Putzar: Ganz sicher wird die zukünftige Arbeit von den großen Themen Klimawandel und Digitalisierung geprägt sein. Zum Beispiel haben die jüngsten Hochwasserereignisse den immer noch großen Forschungsbedarf beim Hochwassermanagement aufgezeigt.
Extremereignisse des Niederschlags wechseln sich mit längeren, sehr trockenen Perioden ab. Das stellt den Umgang mit Wasser, also die Wasserwirtschaft und den Wasserbau in Gänze, vor neue Herausforderung.
Daneben gilt es, den wachsenden Anforderungen zum Umwelt- und Naturschutz gerecht zu werden.
Doch die Auswirkungen des Klimawandels sind nicht nur bei Abflussereignissen zu spüren. Auch im Küstenbereich werden wir mit einem steigenden Meeresspiegelanstieg konfrontiert, während der Nutzungsdruck zum Beispiel durch Windenergie oder LNG immer weiter zunimmt. Hier sind zukunftsfähige, generationenübergreifende und nachhaltige Lösungen gefragt. Aus meiner Sicht sind solche Themenfelder nur mit interdisziplinären Teams erfolgreich zu bewältigen. Die Jade Hochschule bietet hierfür die besten Voraussetzungen.
Ein wichtiges Thema ist aber auch, das Wissen im Rahmen einer vorzüglichen Lehre nahezubringen. Hierzu habe ich ganz konkrete Vorstellungen. Die Lehrinhalte sollen intellektuell fordern und die Studierenden zu einem selbstständigen und eigenverantwortlichen Arbeiten befähigen (Selbststeuerung und Selbstwirksamkeit - angeleitetes Selbststudium). Es begeistert mich, wenn die Studierenden das von mir vermittelte Wissen selbstständig anwenden und dies gegebenenfalls sogar über den in der Lehrveranstaltung vermittelten Rahmen hinaus.