Willemsen: In der angewandten Forschung beschäftige ich mich seit vielen Jahren mit der Multi-Sensor-Fusion, insbesondere mit Low-Cost-Sensorik. Der Fokus liegt dabei auf aktuellen Fragestellungen im Maschinenbau und im Bauwesen, beispielsweise im Bereich der Zustandsüberwachung von Brückeninfrastrukturen.
Während meiner Promotionszeit an der HafenCity Universität Hamburg habe ich mich intensiv mit Location-Based-Services, insbesondere mit der Innenraumpositionsschätzung, auseinandergesetzt. Dabei kamen Kombinationen aus Low-Cost-Sensoren und Fusionsalgorithmen zum Einsatz, um kostengünstige und praxistaugliche Lösungen zu entwickeln. Die Übertragung dieser Konzepte auf Fragestellungen der Ingenieurgeodäsie und der Industriellen Messtechnik stellt für mich einen besonders spannenden Ansatz dar.
Neben der Sensorfusion auf Hardware-Ebene (nicht ausschließlich Low-Cost) zählen insbesondere Fusions- und Filteralgorithmen zu meinen Forschungsschwerpunkten, darunter Kalman-Filter und Partikelfilter, sowie der Einsatz lernender Algorithmen.
An der Jade Hochschule strebe ich einen interdisziplinären Austausch an, der an meine genannten Interessensgebiete anknüpft und die Entwicklung praxisnaher Lösungen ermöglicht. Ich freue mich auf die Zusammenarbeit und bin gespannt auf die Themen, die wir künftig gemeinsam bearbeiten werden.
In der Lehre sehe ich zwei klassische Schwerpunkte: Zum einen die Vermittlung fundierten Grundlagenwissens als Basis für die ingenieurwissenschaftliche Tätigkeit. Zum anderen müssen wir uns bewusst sein, dass wir die Ingenieurinnen und Ingenieure von morgen ausbilden. Aktuelle und zukünftige Herausforderungen sollten daher ebenso Bestandteil der Lehre sein. Eigene Forschungsaktivitäten bieten hierbei einen großen Mehrwert, da Studierende über Seminare sowie Projekt- oder Gruppenarbeiten aktiv in diese Fragestellungen eingebunden werden können. So werden sie frühzeitig an forschungsnahe und moderne Arbeitsweisen herangeführt.