Wilhelmshaven. Ganz im Zeichen der Pressefreiheit stand diese Woche für rund 30 Studierende von acht verschiedenen europäischen Hochschulen, die auf Einladung des Studiengangs Medienwirtschaft und Journalismus an der Jade Hochschule in Wilhelmshaven zu einer gemeinsamen Factcheck-Woche zusammengekommen sind. Vertreten waren die Autonome Universität Barcelona (Spanien), die Haaga Helia Universität Helsinki (Finnland), die Hochschule Utrecht (Niederlande), die Thomas More Hochschule in Mechelen (Belgien), die University of Georgia (Tiflis, Georgien) sowie die Mariupol State University und die Kyiv Metropolitan University (Ukraine) und die Jade Hochschule selbst.

Pressefreiheit vor dem Hintergrund des Angriffskriegs auf die Ukraine 

Pressesprecherin

Maike Arnold

E-Mail maike.arnold@jade-hs.de

Tel. +49 441 7708-3161

Zitat von Alice Düwel

Für uns alle war es im Laufe der Woche ein wichtiges Learning, zu sehen, wie unterschiedlich die Sicherheitssituation in den teilnehmenden Ländern ist, darunter ja die Ukraine und Georgien. Selbst das Beziehen von Daten von Organisationen wie Reporter ohne Grenzen, die in Russland unterwünscht sind, kann zu Repressionen für Journalist_innen und Factchecker_innen führen, die diese Daten nutzen. Ich fand es beeindruckend, wie mutig die Studierenden damit umgehen.

Alice Düwel

Gruppenarbeit und Diskussionen (Foto: Jade HS/Letje Malle)

Internationale Teamarbeit und vielfältige Vorträge

Die ganze Woche über arbeiteten die Studierenden in international besetzten Teams an unterschiedlichen Faktenchecks, wobei sie Aussagen von Politiker_innen nach einem international anerkannten Prüfschema für Factchecking auf ihren Wahrheitsgehalt untersuchten. Dabei wurden sie von jeweils einer Lehrkraft von den Gast-Hochschulen oder von der Jade Hochschule betreut. Neben der Gruppenarbeit hörten die Studierenden Gastvorträge, unter anderem zu den Themen Pressefreiheit in Europa, Factchecking in Kriegszeiten, zum Einfluss Russlands auf Georgien und zu den Veränderungen im Mediensystem Georgiens sowie zum Dualen Mediensystem und Herausforderungen für die Pressefreiheit in Deutschland. 

Vortrag von Dr. Christoph Rosenthal, Leiter Zentrale Aufgaben im ARD-Generalsekretariat (Foto: Jade HS/Letje Malle)

Spannende Exkursion nach Bremen und viele Learnings

Höhepunkt des Rahmenprogramms war eine Exkursion zum Funkhaus von Radio Bremen, wo die Studierenden und Lehrenden der beteiligten Hochschulen eine Führung durch die Räume des Senders erhielten und einen Vortrag zum Thema „Manipulation und Künstliche Intelligenz“ von Frank Schulte, Regionalleiter bei Radio Bremen, hörten. 

„Ich nehme als wichtigstes Fazit mit, dass man in nur wenigen Tagen wirklich viel erreichen kann, selbst wenn man die Leute, mit denen man arbeitet, noch nicht so gut kennt. Man baut Vertrauen auf und merkt schnell, wer worin gut ist“, ergänzt Bence Horváth (Mechelen). „Besonders gut hat mir aber auch die Studioführung bei Radio Bremen gefallen. Den Radiomoderator live bei der Arbeit zu sehen, hat mir das Gefühl gegeben, dass das Ziel greifbar ist. Es ist nicht nur eine zeitliche Frage, sondern etwas, das man wirklich erreichen kann.“ 

Die Ergebnisse der Studierenden werden im Nachgang auf der EUfactcheck-Website veröffentlicht: eufactcheck.eu – Powered by EJTA

Zitat von Studentin

Wenn ich auf die Woche zurückblicke, wird mir auf jeden Fall in Erinnerung bleiben, wie unterschiedlich die politischen Situationen, Kulturen und Kommunikationssysteme in europäischen Ländern sind. Umso wichtiger ist es, sich immer wieder bewusst zu machen, was um uns herum geschieht, und unterschiedliche Perspektiven zu verstehen.

Martina Garcia Ballesper, Studentin aus Barcelona

Besser studieren

Die Jade Hochschule mit ihren drei Studienorten im Nordwesten Deutschlands sieht sich in der Verantwortung für die Entwicklung der Region, in der sie stark verwurzelt ist. Hier trifft ein breites und modernes Fächerangebot auf innovative Formen der Lehre. Die Forschungstätigkeiten der Jade Hochschule zeichnen sich durch einen hohen Praxisbezug aus, die in Kooperation mit Unternehmen, Verbänden und anderen Institutionen sowie Hochschulen und Forschungseinrichtungen durchgeführt werden.