JW: Wie war der Stand in Sachen Dienstvereinbarung Mobiles Arbeiten vor der Corona Krise?
Henze: Vor der Zeit von Corona gab es Bemühungen einer Überarbeitung der landesweit geltenden Dienstvereinbarung (DV) zu schaffen. Diese sollte nicht nur für alle Hochschulen, sondern für alle Dienststellen des Landes gelten. Die bestehende DV kennt nur den Teil der Telearbeit – mobiles Arbeiten ist dort nicht geregelt. Ein Streitpunkt unter den verschiedenen Ministerien und der Arbeitgebervertretung war zum Beispiel die Höhe des möglichen Anteils der Tele-/mobilem Arbeiten an der Gesamtarbeitszeit. Die Arbeitgeberseite hatte Vorbehalte gegenüber einer großzügige Nutzung von Arbeitsplätzen außerhalb der Dienststellen. Wir vor Ort mussten aber die verbindlichen Regelungen der landesweiten DV abwarten, damit Regelungen in einer örtlichen DV nicht im Widerspruch zu dieser standen.
JW: Was hat sich seitdem verändert?
Henze: Corona hat dazu geführt das obige Vorbehalte „über Nacht“ verschwanden. Allerdings scheint auch die gesamte Überarbeitung verschwunden. Jedenfalls regeln die Hochschulen zurzeit ihre Tele-/mobile Arbeit in örtlichen DV‘s. Der Personalrat hat dazu Beratungen aufgenommen und wir werden mit den Kollegen_innen einen Vorschlag erarbeiten, den wir dem Präsidium unterbreiten werden.
JW: Ihre Prognose - wie werden wir in zehn Jahren an der Jade Hochschule arbeiten?
Henze: So weit mag ich nicht in die Zukunft schauen. Corona hat gezeigt wie schnell sich Arbeits-, sogar ganze Lebensbedingungen, verändern können. Wichtig ist mir, dass wir schnell und flexibel unter Wahrung der Gesundheit der Kolleg_innen handeln können. Konkret bin ich davon überzeugt, dass kurzfristig nicht mehr alle Kolleg_innen fünf Tage die Woche an ihrem Arbeitsplatz in der Hochschule arbeiten werden.