Die Digitalisierung spielt an der Jade Hochschule nicht nur in Zeiten der Corona-Krise eine entscheidende Rolle: Das Thema „digitales Bauen“ hat die Hochschule in der Forschung und Lehre bereits fest etabliert – unter anderem in dem Forschungsschwerpunkt „Digitales Bauen und Informationstechnologie“, im Studiengang „Bauinformationstechnologie“ oder im Bereich „Gebäudedatenmodellierung (BIM)“.
Das Bundesministerium für Bildung und Forschung ermöglicht der Jade Hochschule jetzt mit einer Fördersumme von 1,2 Millionen Euro die Einrichtung eines digitalen Labors.
„Um digitale Prototypen in reale Systeme zu überführen und Innovationen für die breite Öffentlichkeit zugänglich zu machen, soll das Labor hochschulweit und in Zusammenarbeit mit Partnern aus der Wirtschaft und Verwaltung genutzt werden“,
sagt Dr. Sebastian Hollermann, Professor für digitale Baukonstruktion an der Jade Hochschule.
Ein Beispiel aus der Praxis ist die Simulation von Bauabläufen. „Besonders im städtischen Kontext, wo Baustellen oft beengt sind und viele Verkehrsteilnehmer die Baustellenzufahrt kreuzen, können wir in dem neuen Labor Fragen der Anlieferung, Baustofflagerung und Sicherheit frühzeitig mit allen Projektbeteiligten klären“, sagt Matthias Meyer, Leiter Kalkulation Rohbau der Alfred Döpker GmbH & Co. KG, der das Projekt seit Beginn unterstützt. So könne das regionale Unternehmen bereits in der Planungs- oder Kalkulationsphase Probleme frühzeitig erkennen und lösen, bevor sie real auf der Baustelle entstehen. „Das spart enorm Zeit und damit eben auch Geld.“
Ausstattung des Labors – digital Engineering
Hauptbestandteil des geplanten Labors ist eine „Mixed reality Cave“ - ein Raum zur Projektion einer dreidimensionalen virtuellen Realität. Um digitale Modelle zu erleben, anzupassen oder Simulationen durchzuführen, können mehrere Benutzer_innen gleichzeitig darin interagieren. Hierfür werden unter anderem „Augmented Reality“-Bauhelme mit integriertem Computer, „Handheld“-Positionierungssysteme, die mit Sensoren versehen die eigene Position anzeigen und ein mobiler Roboter genutzt. Zudem lassen sich im Sinne der „Mixed Reality“ auch reale Gegenstände, wie 3D-gedruckte Modelle, in die virtuelle Welt integrieren. So kann zum Beispiel die Interaktion von Mensch und Maschine in komplexen Fertigungsszenarien oder auf Baustellen abgebildet werden. Über die interaktive Robotik erhalten die beteiligten Partner die Möglichkeit frühzeitig Prototypen über interaktive Modelle zu erfahren und testen.

Wissens- und Technologietransfer katrin.keller@jade-hs.de

