Abstract

Der Ansatz der resilienten Systemgestaltung betrachtet die Variabilität der externen Bedingungen und des menschlichen Verhaltens als integralen Bestandteil der Arbeit. Menschliche Zuverlässigkeit und Sicherheit werden nicht durch die Eliminierung, sondern durch das situationsangemessene Management der Verhaltensvariabilität gewährleistet. Dies entspricht dem Wechsel vom „Safety-I“- hin zum „Safety-II“-Paradigma (Hollnagel 2014) für die Systemsicherheit. Dieses Kapitel dient in diesem Kontext mit Fokus auf die teambezogene Verhaltensvariabilität am Beispiel der maritimen Industrie einem dreifachen Zweck: Erstens wird der enge Zusammenhang der im „Resilience engineering“ zentralen Aspekte der Anpassungsfähigkeit, Flexibilität und Wiederherstellbarkeit eines Systems mit Kernkompetenzen effizienter Teamarbeit als Kernpunkte des (arbeits-)kontextbezogenen Verhaltens am „scharfen Ende“ des Systems (Reason 1997) beschrieben. Zweitens wird der – meistens übersehene – Aspekt affektiven Erlebens als aufgabenimmanente Quelle der Verhaltensvariabilität diskutiert. Und drittens werden Möglichkeiten aufgezeigt, Systemresilienz durch die Integration teambezogenen Gefahren- und Fehlermanagements sowie nicht technischer Teamkompetenzen und durch die möglichst vollständige Information und Nachbildung von Variabilitätsformen und -quellen in die maritime Ausbildung zu bewerkstelligen.

Publikationsdetails

Autor_innen
Publikationsjahr

2019

Erschienen in
Seiten

331-357

Verlag

Beuth