• Energie- und Kosteneinsparungen durch den Einsatz von Recyclingprodukten

    Schoon analysierte in ihrer Bachelorarbeit die Frage, ob die Verwendung des Recyclingprodukts Asphaltgranulat (AG) – „alter“ und zerkleinerter Asphalt – während eines Lebenszyklus einer Asphaltstraße einen energetischen Vorteil bringt.

    Zur Ermittlung der Daten untersuchte sie eine 100 Meter lange Modellstraße. Per Literaturrecherche bestimmte die gebürtige Auricherin die jeweiligen Energieaufwendungen der einzelnen Vorgänge und bilanzierte den Energieaufwand für das Asphaltmischgut ohne AG und mit AG. Ergebnis: Bei einem Einsatz von 40 Prozent AG war eine energetische Einsparung von rund zehn Prozent möglich. Hochgerechnet auf eine längere Straße wäre die Einsparung sogar deutlich höher. Weiteres Einsparpotenzial ergebe sich dadurch, dass ein Asphaltmischwerk bei größeren Mengen deutlich energieeffizienter arbeiten würde.

    Preisverleihung im alten Landtag (v.li.): Prof. Dr. Hero Weber, Vizepräsident für Studium und Lehre, Preisträgerin Ina Schoon, Zweitprüfer Hilko Kruse-Edenhuizen und Erstprüfer Prof. Dr. Rainer Schwerdhelm. Foto: Piet Meyer/Jade HS
    Preisverleihung im alten Landtag (v.li.): Prof. Dr. Hero Weber, Vizepräsident für Studium und Lehre, Preisträgerin Ina Schoon, Zweitprüfer Hilko Kruse-Edenhuizen und Erstprüfer Prof. Dr. Rainer Schwerdhelm. Foto: Piet Meyer/Jade HS
    Schoons Fazit: Durch den Einsatz des Recyclingprodukts Asphaltgranulat können Ressourcen-, Energie- und schließlich auch Kosten eingespart werden. Foto: Piet Meyer/Jade HS
    Schoons Fazit: Durch den Einsatz des Recyclingprodukts Asphaltgranulat können Ressourcen-, Energie- und schließlich auch Kosten eingespart werden. Foto: Piet Meyer/Jade HS

    Die größten Energieeinsparungen stellte die 25jährige jedoch bei der Gewinnung der Ausgangsmaterialien und dessen Transport fest: Hier werde bei der Zugabe von 80 Prozent AG sogar bis zu 21 Prozent der Energie eingespart. Da Asphaltgranulat aus „altem“ Asphalt besteht, der sonst als Abfall entsorgt werden müsste, wird durch die erneute Verwendung Abfall vermieden. Schoons Fazit: Durch den Einsatz von AG können Ressourcen-, Energie- und schließlich auch Kosten eingespart werden.

    Jurypräsident Prof. Dr. em. Jürgen Mittelstraß gratulierte Ina Schoon zu ihrer herausragenden Arbeit: „Diese Arbeit sollte Verbreitung unter den Arbeitgebern und -nehmern im Straßenbau finden.“ Foto: Piet Meyer/Jade HS
    Jurypräsident Prof. Dr. em. Jürgen Mittelstraß gratulierte Ina Schoon zu ihrer herausragenden Arbeit: „Diese Arbeit sollte Verbreitung unter den Arbeitgebern und -nehmern im Straßenbau finden.“ Foto: Piet Meyer/Jade HS

    Herausragende, wissenschaftlich fundierte Ingenieursarbeit

    „Ina Schoon ist mit großem Engagement die Thematik angegangen und hat eine herausragende, wissenschaftlich fundierte Ingenieursarbeit abgeliefert“, sagt Prof. Dr. Thomas Priesemann, Studiendekan der Abteilung Bauwesen. Im Ergebnis stehe erstmalig eine Datenkette, die die Klimarelevanz einer realitätsgerechten Straßenbaumaßnahme von der Gewinnung der Rohstoffe über ihre Verarbeitung, den Transport der fertigen Waren und deren technischen Einbau beschreibt. Diese könne für eine sinnvolle Entscheidungsfindung beispielsweise für die Politik herangezogen werden kann.

    Betreut wurde Schoons Bachelorarbeit von Erstprüfer Prof. Dr. Rainer Schwerdhelm von der Jade Hochschule und Zweitprüfer Hilko Kruse-Edenhuizen von der STRABAG AG. Ina Schoon absolviert derzeit ein Trainee Programm bei der STRABAG AG in Jaderberg.

    Wissenschaftspreis der OLB-Stiftung

    Die Stiftung der Oldenburgischen Landesbank prämiert exzellente Abschlussarbeiten mit insgesamt 35.000 Euro. Mehr als 80 Absolventinnen und Absolventen der staatlich anerkannten Universitäten und Hochschulen im Nordwesten bewarben sich um die Auszeichnungen. Prämiert wurden drei Studienabschlussarbeiten und drei Doktorarbeiten. Unter den Preisträger_innen waren in diesem Jahr sechs Frauen und zwei Männer.

    Weitere Auszeichnungen: