekanin, Projektleiterin).
Jede dieser Aufgaben hat mich neue Aspekte des Mikrokosmos Hochschule verstehen lernen, was ich als sehr bereichernd empfunden habe. Insofern ist es nur folgerichtig, wenn ich auch der Herausforderung eines Amts im Präsidium der Hochschule positiv gegenüber stehe. Genau das Ressort Internationales, Informations- und Mediensysteme reizt mich, da es viele Bereiche beinhaltet, in denen ich mich gut verortet fühle: Ich habe bereits im internationalen Umfeld in der Industrie gearbeitet und an der Hochschule internationale Projekte geleitet. Der Bereich Informations- und Mediensysteme passt zu meinem Background als Informatikerin. Ich kenne und schätze die Leitungen der zugeordneten Einheiten (IO, HRZ und Bibliothek) seit vielen Jahren und weiß, dass man mit dem Team viel bewegen kann. Letztlich ist ja die wesentliche Motivation für ein solches Amt auch, dass man mitgestalten kann.
JW: Welche Herausforderungen sehen Sie auf sich zukommen?
Benra: Grundsätzlich übernehme ich von Vizepräsident Prof. Dr. Uwe Weithöner ein gut bestelltes Feld, so dass ich auf einer guten Basis aufsetzen kann. Eine Herausforderung, mit der momentan die ganze Welt kämpft, sind die Auswirkungen der Corona-Pandemie. Diese betreffen mein zukünftiges Ressort ebenfalls ganz erheblich: Das Hochschulrechenzentrum kämpft an vorderster Front, um allen Hochschulangehörigen eine funktionsfähige Infrastruktur zur Verfügung zu stellen. Dabei ist es insbesondere problematisch, dass man viele Dinge nicht einfach hochskalieren kann, indem man Geld in das System gibt. Es muss immer auch Menschen geben, die die neue Hardware in Betrieb nehmen und warten können, und die eventuellen Folgen für andere Bereiche der Infrastruktur mitdenken.
Ebenfalls Corona-bedingt gibt es viele zusätzliche Herausforderungen im Bereich der Bibliotheken. Vorgaben hinsichtlich der Einhaltung von Hygiene- Arbeitsschutzanforderungen kollidieren mit baulichen Einschränkungen, so dass leider manche lieb gewordene Möglichkeit (z.B. die Bibliotheken als Studierendenarbeitsplatz) auf der Strecke bleibt. Auch hier arbeitet das Team mit Hochdruck daran, soviel Service und individuelle Beratung wie möglich bieten zu können.
Beim International Office ist man mit einer Vielzahl an Problemen, die aus der Pandemie resultieren, konfrontiert: „Outgoing“-Studierende kontaktieren das Team, um mit den aktuellen Beschränkungen im geplanten Gastland klar zu kommen und für „incoming“-Studierende ist ein ganzes Servicepaket geschnürt worden, von einer Betreuung in einer eventuellen Quarantäne-Zeit bis zu einem Notfonds.
All die oben genannten Aktivitäten bedeuten immer auch Abstimmungsprozesse mit einer Vielzahl anderer Akteure innerhalb und außerhalb der Hochschule. Ich möchte alle Beteiligten dabei unterstützen, sich konstruktiv abzustimmen.