Beschreibung
Die Bremer Kogge ist ein Schiff aus dem Mittelalter, welches in den frühen 1960er Jahren in der Weser gefunden wurde. Es ist eines der Kernausstellungsstücke der deutschen Schifffahrt im Deutschen Schiffahrtsmuseum Bremerhaven. Die Forschungsaufgabe ist, ein geeignetes Verfahren zu entwickeln und zu etablieren, mit dem die Kogge geometrisch beobachtet wird und ermittelt werden soll, wie sich die Konstruktion des Wracks in der Ausstellungshalle verändert. Ziel ist die Sammlung geeigneter Informationen zur Beurteilung und Planung etwaiger Erhaltungsmaßnahmen.Das Projekt umfasst dabei die Etablierung eines geeigneten Grundlagennetzes zur multi-temporalen Deformationsanalyse, die insbesondere durch die Lage des Museum an der Wesermündung zur Nordsee stark durch Gezeiten beeinflusst ist. Ergänzend ist zu berücksichtigen, dass sich das Ausstellungsstück in bereits in einer Stahlkonstruktion zur Befestigung befindet und in einer dafür angelegten Museumshalle mit entsprechenden Besucherebenen eingebettet ist. Die Umgebungsbedingungen für das Grundlagennetz sind diesbezüglich nicht optimal.Das Monitoring der Kogge selber muss berührungslos erfolgen, aber einem sehr hohen Genauigkeitsniveau entsprechen. So verbleiben nur wenige Messverfahren, die lediglich einen minimalen Eingriff in das Objekt bzw. auf dessen Oberfläche erfordern und zeitgleich höchste Qualitätsniveaus erreichen. Es wird diesbezüglich eine photogrammetrische Lösung angestrebt, deren Lagerung im Grundlagennetz möglich ist. Messpunkte können durch besondere Markierungsverfahren der Restauration schadensfrei am Ausstellungsstück befestigt werden. Die Größe und Ausprägung der Bremer Kogge stellt eine große Herausforderung dar im Hinblick auf die Messbarkeit der Objektpunkte, der Erfassbarkeit aller relevanten Bereiche der Kogge und der geometrischen Qualität über ein Messvolumen mit einer Diagonalen von >25m.Ziel ist die Einrichtung und Etablierung des Monitoringkonzeptes und die Durchführung geeigneter Messkampagnen. Weiterführend sind Analyseverfahren zu entwickeln, die für die örtlichen Bedingungen die Deformationsanalyse der Bremer Kogge erlauben.