Seit dem Sommer ist Hans-Peter Ratzke der neue Leiter des Zentrums für Weiterbildung. Anke Westwood, Redaktionsleiterin der Jade Welt, sprach mit dem 59-Jährigen über seine Ziele und Pläne.
JW: Herr Ratzke, was wollen Sie anders machen als ihr Vorgänger, der ja nun seit März im Ruhestand ist?
Ratzke: Das ist eine etwas unfaire Frage. Mein Vorgänger, Holger Oetken, hat das ZfW über 25 Jahre lang geprägt und zu einer festen Größe der Weiterbildungslandschaft geformt, bevor er im März 2019 in den Ruhestand ging. Aufgrund neuer Rahmenbedingungen und Anforderungen ist es meine Aufgabe und Motivation, das ZfW jetzt wieder vom temporären Abstellgleis aufs Fahrgleis setzen und den Zug dauerhaft in Bewegung halten. Dazu werden wir zu aktuellen Themen, auch unter Verwendung digitaler Medien, neue Weiterbildungsformate entwickeln. Weiterbildung gehört neben Forschung und Lehre schließlich zu den gesetzlich verankerten Pflichtaufgaben einer Hochschule.
JW: Wie wollen Sie das umsetzen?
Ratzke: Unsere Arbeit basiert auf zwei Säulen: Für Externe werden wir gemeinsam mit unseren Experten neue Angebote und Formate zunächst auf regionaler Ebene entwickeln und anbieten. Dabei orientieren wir uns an den Kompetenzen, die wir in der Jade Hochschule haben. So wollen wir Angebote zum Beispiel in den Bereichen Gesundheit, Digitalisierung im Bauwesen oder Klimaschutz vorantreiben. Gleich im ersten Halbjahr 2020 werden wir z.B. zusammen mit Frau Dr. Koppelin ein Weiterbildungsangebot im Pflege- und Gesundheitsbereich aufsetzen. Langfristig wollen wir unser Angebot bundesweit ausbauen.
JW: Welches ist die zweite Säule Ihrer Arbeit?
Ratzke: Die interne Weiterbildung im didaktischen Bereich zählt ebenso zu unseren Aufgaben. Hier hat das ZfW gerade die Verantwortung für das Neuberufenen-Programm übernommen. Dieses wollen wir nach und nach auch für alle Lehrenden an der Jade Hochschule ausbauen. Das Neuberufenen-Programm ist Teil der Zielvereinbarung, die wir mit dem Ministerium geschlossen haben und in der eine systematische Verbesserung der Lehre festgeschrieben ist.
JW: Welches Team steht Ihnen im ZfW zur Seite?
Ratzke: Derzeit haben wir mit Regina Müller-Bollenhagen eine erfahrene Leiterin der Geschäfststelle und mit Eva Kramer eine hervorragende wissenschaftliche Mitarbeiterin, die uns ab Januar auch ganztags unterstützen wird. Wir hoffen, dass wir im Laufe des kommenden Jahres noch einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin hauptsächlich für die Konzipierung der Angebote für Externe gewinnen können.
JW: Sie waren viele Jahre lang der Leiter des Forschungsmanagements. Was qualifiziert Sie nun für die Aufgaben im ZfW?
Ratzke: Zunächst bin ich sicher, dass mein Nachfolger, Dr. Helge Bormann, das Forschungsmanagement efolgreich weiterführen wird. Da ich viele Jahre in Unternehmen gearbeitet habe und fast ebenso lange an der Hochschule tätig war, bin ich sozusagen „in beiden Welten zu Hause“. Ich weiß, wie die Wirtschaft tickt und habe Erfahrungen, welche „Sprache“ die Verwaltung spricht.


