Glücklich, wer bis ins hohe Alter eigenständig zuhause leben kann. Um den Wunsch nach einem autonomen Leben im Alter zu erfüllen, müssen einige wesentliche Bedingungen erfüllt sein: Wir brauchen altersgerechten Wohnraum, eine passende Infrastruktur und wir müssen geistig und körperlich fit bleiben. Beweglichkeit ist sehr wichtig, wenn wir so lange wie möglich den eigenen Haushalt führen, einkaufen und unsere sozialen Kontakte pflegen wollen. Unsere Mobilität müssen wir mit regelmäßigen Bewegungsübungen erhalten. Je älter wir werden, umso wichtiger wird das.
Ein besonderer Risikofaktor für unsere Mobilität sind Operationen. Unmittelbar danach – sowie nach längeren Liegephasen – ist die Beweglichkeit eingeschränkt, häufig schwinden die betroffenen Muskeln. Um sie in einer Rehabilitationsphase wiederaufzubauen, brauchen wir Physiotherapie und müssen die Muskeln täglich trainieren.
Nach der Rückkehr nach Hause erschweren zwei Hürden das Training: Zum einen muss man sich zwischen den Physiotherapiesitzungen allein motivieren, die Übungen zu machen. Zum anderen muss man sie aus dem Gedächtnis richtig ausführen. Wer die Bewegungen falsch macht, profitiert weniger davon. Wer mangels Motivation die Übungen zu oft aussetzt, läuft Gefahr, Beweglichkeit und langfristig Lebensqualität einzubüßen.
Roboter NAO als Assistent für Bewegungstraining
Um in Zukunft insbesondere alleinlebende ältere Menschen mit Mobilitätseinschränkungen unterstützen zu können, hat sich eine Arbeitsgruppe um Professor Dr. Frank Wallhoff von der Jade Hochschule unter anderem im Rahmen des europäisch geförderten Projekts „Vitale Regionen“ das Ziel gesetzt, einen computerbasierten Trainingsassistenten zu entwickeln. „Der Assistent soll Menschen motivieren, ihre Bewegungsübungen regelmäßig durchzuführen, um die körperliche Fitness zu erhalten. Er soll die Übungen anleiten und mittels korrigierender Hinweise dabei helfen, dass die Bewegungen richtig ausgeführt werden“, erklärt Jana Tessmer, Mitarbeiterin im Projekt Vitale Regionen.
Sie verantwortet unter anderem die Implementierung des Bewegungstrainings in den Roboter. „Da die meisten Menschen NAO sehr ansprechend finden, haben wir ihn als Schnittstelle ausgesucht“, sagt Tessmer.

yukie.yasui@jade-hs.de





