JW: Herr Prof. Dr. Denker, was hat Sie zum Wechsel an die Jade Hochschule bewogen?
Denker: Die Digitalisierung ist allgegenwärtig und bietet neue Chancen die Sicherheit und Effizienz des Seeverkehrs zu erhöhen. Seit mehr als sechs Jahren befasse ich mich anwendungsorientiert mit den technischen Systemen, die heutzutage zur Navigation auf Schiffen eingesetzt werden und denen, die zukünftig zur erhöhten Sicherheit und Effizienz für Mensch und Umwelt beitragen. Im Rahmen von Projekten hatte ich des Öfteren Kontakt mit der Jade Hochschule. Mir gefällt hier besonders die Offenheit für innovative anwendungsbezogene Forschung und die praxisorientierte Lehre, wie ich sie beispielsweise im Rahmen von Studien im Simulator am Fachbereich Seefahrt erlebt habe.
JW: Mit welchen Erwartungen und Vorstellungen treten Sie die Professur an?
Denker: Die Jade Hochschule ist bei Reedern bekannt für ihr exzellentes Studium für Nautische Offiziere. Die Branche ist zwar traditionsreich, doch wird sie voraussichtlich durch den steigenden weltweiten Güterbedarf einen Wandel vollziehen müssen, der sich allem Anschein nach durch moderne Technologien sicher unterstützen und gestalten lässt. Ich gehe davon aus, dass künftig Sensordaten an Bord noch stärker ganzheitlich harmonisiert und integriert, zwischen Schiffen ausgetauscht, analysiert und auf neue Arten und Weisen präsentiert werden. Der Schiffsführer wird dabei meiner Meinung nach vom heutzutage stark manuell in die Schiffsführung eingreifenden Entscheider, mit immer mehr Entscheidungsunterstützung durch Assistenzsysteme ausgestattet und wird schlussendlich als Supervisor der Entscheidung eines Assistenzsystems seinen Beitrag leisten.
JW: Welche Schwerpunkte möchten Sie in Lehre und Forschung setzen?
Denker: In meinen Lehrveranstaltungen habe ich das Ziel die angehenden Offiziere nicht nur mit den wichtigen Grundlagen für die Arbeit von heute auszustatten, sondern sie auch auf die Technologien von morgen vorzubereiten. Im Fokus meiner Forschung steht der Nautiker mit seinen technischen Systemen, die zukünftig eine noch sicherere und noch effizientere Fahrt ermöglichen. Die Themenbereiche e-Navigation, Remote Pilotage und Autonomous Shipping spielen für mich hierbei eine wesentliche Rolle, sowie die Unterstützung konventioneller Navigationsverfahren mit moderner Technologie. In diesen Bereichen ergeben sich Verbesserungsmöglichkeiten an der Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine an Bord, in den Verkehrszentralen, und auch in landseitigen Kontrollzentren.

Wissens- und Technologietransfer katrin.keller@jade-hs.de




