Oldenburg. In zwei aktuellen Projektarbeiten haben Studierende des Studiengangs Geoinformationswissenschaften raum-zeitliche Analysen des Verlaufs der COVID-19 Pandemie in Deutschland durchgeführt. Diese Analysen können eine Grundlage für weitere epidemiologische Untersuchungen sein. Auf Basis der offiziellen Daten zu COVID-19 vom Robert Koch-Institut auf Landkreisebene wurde der Verlauf der Pandemie über Sieben-Tages-Inzidenzen seit Beginn visualisiert.
Die Projektarbeiten analysieren ausführlich die Ausbreitung von COVID-19 in Deutschland, sowohl räumlich als auch zeitlich. So wurden der Verlauf der Infektionszahlen, aber auch räumliche und raum-zeitliche Hot-Spots, Muster und Ausbreitungen ausgewertet und kartographisch veranschaulicht.
„Mit den eingesetzten geodatenanalytischen Methoden können weiterführende epidemiologische Auswertungen durchgeführt werden. So kann beispielsweise der Einfluss von Impfmaßnahmen, Infektionsschutzmaßnahmen oder Superspreader-Events auf das Infektionsgeschehen räumlich-zeitlich analysiert werden.“
Prof. Dr. Roland Pesch, Betreuer der Masterprojekte
Analysen von Anfang 2020 bis Anfang 2022
Die Analysen wurden für vier Wellen der COVID-19 Pandemie in Deutschland von Anfang 2020 bis Anfang 2022 durchgeführt. In den Ergebnissen sind neben unterschiedlichen Intensitäten der Wellen auch verschiedene räumliche Verteilungen erkennbar. So waren die räumlichen Muster in der ersten Welle noch flächendeckend verteilt und deutlich kleinräumiger. Im Verlauf der Pandemie wurden diese flächenhafter mit größeren Intensitätsunterschieden.
Hot-Spots vorwiegend im Osten und Süden Deutschlands
Zusammenfassend können in den späteren Wellen Hot Spots mit höheren Fallzahlen vorwiegend im Osten und Süden Deutschlands und Cold Spots mit niedrigeren Fallzahlen im Norden und Westen Deutschlands gefunden werden. „Mit Hilfe dieser Arbeit konnten verschiedene raum-zeitliche Muster aufgedeckt und Anknüpfungspunkte für weitere Analysen geschaffen werden“, sagt Master-Studentin Ricarda Sodermanns, die die Arbeit zusammen mit Nicklas Meyer verfasst hat.
Erste raum-zeitliche Analyse über alle vier Corona-Wellen
Seit Beginn des COVID-19-Ausbruchs sind viele Arbeiten mit ähnlicher Herangehensweise, Zeitraum und/oder Untersuchungsgebiet erschienen. Die meisten davon beziehen sich dabei auf die erste oder zweite Infektionswelle.







