Beschreibung
ERKI evaluiert ein Verfahren, dass aufbauend auf konventionellen Kinder-Audiometrieanlagen, sog. Mainzer-Kindertische, die systematische Erfassung der Lokalisationsleistung bei Kindern ermöglichen soll. Die übliche Lautsprecheranordnung bei Mainzer-Kindertischen besteht aus fünf bis sieben Lautsprechern im vorderen Halbkreis. Dies entspricht Winkelabständen von 45° oder 30°. Die Nutzung virtueller Quellen hat den Vorteil, dass deren virtueller Ort unter Beachtung der Randbedingungen im vorderen Halbkreis beliebig gewählt werden kann, so dass trotz des festen Aufbaus der Audiometrie-Anlage, kleinere Winkelauflösungen dargestellt werden können.Im Bereich der Diagnostik und Rehabilitation sind Aussagen über das binaurale Hören zur Beurteilung wichtig. Hier spielen einerseits Aspekte der Hörentwicklung (AVWS) andererseits die Wiederherstellung des geschädigten Gehörs (beidseitige HG- oder CI-Versorgung ) eine Rolle. Es fehlt jedoch eine verbreitete, systematische und standardisierte Messmethodik zur Erfassung der bilateralen Lokalisationsleistung bzw. des Richtungshörens.Durch Evaluationsmessungen mit Grundschulkindern soll herausgefunden werden, ob die Lokalisation virtueller Quellen vergleichbare Ergebnisse liefert, wie bei Verwendung realer Schallquellen. Die Stimulusparameter werden dem Entwicklungsalter und der Höraufgabe angepasst. Die Schalldarbietung wird in Echtzeit generiert in Abhängigkeit der mit optischen 3D-Verfahren erfassten Richtungsangabe und der Kopf-Position. Die Mess-Ergebnisse sind in klinisch relevanter Form zur Verfügung zu stellen.