• Beschreibung

    Der Forschungsverbund DiViAS wird bislang kaum verknüpfte wissenschaftliche Methoden und Praktiken in der Digitalisierung, Forschung und Repräsentation von Sammlungsgut aus kolonialen Kontexten in einem zukunftsweisenden transdisziplinären Forschungsprofil systematisch zusammenführen. Dabei macht der Forschungsverbund die Digitalisierung mit ihren Strategien und Technologien im Sinne einer Critical Digital Heritage selbst zum Thema und begreift diese als Prozess einer digitalen Sammlungstransformation. Den Ausgangspunkt bilden die großen Sammlungen und archivalischen Überlieferungen des Landesmuseums Natur und Mensch Oldenburg (LMNM) und des Akademie-Projekts Prize Papers (PPP), deren Entstehungskontexte eng verbunden sind mit Europäischer Expansion und Kolonialismus. Den Kern des Projekts bilden zwei konzeptionell zusammenhängende Fallstudien zu Bewegung in Raum und Zeit (Akteure und Waren über die Ermittlung von Schiffsrouten) und Materialität in Raum und Zeit (Sammlungsgut über die Ermittlung von Transportrouten und Herkunft). Diese Fallstudien legen die Grundlage für die Weiterentwicklung von Forschungsfragen, die Analyse von Wissensprozessen und Deutungskontexten sowie die Verfeinerung von Methoden und Technologien der Datenerfassung. Mit dieser transdisziplinären Verzahnung von Forschungsgegenstand, Methoden und Technologien wird auch international Neuland betreten: Eine funktionale Zusammenarbeit von Museums-, Geschichts- und Kulturwissenschaften mit technik- und informationsbezogenen Fächern wird ergänzt um eine erkenntnistheoretische und reflexive Dimension.

    Neben dem Erkenntnisgewinn für Forschung und Wissenstransfer in verschiedene Praxisfelder trägt der Forschungsverbund maßgeblich zu einer Standardisierung der Datenerfassung, des Datenmanagements und der Dateninfrastruktur für dafür vorbereitetes Sammlungsgut bei und wird mit einschlägigen Konsortien, insbesondere der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur NFDI, kooperieren. Ziel des Verbundes ist, durch die Kooperation von Geschichts- und Kulturwissenschaften, Sammlungs- und damit auch Provenienzforschung sowie Messtechnik und (Geo)Informatik neue digital gestützte Erfassungs- und Analyseverfahren von Sammlungsgut gemeinsam transdiziplinär zu entwickeln, innovativ zu verbinden und zur Nachnutzung in Form eines „Tool-Sets“ Open Access verfügbar zu machen. Das IAPG bearbeitet die Themenbereiche Optische 3D-Messtechnik (Prof. Dr. Luhmann), Geodatenmanagement (Prof. Dr. Brinkhoff) und Data Science (Prof. Dr. Koch).

    Projektdetails

    Projektleitung
    Prof. Dr.-Ing. habil. Thomas LuhmannProf. Dr. habil. Till Sieberth
    Weitere Projektmitglieder
    Jenin Elena AbbasM.Sc. Simon AlbersProf. Dr. Thomas BrinkhoffAnton ButenkoDipl.-Ing. Andreas GollenstedeM.Sc. Maximilian HerbersProf. Dr. rer. nat. Sascha Koch
    Gefördert durch
    VolkswagenStiftung
    Mittelherkünfte
    Sondermittel