JW: Was wünschen Sie Ihrem Nachfolger?
Beckmann: Ich wünsche ihm eine glückliche Hand und Vertrauen in die vielfältigen Talente aller Mitglieder unseres Fachbereichs.
JW: Welche Herausforderungen gehen Sie jetzt an?
Beckmann: Wir alle sollten daran arbeiten, die Curricula zu vereinfachen, damit durch die Verkleinerung von Lerngruppen die Betreuungsintensität erhöht werden kann. Es gilt, einen Modus zu finden, mit dessen Hilfe den Studierenden das eigenständige Erarbeiten neuer Lösungsfelder besser gelingt. Das würde uns Lehrenden die Freiheit verschaffen, als Individuen ein breites fachliches Spektrum in Lehre und Forschung zu bieten und Vielfalt als Prinzip auszubauen.
Das politische Ansinnen, den Bevölkerungsanteil der akademisch Ausgebildeten zu erhöhen, stellt eine große Herausforderung für uns alle dar. Daher gelangen viele Menschen in ein Studium, die mit einer anderen Ausbildungsform wesentlich besser zurechtkämen. Für diese Situation, was die Hochschule wie unseren Fachbereich betrifft, eine Reaktion zu finden und umsichtig anzugehen, wäre ein Geschenk für alle Beteiligten.
Ich bin weiter im Akkreditierungsverbund für Studiengänge der Architektur und Planungund an der Akkreditierung von Studiengängen anderer Hochschulen beteiligt: Dieser Gang durch die Institutionen hilft mir, auf dem Laufenden zu bleiben und ermöglicht im kleinen Rahmen, Regulierungen in vertretbaren Bahnen zu halten – bevor andere es ausufern lassen.
Die Einführung des neuen Bachelor-Angebots „Urban Design“ ist spannend für einen Fachbereich, der mit seinem generalistisch angelegten Architekturstudium bisher ein Selbstläufer war, was Popularität, Zustimmung bei Profis, Laien, Kolleginnen und Kollegen angeht. Es sollte gelingen, auch den viersemestrigen Master „Urban Design“ zu etablieren, damit den Absolvent_innen bundesweit die Eintragung in die Stadtplanerlisten der Kammern garantiert werden kann.
Ich werde mehr Lehrveranstaltungen geben, mich von guten Gitarren umtreiben lassen und wieder größere Ferienanteile genießen können, ohne dass plötzlich Verwaltungsaufgaben für den Fachbereich hereinschneien.