Irgendwann habe sie gemerkt, dass der ständige Input über die sozialen Medien nicht mehr hilfreich, sondern belastend wurde. Angetrieben von ihren eigenen Erlebnissen und der Überzeugung, dass sie mit ihrem Gefühl nicht allein war, entschied sich Lamping in ihrer Bachelor-Arbeit den Einfluss von Fitness-Influencer_innen auf deren Follower_innen genauer zu analysieren. Mithilfe einer quantitativen Online-Befragung untersuchte sie, welche Bedürfnisse – etwa nach Information, Unterhaltung, Motivation oder sozialer Interaktion – durch Fitness-Inhalte befriedigt werden und welche Wirkung diese Inhalte auf die Konsument_innen haben.
Einblicke in die Ergebnisse der Bachelor-Arbeit
Die Ergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Fitness-Influencer_innen erfüllen vor allem das Bedürfnis nach Information und Unterhaltung. Die populärsten Inhalte sind Trainingstipps, Ernährungsempfehlungen und Trainingseinblicke. Gleichzeitig zeigte sich jedoch, dass die Glaubwürdigkeit vieler InfluencerInnen angezweifelt wird, was dazu führt, dass das Informationsbedürfnis oft unvollständig befriedigt bleibt. Das zielorientierte Bedürfnis, etwa nach Motivation und Inspiration, spielt ebenfalls eine wichtige Rolle. Viele Nutzer_innen fühlen sich durch Fitness-Inhalte angespornt, neue Übungen auszuprobieren oder ihre Ernährung zu verbessern. Doch die Ergebnisse zeigen auch eine Schattenseite. Der Vergleich mit idealisierten Darstellungen kann Selbstzweifel und Unsicherheiten hervorrufen, wie es die Friesoytherin auch selbst erlebte.
Trotz der kritischen Erkenntnisse betrachtet die 23-jährige Fitness-Inhalte nicht ausschließlich negativ. „Es gibt viele Kanäle, die wertvolle und fundierte Informationen liefern“, erklärt sie. Entscheidend sei, wie bewusst man mit diesen Inhalten umgehe. Sie selbst nutzt Social Media inzwischen gezielter, etwa zur Recherche spezieller Übungen und meidet die ständige Präsenz, die zuvor belastend war. Die Plattform TikTok nutzt sie seit einiger Zeit bewusst nicht mehr.
Lampings Bachelor-Arbeit zeigt, dass der Einfluss von Fitness-InfluencerInnen ambivalent ist: Sie können motivieren und inspirieren, gleichzeitig aber auch unrealistische Erwartungen schüren. Zudem wurde in ihrer Arbeit deutlich, dass Nutzer_innen oft Schwierigkeiten haben, ihre eigenen Bedürfnisse und Motive beim Konsum solcher Inhalte klar zu benennen.
Vorbereitet für die Zukunft