Redaktion: Herr Geerdes, was hat Sie zum Wechsel an die Jade Hochschule bewogen?
Geerdes: Ingenieurinnen und Ingenieure müssen auch in Zukunft Antworten auf die Fragstellungen unserer Zeit wie den globalen Klimawandel, die künftige Mobilität, die fortschreitende Digitalisierung oder des gesellschaftlichen Miteinanders finden. Hierzu bedarf es einer qualifizierten Ausbildung unseres Nachwuchses und das Beschreiten innovativer Wege durch exzellente Forschung. Ich bin überzeugt, dass die Jade Hochschule durch ihre Ausrichtung den wachsenden Herausforderungen auch in Zukunft gerecht werden kann. Es freut mich sehr an dieser regional verwurzelten Hochschule mit überregionaler Ausstrahlungskraft künftig als Professor wirken zu dürfen.
Redaktion: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?
Geerdes: Auch wenn es antiquiert erscheinen mag, ist es aus meiner Sicht unablässig, den angehenden Ingenieurinnen und Ingenieuren das notwendige Rüstzeug und Basiswissen für die Arbeitswelt zu vermitteln. Darüber hinaus muss die Leidenschaft und die Neugier auf die großen aber auch kleinen Aufgaben der Zukunft geweckt werden.
Ferner bin ich überzeugt, auf einen aufgeschlossenen und zukunftsorientierten Kollegenkreis zu treffen. Trotz der zunehmenden Spezialisierung in den unterschiedlichen Sachbereichen, als Folge der geschaffenen Rahmenbedingung, muss es auch künftig gelingen, integrativ, interdisziplinär und vernetzt zu wirken. Meine Hoffnung ist, die Jade Hochschule als ein Ort zu erleben, wo sich einerseits unverbrauchte und eifrige sowie andererseits wissende und erfahrende Menschen respektvoll begegnen, um sich gegenseitig zu inspirieren und zu motivieren.
Redaktion: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?
Geerdes: In meiner Denomination spielt das Thema Digitalisierung von Prozessen im Bauwesen eine wesentliche Rolle. Eine der Aufgaben wird sein, dieses recht neue Themenfeld in die Lehre so zu implementieren, dass es an der Jade Hochschule einen interdisziplinären Raum einnimmt. Studierende müssen hier die Innovationen von morgen erleben, verinnerlichen und weitertragen, ohne den Blick auf die Ingenieurverantwortung hinsichtlich der Beständigkeit, der Nachhaltigkeit und dem ethischen Handeln zu verlieren.
Zudem wird es wichtig sein, dieses Themenfeld so zu erforschen, dass allgemeingültige und anwendungsfreundliche Methoden für die Praxis entstehen. Dieses ist ein zentraler Schlüssel zur Erhöhung der Akzeptanz zur breiten Einführung von digitalisierten Prozessmethoden unter der Überschrift „Building Information Modeling“, kurz BIM genannt.

Wissens- und Technologietransfer katrin.keller@jade-hs.de




