Heuer: Ich möchte in meinen Seminaren und Vorlesungen die Neugier für die Theorien der Sozialen Arbeit wecken und den Theorie-Praxis-Transfer vorantreiben.
Theorien sind nicht grau und verstaubt, sondern bunt und genauso vielfältig und überraschend wie die sozialarbeiterische Praxis selbst.
Die fachliche Reflexion von konkreten Fall- und Lebensgeschichten ist ohne einen sicheren Umgang mit den Theorien Sozialer Arbeit kaum professionell auszugestalten. Meine Lehrveranstaltungen werden fachdidaktisch so konzipiert sein, dass die Studierenden diesen sicheren Umgang erproben und Reflexionsprozesse systematisch erlernen können. Darüber hinaus wird gerade von allen Mitarbeiter_innen des Studienganges an der Verzahnung und inhaltlichen Abstimmung der verschiedenen Module im Sinne des Gesamtcurriculums gearbeitet.
Neben der Weiterentwicklung der Lehre sind langfristig kooperative Forschungsprojekte mit anderen Hochschulen geplant, die beispielsweise die Straf- und Repressionsorientierung des berufsbezogenen Selbstkonzeptes von Expert_innen untersuchen. Auf der Grundlage bisheriger Vorarbeiten bildet die Adressat_innenforschung zur sogenannten Systemsprenger_innen-Debatte ebenfalls einen Forschungsbereich ab, den ich langfristig in meine Planungen einfließen lassen werde. Meine bisherigen Forschungs- und Arbeitsschwerpunkte der Devianz- und Intensivpädagogik, der pädagogischen Übergangsgestaltung von jungen Erwachsenen ins Übergangs- und Ausbildungssystem, der wohlfahrtsstaatlichen Transformationsprozesse der Arbeits- und Sozialpolitik werden immer wieder praxisnahe Schlüsselthemen in meinen Theorieveranstaltungen sein. Mich interessiert besonders die Frage, welche professionellen Voraussetzungen entscheidend sind, um Kinder und Jugendliche optimal bei ihrer Lebensbewältigung zu unterstützen, die gesamtgesellschaftlich als hochgradig „schwierig“, „auffällig“ oder „besonders herausfordernd“ beschrieben werden. Beim Beantwortungsversuch dieser Frage wird schnell deutlich, welche Kompetenzvielfalt sich Sozialarbeiter_innen aneignen müssen. Ein mehrperspektivischer Blick auf die jeweiligen sozialen Situationen und die Schärfung der eigenen Stärken spielen hier eine entscheidende Rolle zur Entwicklung einer überzeugenden Berufsidentität.