Mittlerweile veröffentlicht er alle drei Monate zusammen mit dem Handelsblatt Research Institute, für das er von 2015 bis 2017 tätig war, eine Konjunkturprognose.
„Diese befasst sich mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung unseres Landes“, erklärt Köster. „Dabei gebe ich gemeinsam mit meinen Kollegen eine Einschätzung zu den wesentlichen Komponenten, Konsum, Außenhandel, Investitionen im Zusammenhang mit beispielsweise der Arbeitsmarktentwicklung, Inflations- und Zinsentwicklung, sowie der Situation der Staatsverschuldung für das Wirtschaftswachstum ab.“
Prof. Dr. Bernhard Köster
Die Umstellung auf die digitale Lehre aufgrund von Corona sei umständlich gewesen, erzählt Köster, doch nun lehre er tripolar wie er sagt. An seinen Vorlesungen kann man sowohl vor Ort als auch online teilnehmen. Zusätzlich lädt er seine Präsentationen auf YouTube hoch. „Ich bin der Meinung, dass staatliche Hochschulen, die von öffentlichen Geldern bezahlt werden, auch die Lehrtätigkeit öffentlich zugänglich machen sollten.“ Mit „Invertet Classrooms“ und unterstützenden Lehrvideos gäbe es einen viel größeren Mehrwert für die Studierenden. Man könne sich die Zeit und den Ort zum Lernen selber einteilen. „Diese Angebote sollten wir an der Hochschule vermehren und umsetzen“, meint Köster. Die Präsenzlehre bleibt dabei aber ein integraler Bestandteil, denn bei dieser Form entsteht eine ganz andere Gruppendynamik und Bezug zu den Studierenden, was in digitalen Lehrformen nicht einfach umzusetzen ist. Eingebunden in die Lehre sind zudem immer wieder Vorträge (digital oder in Präsenz) externer Fachleute aus dem volkswirtschaftlichen Bereich.
Doch der Professor lebt nicht nur für Forschung und Lehre, sondern ist auch Familienmensch und verbringt gerne Zeit mit seiner Frau und seinen drei Kindern. Er spielt unter anderem Klavier, Schach und Fußballtennis Handball und Fußball. „Für uns als Familie ist Reisen sehr wichtig“, sagt Köster lachend. Und das eher nicht mit dem Auto, sondern mit der Bahn oder dem Fahrrad. So sind er und seine Familie nur bepackt mit Fahrrad und Zelt entlang des Mains, der Ruhr oder des Rheins hierbei hoch bis zur Mündung in Hook van Holland bei Rotterdam gefahren.
Das ist der passende Ausgleich für den Professor, Forscher und Konjunkturexperten, dem die Offenheit und Weite im Blick bei seiner Tätigkeit und Wissensvermittlung für Studierende genauso wichtig ist, wie bei dieser Reiseform.