Lehmkuhl: Die Denomination der Professur „Unternehmensführung, Personal & Kommunikation“ ist weit gefasst. Zudem mag sie angesichts ihrer Verortung im stark ingenieursgeprägten Fachbereich Bauwesen, Geoinformation & Gesundheitstechnologie (BGG) zunächst verwundern und als Exot wahrgenommen werden.
Meine Überzeugung allerdings ist klar: (Bau-)Projekte scheitern in den seltensten Fällen an Technik oder Tools, sondern meist am Faktor Mensch. Unklare Rollen, mangelnde Erwartungsklärungen und nicht gelungene Kommunikation führen zu Konflikten, Verzögerungen und Mehrkosten – und im schlimmsten Fall zum Scheitern ganzer Vorhaben.
Genau hier möchte ich ansetzen und die Curricula sinnvoll anreichern. In der Lehre ist es mir wichtig, Studierende dafür zu sensibilisieren, dass ihr Auftreten, ihre Kommunikation und ihr Führungsverständnis einen entscheidenden Unterschied machen können.
In der Forschung liegen meine Schwerpunkte insbesondere in der strategischen Personal- und Organisationsentwicklung sowie in Transformationsprozessen. Themen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, demografischer Wandel und vieles mehr bringen in den kommenden Jahren viele Veränderungen mit sich – und sie erfordern erhebliche Investitionen. Weitgreifende Transformationsvorhaben haben allerdings nur in den Fällen eine Chance auf Umsetzung, in denen sie kommunikativ begleitet werden und auf gesellschaftliche wie organisationale Akzeptanz stoßen. An genau dieser Schnittstelle zwischen Technik, Organisation und Kommunikation möchte ich sowohl in der Lehre als auch in der Forschung Akzente setzen und einen Beitrag zur Verständigung unterschiedlichster Interessens- und Anspruchsgruppen leisten.