Ausbildung
Die Simulationsanlage ist in erster Linie zur Ausbildung des nautischen Nachwuchses beschafft und für diesen Zweck konzipiert worden. Sie steht den Studierenden des Fachbereichs und der Berufsschule Wesermarsch zur Verfügung. Durch den vorhandenen Wartungsvertrag bleibt die Anlage permanent auf dem neuesten Stand, sowohl in Hard- als auch in Software. Davon profitiert die praxisnahe Ausbildung am Fachbereich in Elsfleth, die bisher im Vergleich mit anderen nautischen Ausbildungsstätten den größten Anteil an Simulatorausbildung im Studium aufweisen kann und die Studierenden damit noch besser auf die Aufgaben im Beruf vorbereitet.
Die Simulatorausbildung am Fachbereich Seefahrt und Logistik in Elsfleth umfasst insgesamt für alle Studierenden ca. 162 Vorlesungsstunden; das Modulhandbuch sieht grundsätzlich die folgende Aufteilung vor:
Wachdienst und Navigation II (48 Stunden)
Zu Beginn der Ausbildung am Simulator werden die Studierenden in den Übungen zur Gerätekunde mit der Bedienung aller an Bord der Schiffe vorhandenen Geräte vertraut gemacht. Dazu gehören z. B.
- Radar / ARPA-Geräte
- Elektronische Seekarte
- GMDSS-Anlage (Funkanlage)
- GPS- und übrige Navigationsgeräte
Manövrieren (50 Stunden)
Hier werden die Studierenden in Manövrierübungen und einfachen Übungen zum Seeverkehrsrecht und zur Navigation auf Teilaufgaben der Schiffsführung vorbereitet. Ausbildungsziele sind das Kennenlernen des Manövrierverhaltens verschiedener Schiffstypen und die Anwendung dieser Kenntnisse bei Fahrten in engen Gewässern (hydrodynamische Effekte und ihre Ausnutzung), bei Standardmanövern (z. B. Hafenmanöver, Lotsen-übernahme, Ankermanöver, Hafeneinfahrten, Festmachen) und bei Manövern zur Vermeidung von Kollisionen. Ein weiteres Ziel ist, den Nutzen und den Gebrauch von Landmarken (z. B. bei der Fahrt nach Richtlinien und Sektorenfeuer) zu vermitteln.
Schiffsführung (64 Stunden)
Im letzten Semester üben die Studierenden in einer ersten Einheit die sichere Schiffsführung unter den Bedingungen einer normalen Seewache. Im zweiten Teil des Kurses werden die Studierenden mit außergewöhnlichen Situationen auf See und auf Wasserstraßen konfrontiert; dazu gehören sowohl das richtige Verhalten bei Eintritt unvorhergesehener Ereignisse (z. B. Geräteausfall im engen Revier oder unabsehbares Verhalten anderer Fahrzeuge) als auch Notfallprozeduren bei Unfällen des eigenen Schiffes (z. B. bei Kollisionen) sowie bei Unfällen anderer Schiffe (Such- und Rettungsmanöver).




