JW: Mit welchen Herausforderungen mussten Sie bei der Organisation der Sprachreise in Zeiten der Pandemie umgehen?
Goodfellow: Während der Pandemie ist faktisch jedes Vorhaben, bei dem physische Begegnungen stattfinden, mit organisatorischen Unsicherheiten verbunden. So hat der Anbieter beispielsweise spezielle Corona-Stornierungsbedingungen erarbeitet. Letztlich haben trotz der Pandemie einige Studierende gebucht und es keineswegs bereut. Wir hatten im Jahr 2019, also vor Corona, insgesamt 19 Teilnehmende, im Jahr 2020 waren es zwei, und im September 2021 sind drei Studierende nach Malta gereist. An diesen Zahlen wird der Effekt der Pandemie ganz deutlich.
JW: Welche Bedeutung hat die Internationalisierung des Fachbereichs Wirtschaft für die Region?
Goodfellow: Die Studierenden sollten Kenntnisse und Fähigkeiten nicht nur für die nächsten Monate erwerben, sondern für ihr ganzes Leben. Es reicht nicht aus zu sagen: „Wenn ich in Friesland am Bankschalter stehe, muss ich keine internationalen Erfahrungen und keine Englischkenntnisse haben.“ Die international ausgehandelten aufsichtsrechtlichen Anforderungen an Finanzdienstleister werden zuerst in englischer Sprache publiziert. Deshalb hat das Institut, das die regulatorischen Anforderungen auf Englisch lesen und verstehen kann, die meiste Zeit für die Umsetzung der Regelungen.
Auch ist es denkbar, dass der Ausbau des Jade-Weser-Ports zu englischsprachiger Kundschaft bei Finanzdienstleistern in der Region führt. Zudem mag es vorkommen, dass als Unternehmenssprache in einem Institut Englisch gewählt wird. Schließlich formt der etwas distanziertere Blick auf die eigenen Gepflogenheiten auch die Persönlichkeit, wovon sowohl die einzelnen Studierenden als auch die Unternehmen und die Gesellschaft insgesamt profitieren.